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Item type: Item , Genauigkeit der gängigen präoperativen Lokalisationsdiagnostikformen von Nebenschilddrüsenadenomen bei primärem Hyperparathyreoidismus(Universität Ulm, 2026-10-12) Giebel, Konstantin; Hillenbrand, Andreas; Heni, MartinIn dieser Arbeit wurden 269 Patienten und Patientinnen, bei denen ein primärer Hyperparathyreoidismus (pHPT) diagnostiziert wurde und die am Universitätsklinikum Ulm eine Minimalinvasive Parathyreoidektomie (MIP) erhielten, im Rahmen einer retrospektiven Studie untersucht. Hierbei fokussierten wir uns auf die drei Verfahren Halssonographie, 99mTechnetium-Sestamibi-Szintigraphie und C-11-Methionin-Positronen-Emissions-Computertomographie (C-11-Methionin-PET-CT). Diese Verfahren unterscheiden sich grundlegend in ihren Prinzipien der Bilderstellung und der Beeinflussbarkeit von patientenindividuellen Faktoren. Die klassische Halssonographie als erstes etabliertes bildgebendes Verfahren zur Darstellung adenomatös veränderter Nebenschilddrüsen (NSD) hat auch heute noch entscheidende Vorteile gegenüber den neueren Verfahren. Die Halssonographie stellt nach wie vor das schnellste, kosteneffizienteste und am weitesten verfügbare Diagnostikum zur Darstellung von Nebenschilddrüsenadenome (NSA) dar. Für die Halssonographie stellten wir eine Sensitivität von 76,4% der Fälle (178/233); 95%-Konfidenzintervall:[70,4%;81,7%], eine Lateralisationsquote von 74,3% (173/233); 95%-Konfidenzintervall:[68,1%;79,7%] und eine Lokalisationsquote von 59,2% (138/233); 95%-Konfidenzintervall:[52,6%;65,6%] fest. Es gilt jedoch zu beachten, dass dieses Verfahren einer ausgeprägten Variabilität der Bildgebungsgenauigkeit unterliegt. Neben den nicht-patientenbezogenen Faktoren, wie des großen Einflusses der Expertise der Untersuchenden, sind patientenindividuelle Faktoren zu berücksichtigen. Unseren Erkenntnissen nach ist die Halssonographie insbesondere zur Darstellung kaudal gelegener NSA geeignet. Eine Abhängigkeit von der Parathormonsekretion der gesuchten NSA zur Darstellbarkeit zeigte sich dabei nicht. Der Body-Mass-Index (BMI) der Patienten schien hingegen insbesondere bei adipösen Patienten einen negativen Einfluss auf die Bildgebungsgenauigkeit zu haben. Die 99mTechnetium-Sestamibi-Szintigraphie als zweites betrachtetes Verfahren erzielte bessere Ergebnisse hinsichtlich der Genauigkeit der Lokalisation von NSA im Vergleich zur Halssonographie. Die Sensitivität betrug 83,1% (157/189); 95%-Konfidenzintervall:[77%;88,1%], die Lateralisationsquote 80,4% (152/189); 95%-Konfidenzintervall:[74%;85,8%] und die Lokalisationsquote 64,6% (122/189); 95%-Konfidenzintervall:[57,3%;71,4%]. Insbesondere hinsichtlich der korrekten Vorhersage der Lateralisation der gesuchten NSA, welche eine hohe operative Relevanz hat, war die 99mTechnetium-Sestamibi-Szintigraphie zuverlässig. Im Hinblick auf patientenindividuelle Einflussfaktoren zeigte sich dieses Verfahren resistent gegenüber der Störgröße BMI. NSA, die mit hohen präoperativen Parathormonspiegeln und kaudaler Lagevariante einhergingen, waren besser lokalisierbar. Die C-11-Methionin-PET-CT war in unserem Vergleich das genaueste Verfahren mit einer Sensitivität von 98 % (97/99); 95%-Konfidenzintervall:[92,9%:99,8%], einer Lateralisationsquote von 88,9%; 95%-Konfidenzintervall:[89,1%;94,3%] und einer Lokalisationsquote von 83,8% (83/99); 95%-Konfidenzintervall:[75,1%;90,5%]. Die Genauigkeit schien dabei nicht von den präoperativen Parathormonspiegeln abhängig zu sein. Eine eingeschränkte Genauigkeit der C-11-Methionin-PET bei Patienten mit Adipositas war nicht auszuschließen. Als einziges der drei Verfahren zeigten sich in der C-11-Methionin-PET-CT bessere Trefferquoten für kraniale NSA. Zusammenfassend ist die Halssonographie als primäres Diagnostikum nicht mehr aus dem klinischen Alltag wegzudenken. Um der aktuellen Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) gerecht zu werden, sollte ein sekundäres Bildgebungsverfahren eingesetzt werden. Die Auswahl dieses ergänzenden Verfahrens könnte zukünftig in Abhängigkeit von der Geräteverfügbarkeit und den oben genannten spezifischen Patientenfaktoren getroffen werden. Nach unseren Erkenntnissen ist vorstellbar, dass Patienten mit niedrigen präoperativen Parathormonspiegeln vermehrt von einer C-11-Methionin-PET-CT profitieren, und somit eine erhöhte Strahlenbelastung im Rahmen einer Dreifachdiagnostik verhindert werden kann. Dieser Sachverhalt sollte möglichst im Konzept randomisierter-kontrollierter Studien weitergehend untersuchen werden. Relevante Fragestellungen wären hierbei, ob eine patientenindividuelle Auswahl der ergänzenden Bildgebung zur Halssonographie signifikant das klinische Outcome verbessert, die operativen Komplikationen vermindert und die Notwendigkeit zur Konversion zur Bilateralen Nackenexploration (BNE) reduziert.Item type: Item , Charakterisierung der paraspinalen Halsmuskulatur mit Hilfe experimenteller