Einfluss von Genpolymorphismen des „MHC Class I Chain Related Gene A“ (MICA) auf den Erfolg der nicht-verwandten Blutstammzelltransplantation
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Date
2017-07-19
Authors
Buschmann, Sören
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Abstract
Die Entdeckung und Erforschung des Humanen Leukozyten-Antigen-Systems (HLA-System) vor über 30 Jahren eröffnete die Möglichkeit der Therapie vor allem maligner Erkrankungen des blutbildenden Systems durch die Übertragung von hämatopoetischen Stammzellen. Seither ist ein kontinuierlicher Rückgang der Mortalität bei der hämatopoetischen Stammzelltransplantation zu verzeichnen, der jedoch in erster Linie besseren Behandlungsoptionen bei Infektionen zuzuschreiben ist. Da zum Zeitpunkt der untersuchten Transplantationen trotz kompletter Übereinstimmung der Humanen Leukozyten-Antigene das Outcome bei der nicht-verwandten hämatopoetischen Stammzelltransplantation schlechter war als bei der Verwendung eines Familienspenders, wurde die Suche nach weiteren Gewebsantigenen forciert. Es wurde ein Gen in direkter Nachbarschaft des HLA-B-Genlocus (Humanes Leukozyten-Antigen, Gruppe B) innerhalb des menschlichen MHC (main histocompatibility complex) klassifiziert. Dieses wurde als MHC class I chain related Gene A (MICA) bezeichnet. Die vorliegende Studie zielte darauf ab, dieses Gen und seine Polymorphismen zu untersuchen, und ihren Einfluss auf das Outcome bei der nicht-verwandten Blutstammzelltransplantation zu analysieren. Hierzu wurden Daten und DNA-Proben aus einer früheren Studie über HLA-Differenzen bei der hämatopoetischen Stammzelltransplantation verwendet. Mittels sequenzbasierter Genotypisierung wurden die Proben von Patienten und Spendern hinsichtlich des MICA-Gens und seiner Polymorphismen typisiert. Zur statistischen Analyse der gewonnenen Daten kamen Kaplan-Meier-Kurven, der Logrank-Test, die Cox-Regressionsanalyse sowie kumulative Inzidenzen und die kompetitive Risikoanalyse zur korrekten Darstellung konkurrierender Endpunkte zur Anwendung.
Bezüglich des Gesamtüberlebens und des krankheitsfreien Überlebens konnte ein signifikant besseres Outcome bei MICA-gematchten Spender-Empfänger-Paaren nachgewiesen werden (HR = 2,53; 95 %KI = 0,995 - 6,432; p = 0,051). Es fand sich außerdem eine signifikant höhere Rate von aGvHD (engl.: acute graft-versus-host disease) in der Gruppe der MICA*008-Allel-tragenden Patienten (HR = 7,96; 95 %KI = 1,64 – 38,56; p = 0,01), die das Gesamtüberleben jedoch nicht beeinflussten. Nachteile dieser Studie waren das retrospektive Design sowie die eher niedrige Anzahl an Patienten. Dennoch legitimieren die Daten der vorliegenden Arbeit zu weiteren Nachforschungen in grösseren Kohorten, um eine Bestätigung der beobachteten Effekte zu ermöglichen.
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Medizinische Fakultät
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