MRT-Verfahren als Grundlage für Machine-Learning-Modelle(Universität Ulm, 2026-10-09) Russ, Luisa Pauline; Wilke, Hans-Joachim; Zahn, RobertHintergrund: Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule sind ein häufiges Phänomen in unserer Gesellschaft. Um den Ursachen der Symptomatik genau nachzugehen und mögliche Behandlungsmöglichkeiten abschätzen zu können, werden bei den PatientInnen häufig magnetresonanztomografische (MRT-) Aufnahmen der Wirbelsäule angefertigt. Die Atrophie und erhöhte Fettinfiltration der die Wirbelsäule umgebenden Muskulatur stehen u.a. bislang im Verdacht, Ursachen der Schmerzsymptomatik und weiterer Degenerationserscheinungen der Halswirbelsäule und ihren umgebenden Strukturen zu sein. Ziel: Ziel dieser Arbeit war es, eine automatisierte Segmentierung durch ein Convolutional Neural Network (CNN) und Methoden für die Quantifizierung der paraspinalen Halsmuskulatur zu etablieren, um die zehn wesentlichen zervikalen paraspinalen Muskelpaare einheitlich und anhand verschiedener Parameter beurteilen zu können. Methoden: Mithilfe einer Rohdatenbasis von 32 klinischen, transversalen T2-gewichteten MRT-Datensätzen wurden Trainingsdaten erzeugt, indem die gewählten Muskelgruppen mit einer Software manuell segmentiert wurden. Zudem wurde eine ProbandInnenstudie mit 20 ProbandInnen durchgeführt. Die paraspinale Muskulatur wurde von C1 bis C7 anhand von T2-gewichteten Sequenzen und T1-gewichteten DIXON-Sequenzen dargestellt und ebenfalls als Grundlage für das Training des CNN manuell segmentiert. Zur Validierung der Muskelsegmentierung wurde die Replizierbarkeit der Auswertung durch die Erhebung der Inter- und Intrarater-Reliabilität quantifiziert. Auf Basis der Segmentierungsdaten wurde das Muskelvolumen und der intramuskuläre Fettgehalt (Muskel-Fett-Index, MFI) bestimmt und der MFI mit den im Rahmen der Studie erhobenen Parametern Geschlecht, Alter und Body-Mass-Index korreliert. Zudem wurden das Muskelvolumen und der MFI aus den T2-gewichteten Sequenzen vs. den T1-gewichteten DIXON-Sequenzen verglichen und eine automatisierte Methode zur Bestimmung des MFI in T2-gewichteten Sequenzen etabliert. Ergebnisse: Die Intra- und Interrater-Reliabilität zeigten in beiden Sequenzen eine gute bis exzellente Übereinstimmung der Segmentierungen. Innerhalb des ProbandInnenkollektivs konnte für weibliche gegenüber männlichen ProbandInnen ausschließlich ein signifikant höherer Fettgehalt von Musculus trapezius festgestellt werden. Es zeigte sich keine Abhängigkeit der muskulären Fettinfiltration aller Muskelpaare vom Body-Mass-Index. Für die Muskeln Musculus multifidus mit Musculi interspinales und Musculi rotatores, Musculus semispinalis cervicis und Musculi splenii capitis und cervicis korrelierte der MFI positiv mit dem Alter. Die CNN-gestützte Segmentierung zeigte nach dem Training mit T2-gewichteten Datensätzen für sechs der zehn Muskelpaare eine gute bis sehr gute Übereinstimmung mit den manuellen Segmentierungen (Median der Intersection over Union (IoU) = 0,75 – 0,84). Das Training des CNN mit T1-gewichteten DIXON-Sequenzen ergab für sieben der zehn Muskelpaare und Musculus longissimus capitis dexter eine schwache bis exzellente Übereinstimmung mit den manuellen Segmentierungen (Median der IoU = 0,62 – 0,91). Die CNN-Segmentierung der tiefen Nackenmuskeln Musculus obliquus capitis inferior und Musculus rectus capitis posterior major und des Musculus longissimus capitis sinister bzw. beider Mm. longissimi capitis in T2-gewichteten Sequenzen gelang nur nach Zusammenführung der Labels mit anderen Muskelpaaren. Die automatische Quantifizierung muskulärer Fettinfiltration an T2-gewichteten Sequenzen entsprach mit kleinen Abweichungen der manuellen Auswertung. Die Muskelvolumina aus T2-gewichteten Sequenzen vs. DIXON-Sequenzen derselben ProbandInnen zeigten vergleichbare Ergebnisse. Der MFI beider Sequenzen zeigte jedoch insbesondere bei niedriger Fettinfiltration der Muskeln eine schlechte Übereinstimmung. Zusammenfassung: Die entwickelte CNN-gestützte Methode bietet für die meisten Muskelpaare eine gute Basis für weitere Studien und Auswertungen der paraspinalen Halsmuskulatur. Für die Segmentierung der kleineren Muskeln ist weitere Grundlagenforschung notwendig.Item type: Item , Echokardiographische linksventrikuläre Strain-Analyse bei Freizeit- und Leistungssportlern nach COVID-19(Universität Ulm, 2026-10-09) Ahathaller, Magdalena; Steinacker, Jürgen; Müller, GottfriedHintergrund und Ziele Die COVID-19-Pandemie stellte unsere Gesellschaft und auch den Sport vor große Herausforderungen. Obwohl sportlich aktive Personen nicht zur Risikogruppe für einen schweren Krankheitsverlauf zählen, kann es in Einzelfällen zu organischen Schäden kommen, die die Leistungsfähigkeit der Athleten beeinträchtigen. Bei COSMOS handelt es sich um eine prospektive Kohortenstudie, die die Auswirkungen der Infektion mit SARS-CoV-2 auf die Leistungsfähigkeit untersuchte. In der vorliegenden Arbeit wurde der linksventrikuläre globale longitudinale Strain (GLS) mittels Speckle-Tracking-Echokardiographie bei Athleten nach COVID-19 mit gesunden Kontrollprobanden verglichen sowie über einen Zeitraum von drei Monaten bestimmt und innerhalb der infizierten Gruppe verglichen. Darüber hinaus wurde die Assoziation des GLS mit der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LV-EF) und den spiroergometrischen Parametern Sauerstoffpuls (O2-Puls), der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2peak) sowie der subjektiven Gesamtanstrengung analysiert, um mögliche Einflüsse des GLS auf die Ausdauerleistungsfähigkeit zu untersuchen. Methoden Im Zeitraum Juni 2020 bis November 2021 wurde die myokardiale Kontraktilität bei 175 Probanden, welche sich in der Abteilung Sport- und Rehabilitationsmedizin des Universitätsklinikums Ulm vorstellten, im Median nach zwei Monaten zusätzlich zur echokardiographischen Untersuchung die Bestimmung des GLS durchgeführt. 140 Athleten, davon 88 COVID-19 genesene Athleten (COV) (35 % weiblich) und 42 gesunde Athleten des Bundeskader (CON) (38 % weiblich) wurden in die statistische Auswertung miteingeschlossen. Ergebnisse Unsere Ergebnisse deuten auf eine milde myokardiale Dysfunktion bei COVID-19 genesenen Athleten in Form einer reduzierten, jedoch normwertigen longitudinalen Längsdehnung hin. COV zeigte zum Zeitpunkt der Erstuntersuchung im Vergleich zu CON einen signifikant reduzierten linksventrikulären GLS (COV: -18.39 (± 1.98) vs. CON: -19.87 (± 1.29), p < 0.001), welcher sich im Verlauf zur zweiten Teiluntersuchung (TU2) nach drei Monaten verbesserte (COV: -18.76 (± 1.99) vs. CON: 19.13 (± 1.80), p = 0.029). Insbesondere basale Segmente wiesen im Vergleich zu CON eine eingeschränkte Kontraktilität auf. Darüber hinaus konnte eine signifikant verminderte diastolische Funktion bei COV im Vergleich zu CON festgestellt werden. In der korrelativen Analyse konnte kein Zusammenhang zwischen dem GLS und der LV-EF sowie den spiroergometrischen Leistungsparametern VO2peak, O2-Puls oder der subjektiven Gesamtanstrengung nachgewiesen werden. Schlussfolgerungen Unsere Ergebnisse zeigen, dass bei Athleten nach mildem SARS-CoV-2-Verlauf vorübergehende GLS-Veränderungen auftreten können, die sich meist innerhalb von drei Monaten normalisieren. Obwohl wir signifikante Gruppenunterschiede im GLS feststellen konnten, lagen die Werte überwiegend im Normbereich. Lediglich 5 Athleten (5,7 %) aus COV wiesen einen pathologisch reduzierten GLS von > -16 % auf und 32 Probanden (36,3 %) bewegten sich im Grenzbereich zwischen -16 und -18 %. Es zeigte sich kein Zusammenhang zwischen GLS und VO2peak oder O2-Puls, wobei ausschließlich Ruhedaten erhoben wurden und damit keine Aussage zur kardialen Reserve oder zur Belastungstoleranz möglich ist. Im Vergleich zu anderen viralen Myokarditiden zeigt SARS-CoV-2 häufiger segmentale, meist reversible Myokardveränderungen. Segmentale Stain-Abweichungen werden in der Literatur mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse in Verbindung gebracht, für Athleten nach mildem SARS-CoV-2-Verlauf ist das jedoch bislang nicht ausreichend untersucht. Die Strain-Analyse kann bei unklarer Symptomatik oder eingeschränkter MRT-Verfügbarkeit ergänzend eingesetzt werden. Um den prognostischen Wert subklinischer Strain-Veränderungen bei Sportlern nach COVID-19 bewerten zu können, sind Langzeitstudien mit standardisierten Untersuchungsintervallen und größeren Fallzahlen erforderlich.Item type: Item , Genetics of ALS – genes and modifier(Universität Ulm, 2025-10) Menge, Sonja; Decker, Lorena; Freischmidt, AxelPurpose of review: Amyotrophic lateral sclerosis (ALS) is a complex genetic disorder, and the pace of discoveries is very rapid. This review aims at briefly summarizing our current knowledge, and at discussing the progress of the last two years. Recent findings: Common variation in numerous genes and variants in some nuclear-encoded mitochondrial genes were linked to an increased or modified risk of ALS, respectively. Mitochondrial function, i.e. specific mitochondrial haplotypes and loss-of-function variants in mitochondria-related genes, was identified as potent modifier of ALS survival, but not risk. Pioneering analyses of copy number variations in ALS-related genes revealed an increased load in ALS, but causality is unclear. A rare hyperactive variant of ER stress associated transcription factor CREB3 was linked to both substantially decreased ALS risk and slower disease progression. Furthermore, variants in IGFBP7 were linked to rare "ALS reversals", but existence of such phenotypes is controversial. Summary: Common variation increasing ALS risk contributes to our understanding of sporadic ALS, and novel structural variants have the potential to at least partly explain the missing heritability in ALS. Identification of mitochondrial function and ER stress signaling as potent disease modifiers provide valuable starting points for therapeutic approaches beyond targeting single causative genes.Item type: Item , Kinderschutznotfälle im Rettungsdienst : Daten aus abendlichen und nächtlichen Beratungen der Rettungsdienste durch die Medizinische Kinderschutzhotline(Universität Ulm, 2025-08-04) Heimann, Tobias; Stickel, Marius; Fegert, Jörg M.; Berthold, OliverZusammenfassung Hintergrund Rettungsdienstmitarbeitende können in Einsätzen Verdachtsfällen von Kindesmisshandlung und -vernachlässigung begegnen, was Unsicherheiten auslösen kann. Diese Verdachtsfälle sind besonders in den Abend- und Nachtstunden problematisch, wenn spezialisierte Stellen schwer erreichbar sind. Ziel der Arbeit/Fragestellung Untersuchung typischer Problemstellungen, Einsatzsituationen und Anhaltspunkte für eine vermutete Kindeswohlgefährdung (KWG) in 83 abendlichen und nächtlichen Beratungsfällen des Rettungsdiensts durch die Medizinische Kinderschutzhotline (KSH). Material und Methoden Analysiert wurden Anfragen an die Kinderschutzhotline aus dem Rettungsdienst von 01.06.2017 bis 17.02.2025 im Zeitraum 16:00–08:00 Uhr. Die Datenerhebung erfolgte standardisiert durch die Beratenden. Quantitative Daten wurden deskriptiv mit SPSS ausgewertet, Freitextangaben qualitativ analysiert. Ergebnisse Die meisten Anrufe erfolgten zwischen 16 und 24 Uhr (37,1 %). Es wurden alle Formen der KWG identifiziert, vorrangig Vernachlässigung (62,6 %). Von 146 dokumentierten Anhaltspunkten waren verwahrloste Wohnungen, Hinweise auf Substanzmissbrauch der Sorgeberechtigten, auffälliges Verhalten der Sorgeberechtigten und körperliche Misshandlung am häufigsten, in 47,0 % der Fälle waren Gesundheitsprobleme Erwachsener einsatzauslösend. Diskussion Die häufige Vermutung von Vernachlässigung und körperlicher Misshandlung ist durch das prähospitale Einsatzsetting mit Einblick in die Wohnsituation erklärlich. Bei einzelnen Indikatoren für eine KWG ist eine genaue Betrachtung des Falls wichtig, da häufig mehrere Faktoren gewichtige Anhaltspunkte ergeben. Bei erwachsenen Patienten mit Kindern ist die Betreuungssituation stets zu prüfen. Die große situative Bandbreite unterstreicht die Notwendigkeit einer jederzeit erreichbaren Fachberatung.Item type: Item , About differences in the availability of child and adolescent psychiatric hospital beds across Europe and possible implications for mental health care. are more or less hospital beds the solution to the youth mental health crisis? : Based on a debate at the 21st International Congress of the European Society for Child and Adolescent Psychiatry, Strasbourg, June 30, 2025(Universität Ulm, 2025-10-27) Fegert, Joerg M.; Boege, Isabel; Calderoni, Dario; Purper-Ouakil, Diane; Sitarski, Emily; Vitiello, BenedettoA number of indicators point to a decline in youth mental health globally over the past 15 years. Access to medical treatment and assistance is becoming increasingly difficult as the social divide is widening due to an imbalance between supply and demand. Hospitalization remains a critical yet costly component of child and adolescent mental health care, reserved for the most severe cases. While necessary in some situations, inpatient treatment carries substantial drawbacks, including family separation and social disruption. This paper discusses if increasing hospital beds across Europe can be the solution to the youth mental health crises by examining differences in the availability of child and adolescent psychiatric hospital beds across Europe. International comparisons reveal striking heterogeneity in hospital beds availability, which does not correlate with improved mental health and behavioral outcomes in young people at the population level. Furthermore, the data does not suggest that this heterogeneity reflects the need to address different levels of psychopathology. Besides the limitations of the currently available data, evidence suggest that effective outpatient and home-based interventions can reduce hospital dependence without compromising treatment efficacy. The COVID-19 pandemic highlighted both the vulnerability of traditional services and the growing role of digital mental health support, which adolescents increasingly access via online platforms. Emerging stepped-care and community-based models, including lay-provider interventions, demonstrate potential to expand reach while conserving specialized resources. Given scarce capacity, European-wide recommendations are needed to ensure equitable access to acute care, while integrating innovative, digitally supported, low-threshold services into youth mental health systems.Item type: Item , Associations between online child sexual solicitation and abuse and offline child maltreatment: A latent class analysis(Universität Ulm, 2025-10-23) Chauviré-Geib, Katrin; Haag, Ann-Christin; Gerke, Jelena; Sachser, Cedric; Rassenhofer, Miriam; Fegert, Jörg M.The increasing integration of digital technologies into daily life has led to a rise in online child sexual solicitation and abuse (OCSSA), posing significant risks to young people. Understanding how OCSSA is associated with other forms of offline child maltreatment is essential for improving diagnosis, treatment, and support in child and adolescent psychiatry. This study aims to identify the co-occurrence of OCSSA with other forms of offline child maltreatment experienced before the age of 18 in Germany. To most accurately assess the current reality among children and adolescents, the study surveyed a nationally representative sample of 1,006 participants in Germany, following indicator 16.2.3 of the Sustainable Development Goals, and assessed experiences of OCSSA and other forms of offline child maltreatment. Participants completed the Adverse Childhood Experiences Questionnaire and screening questions measuring OCSSA. Latent class analysis (LCA) was used to identify exposure profiles. The resulting subgroups were compared using Chi-Square-Tests and Mann-Whitney-U-Tests. The LCA revealed two classes: 85.39% of participants were classified as ‘predominantly OCSSA’ victims, while 14.61% experienced ‘poly-victimization’, primarily associated with OCSSA and emotional maltreatment. The two classes significantly differed regarding relationship status, education, and equivalence income. The findings highlight increased vulnerability to online victimisation in the digital age and emphasize the interplay between online and offline maltreatment, particularly for those who have experienced multiple forms of victimisation. They emphasize the need for early identification and improved risk assessment, early preventive strategies, and specific therapeutic interventions in child and adolescent psychiatric care. © In Copyright http://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/Item type: Item , Influence of dental arch width changes on the effective space required to align anterior teeth(Universität Ulm, 2025-05-13) Elkholy, Fayez; Gerhart, Catrin; Schmidt, Falko; Lapatki, Bernd G.Abstract Aim Traditionally, the widest mesio-distal tooth dimensions are used to analyze space requirements in treatment planning. However, in reality, it is the arch form dependent interproximal contact locations that determine the space required for tooth alignment. The aim of this study was to evaluate the influence of expansion and constriction of dental arch width on the space required for alignment of upper and lower incisors. Materials and methods Fifty digital dental arch model pairs were segmented and aligned using OnyxCeph 3D™ software (Image Instruments, Germany). 3D coordinates of actual interproximal contact points were extracted from the digital setups. The mesio-distal space requirement for each tooth was determined by measuring the linear distance between its interproximal contact points projected on the occlusal plane. The dental arch was then expanded and narrowed in 2-mm increments at its distal ends, and the space requirement for each incisor was determined again after each increment. Results Statistical analysis using linear models revealed a small increase in space required for incisor alignment with increasing arch width (p < 0.05). An average increase in space requirement of 0.03 mm and 0.04 mm was observed per 1-mm expansion of the maxillary and mandibular arches, respectively. The corresponding values for constriction were 0.05 mm per 1-mm arch width change for both jaws. Conclusion The influence of dental arch form on the mesio-distal space required for incisor alignment is negligible. Hence, this factor may be ignored in the decision to apply dental arch expansion or premolar extraction in patients with anterior crowding.Item type: Item , Klinische und röntgenologische Untersuchung des One-Abutment One-Time Verfahrens versus der Versorgung mit Gingivaformern: eine Matched-Pairs Analyse(Universität Ulm, 2026-10-06) Endres, Anna-Sophia; Luthardt, Ralph; Sakkas, AndreasZiele: Diese Studie bewertete Implantate, die entweder mit dem konventionellen Healing‑Abutment‑(HA-)Protokoll oder dem One Abutment One Time (OAOT)‑Protokoll versorgt wurden. Ein sekundäres Ziel war die Untersuchung des Entzündungsmarkers Calprotectin (MRP 8/14) als potenzieller früher Biomarker für periimplantäre Erkrankungen sowie dessen Vergleich mit dem etablierten Marker Matrix-Metalloproteinase 8 (MMP‑8). Bisherige Studien haben Calprotectin nicht im Zusammenhang mit dem OAOT‑Protokoll untersucht. Material und Methoden: Achtundzwanzig Patienten wurden untersucht und bildeten 14 gematchte Paare (Testgruppe: OAOT; Kontrollgruppe: HA). Klinische und radiologische Parameter wurden erfasst, darunter Sondierungstiefe (PD) an vier Stellen mittels druckkalibrierter Sonde, Sondierungsbluten (BOP), Vorhandensein von Suppuration, Plaque an benachbarten Zähnen sowie Nachweis von Zementresten. Periimplantäres Sulkusfluid (PICF) wurde zur quantitativen Analyse von MMP‑8 und Calprotectin gesammelt. Röntgenaufnahmen wurden hinsichtlich des marginalen Knochenverlusts im Vergleich zum Ausgangsbefund zum Zeitpunkt der Implantatexposition ausgewertet. Statistische Analysen umfassten deskriptive und explorative Verfahren sowie eine retrospektive Power-Analyse. Ergebnisse: Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug 25,6 Monate. Die Analyse der gematchten Paare ergab keine signifikanten Unterschiede zwischen den OAOT‑ und HA‑Protokollen. Kein Patient erfüllte die diagnostischen Kriterien für eine Periimplantitis (PD > 5 mm, radiologischer Knochenverlust > 3 mm, positives BOP und/oder Suppuration). Periimplantäre Mukositis (BOP mit PD > 4 mm) wurde bei vier Patienten beobachtet (2 OAOT, 2 HA). Es zeigten sich starke Korrelationen zwischen Plaque an benachbarten Zähnen und den Konzentrationen sowohl von MMP‑8 als auch von Calprotectin. Zwischen den beiden Biomarkern selbst bestand eine moderate Korrelation. Erhöhte MMP‑8‑Werte waren mit dem Vorhandensein von Zementresten assoziiert. Schlussfolgerungen: Das OAOT‑Protokoll zeigte geringfügig weniger Entzündungszeichen und einen Trend zu reduziertem Knochenverlust, wenngleich die Unterschiede statistisch nicht signifikant waren. Eine signifikante Korrelation zwischen den Konzentrationen von Calprotectin und MMP‑8 wurde bestätigt. Aufgrund der geringen Anzahl nachweisbarer Zementreste konnte das diagnostische Potenzial von Calprotectin als früher Marker für Periimplantitis nicht vollständig bewertet werden. Die sekundäre Hypothese – die Korrelation der Biomarker mit klinischen Entzündungszeichen – wurde für Plaque an benachbarten Zähnen (für beide Marker) und für Zementreste (nur MMP‑8) unterstützt. Klinische Relevanz: Die routinemäßige Beurteilung des Plaquestatus an Implantaten und benachbarten Zähnen sowie die Messung des PICF‑Volumens wird zur Bewertung der periimplantären Gesundheit empfohlen. In klinischen Forschungssettings sollten Analysen von MMP‑8 und Calprotectin einbezogen werden, wobei besonderes Augenmerk auf geschlechtsspezifische Unterschiede gelegt werden sollte.Item type: Item , Einfluss von Tierkontakt auf die TSST-induzierte leukozytäre Stressreaktion und Expression pro- und antiinflammatorischer Zytokine(Universität Ulm, 2026-10-06) Winkler, Raphael; Reber, Stefan; Knöll, BerndChronischer Stress als immer häufigerer Begleiter des täglichen Lebens ist als Risikofaktor für eine Vielzahl psychischer wie physischer Krankheiten bekannt. Diese Krankheiten sowie die damit einhergehende ökonomische Belastung sind zunehmend von gesellschaftlicher Relevanz. Viele Studien weisen darauf hin, dass chronische, niederschwellige Inflammation kausal an der Entstehung vieler dieser Stress-assoziierten Erkrankungen beteiligt ist. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass chronische, niederschwellige Inflammation durch die immer weiter zunehmende Urbanisierung des 21. Jahrhunderts und den dadurch hervorgerufenen Verlust des Kontaktes zu natürlich vorkommenden Mikroorganismen, den sog. Old friends, befeuert wird. Der „Old Friends“-Hypothese zufolge resultiert dies in einer Abnahme der Immunkompetenz, die sich in Form einer weniger regulierten und damit chronisch, niederschwellig erhöhten Inflammation zeigt. Diesem Trend scheint das Aufwachsen auf dem Land sowie der Kontakt zu Tieren, insbesondere während der Kindheit entgegenzuwirken. In diesem Zusammenhang konnte eine kürzlich durch unsere Arbeitsgruppe publizierte Studie zeigen, dass gesunde Männer, die auf dem Land mit regelmäßigem Tierkontakt aufwuchsen, eine geringere Immunreaktion auf eine psychosoziale Stressbelastung zeigten als solche, die in einer Stadt ohne regelmäßigen Tierkontakt aufwuchsen. Um nun in einem nächsten Schritt herauszufinden, ob auch allein der Haustierkontakt für Personen, die in der Stadt aufgewachsen sind, ausreicht, um eine verbesserte, immunologische Reaktion auf akuten Psychosozialen Stress zu erzeugen, wurde die Effects of Pets on Social Stress – Studie (EPSS) ins Leben gerufen. Zur Durchführung der Studie wurden gesunde, männliche Probanden im Alter zwischen 18 und 40 Jahren rekrutiert, die in einer Stadt mit mindestens 40.000 Einwohnern aufgewachsen sind und während fünf der ersten 15 Lebensjahre entweder mindestens einen Hund bzw. eine Katze (n=20) oder gar kein Haustier (n=20) hatten. Als psychosozialer Stressor wurde der Trier Social Stress Test (TSST) gewählt. Für die in dieser Arbeit gewonnenen Daten wurde den Probanden wurde einmalig vor dem Test sowie zu mehreren Messzeitpunkten danach Blut abgenommen. Aus diesem wurden zum einen Blutbilder mit maschineller Differenzierung erstellt. Zum anderen wurden peripherere, mononukleäre Zellen isoliert und mit Concanavalin A (ConA) und Lipopolysaccharid (LPS) stimuliert. Anschließend wurden hieraus die Zytokine Interleukin (Il) 6 und IL-10 bestimmt. Zusätzlich wurden IL-6 und IL-10 im Plasma bestimmt. Es konnte gezeigt werden, dass Tierkontakt zu einer verringerten, durch Lymphozyten und vorrangig neutrophile Granulozyten vermittelten, zellulären Stressreaktion führt. Weiter konnte eine verringerte IL-6-Sekretion und gesteigerte IL-10-Sekretion im Plasma als Ausdruck einer geringeren, humoralen Immunreaktion auf psychosozialen Stress durch Tierkontakt gezeigt werden. Auch konnte eine von diesem Faktor abhängige, geringere Inflammationsreaktion des angeborenen Immunsystems sowie eine gesteigerte, antiinflammatorische Reaktion des erworbenen Immunsystems gezeigt werden. Entsprechend konnte durch diese Daten erstmals gezeigt werden, dass, unabhängig von der aktuellen Lebenssituation, allein das Vorhandensein bzw. Fehlen von Hunden oder Katzen in der Kindheit zu einer geänderten, immunologischen akuten Stressreaktion bei jungen, gesunden Männern führt, die in der Stadt aufgewachsen sind. der Auf Grund des Zusammenhangs zwischen Entzündungsvorgängen und dem Entstehen einer Vielzahl von Erkrankungen sind diese Erkenntnisse insbesondere in Prävention dieser Krankheiten von Bedeutung. Für eine gesamtgesellschaftliche Übertragbarkeit dieser Ergebnisse sind größer angelegte Untersuchungen mit einem diversifizierteren Probandenkollektiv nötig, um mehr über die genauen Wirkmechanismen des Tierkontaktes auf unsere immunologische Prägung und die damit einhergehende, verbesserte Stressantwort zu erhalten und so die Prävention einer Vielzahl stress-assoziierter Krankheiten voranzutreiben.Item type: Item , Evaluation des Bedarfes an einer Integration der EndoNurse/ Pflegeexpertin in die interdisziplinäre Versorgung von Patientinnen mit Endometriose(Universität Ulm, 2026-10-06) Kässens, Viktoria Maria; Hancke, Katharina; Schmid, SebastianAbstract Background Like other chronic diseases, endometriosis also requires long-term, individualized and multidisciplinary care. The integration of specialized nursing care has already been proven in other chronic diseases, but it is unclear whether and in which areas the integration of an endometriosis nurse specialist (EndoNurse) would be welcomed by patients with endometriosis. Objective The aim of this study is to identify the need and acceptance of an integration of a nurse specialist into the care of patients with endometriosis and possible counselling topics. Design Cross-sectional study in Germany. Setting and Participants 844 German-speaking patients with diagnosed endometriosis completed an online survey distributed via official platforms and social media. Methods The current satisfaction and needs of patients with endometriosis were evaluated in five dimensions (Physical and psychological symptoms, therapy, lifestyle, sexuality, partnership, fertility, treatment wishes) similar to the Endometriosis Impact Questionnaire. In addition, questions regarding the need for optimalization along with acceptance and preferred areas of care by an EndoNurse were included. The evaluation was based on the 5-point Likert-scale. Results 844 participants were included in the final analysis. Only 138 (16.4 %) of them described their current care as good or very good. Fewer than one in five patients felt well or very well informed concerning the topics symptoms (200; 23.7 %), therapy (209; 24.8 %), sexuality and family planning (124; 14.7 %) as well as sport and nutrition (111; 13.1 %). 774 (91.7 %) of the participants would accept an integration of an EndoNurse in their treatment, particularly regarding the following topics: pain management (594; 70.4 %), nutrition (570; 67.5 %), sports and physiotherapy (567; 67.2 %), coping with everyday life (558; 65.8 %) and therapy options (547; 64.8 %). 474 (56.2 %) of the patients named physicians as their preferred source of information. Specially trained medical staff (EndoNurse) followed with 159 (18.8 %) votes, ahead of the internet (88; 10.4 %), self-help groups (41; 4.9 %), apps (37; 4.4 %) and others. Conclusions Our study demonstrates a significant need for improvement in supportive endometriosis care. The involvement of a specialised nurse, EndoNurse, into care of patients with endometriosis is a concept that is useful and desirable for those affected in all evaluated areas. Registration The study was approved by the Ethical Committee of the University of Ulm Nr. 364/23 and registered in the German Register of Clinical Studies under Nr. DRKS00033078.Item type: Item , Forensische Altersdiagnostik als retrospektive Analyse von MRT Aufnahmen des Sprunggelenkes(Universität Ulm, 2026-10-06) Wernsing, Maximilian-Frederic; Beer, Meinrad; Beer, AmbrosDie forensische Altersdiagnostik gewinnt aufgrund zunehmender Migrationsbewegungen und fehlender Ausweisdokumente an Bedeutung. Da der Einsatz ionisierender Strahlung zur Altersbestimmung kontrovers diskutiert wird, rückt die Magnetresonanztomographie (MRT) als strahlungsfreie Alternative zunehmend in den Fokus. Ziel dieser retrospektiven Studie war die Untersuchung, ob etablierte MRT-basierte Klassifikationssysteme zur forensischen Altersdiagnostik auf bereits vorhandene klinische MRT-Aufnahmen des Sprunggelenks anwendbar sind. Hierzu wurden 333 bzw. 324 MRT-Datensätze von Patienten im Alter von 10 bis 28 Jahren nach den Klassifikationen von Saint Martin et al., Ottow et al. und Vieth et al. ausgewertet. Alle drei Klassifikationssysteme konnten erfolgreich auf die retrospektiven Datensätze angewendet werden und zeigten eine gute bis sehr gute Inter- und Intraobserver-Reliabilität. Insbesondere die Klassifikationen nach Ottow et al. und Vieth et al. ermöglichten die Bestimmung juristisch relevanter Altersgrenzen. Die Ergebnisse belegen, dass klinisch bereits vorhandene MRT-Aufnahmen des Sprunggelenks einen wertvollen Beitrag zur strahlungsfreien forensischen Altersdiagnostik leisten können.Item type: Item , Answer to the letter to the Editor of X. Sun, et al. concerning “automated extraction of vertebral bone mineral density from imaging with various scan parameters: a cadaver study with correlation to quantitative computed tomography” by C. Ramschütz et al. (Eur Spine J [2025]; doi: 10.1007/s00586-025-09146-8)(Universität Ulm, 2025-09-09) Sollmann, Nico; Ramschütz, ConstanzenoneItem type: Item , Prospektive Evaluation einer Kataraktoperation begleitenden Patienten-App(Universität Ulm, 2026-10-05) Gerbutavičius, Rokas; Kortüm, Karsten; Heni, MartinZiel dieser prospektiven, kontrollierten Studie war es, die Nutzung, Akzeptanz, Benutzerfreundlichkeit und Bewertung einer digitalen Applikation (App), die Patientinnen und Patienten im Rahmen einer Kataraktoperation (Katarakt-OP) begleitend zur Verfügung gestellt wurde, systematisch zu untersuchen. Im Fokus standen die Zufriedenheit mit der App, deren wahrgenommener Nutzen sowie mögliche Einflüsse auf die subjektive Zufriedenheit mit der Organisation und Betreuung in der augenärztlichen Praxis. Darüber hinaus wurde erfasst, wie sich die subjektive Zufriedenheit mit dem Sehvermögen nach der Katarakt-OP verändert. Die Studie wurde in einer augenärztlichen Praxis durchgeführt. Die Teilnehmenden wurden initial im Verhältnis 1:1 randomisiert in eine Interventionsgruppe mit App-Angebot und eine Kontrollgruppe ohne App. Innerhalb der Interventionsgruppe kam es zu einer Selbstselektion, da ein Teil der Patientinnen und Patienten die App nicht nutzte. Daraus ergaben sich drei Gruppen: App-Nutzende, App-Verweigernde und die Kontrollgruppe. Neben demographischen und soziokulturellen Merkmalen wurden App-Nutzungsstatistiken sowie studienspezifisch entwickelte Fragebögen zur Bewertung der App und der Zufriedenheit mit der Praxisorganisation eingesetzt. Die subjektive Sehzufriedenheit wurde zusätzlich mithilfe des validierten Catquest-9SF-Fragebogens (Cataract Questionnaire, 9-Item Short Form) erfasst, um deren Veränderung nach der Katarakt-OP zu untersuchen. Es zeigte sich eine grundsätzlich hohe Bereitschaft zur Nutzung der App, wobei das Fehlen geeigneter Endgeräte eine wesentliche Barriere darstellte. Unter den tatsächlichen Nutzenden wurde die App überwiegend als hilfreich, benutzerfreundlich und informativ eingeschätzt. Sie konnte vor allem in der Informationsvermittlung und der Orientierung im Behandlungsverlauf unterstützen. Die allgemeine Zufriedenheit mit der Praxisorganisation war in allen Gruppen hoch, wobei durch die App kein signifikanter zusätzlicher Nutzen festgestellt werden konnte. Die subjektive Sehzufriedenheit nahm nach der Katarakt-OP in allen Studiengruppen signifikant zu, unabhängig von der App-Nutzung. Die vorliegenden Daten zeigen, dass insbesondere weniger technikaffine Personen sowie Patientinnen und Patienten mit niedrigerem Bildungsniveau von einem solchen digitalen Unterstützungsangebot profitieren könnten. Die hohe Akzeptanz und das positive Nutzerfeedback legen nahe, dass digitale Begleitangebote das Potenzial haben, die Patienteninformation zu verbessern und Ressourcen in der Praxis zu schonen – insbesondere in Settings mit begrenztem Personal oder geringerer Informationsdichte. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass eine begleitende App zur Katarakt-OP eine praxisnahe, patientenzentrierte Ergänzung in der augenärztlichen Versorgung darstellen kann. Darüber hinaus bestätigt die Studie den positiven Effekt der Katarakt-OP auf die subjektive Sehzufriedenheit. Beide Erkenntnisse liefern praxisrelevante Impulse für eine moderne, digitale und patientenorientierte Versorgungsstruktur.Item type: Item , Charakterisierung der Integrationsstellen humaner Papillomaviren in das Genom von Tumoren des Kopf-Hals-Bereichs: Korrelation mit molekularen Aberrationen(Universität Ulm, 2026-10-05) Gregersen, Maike Carolin; Siebert, Reiner; Laban, SimonPlattenepithelkarzinome des Oropharynx (OPSCC) sind zunehmend durch eine Assoziation mit Humanen Papillomaviren (HPV) geprägt, wodurch dem HPV-Status sowohl epidemiologisch als auch klinisch eine immer größere Bedeutung zukommt. Der High Risk HPV-Typ 16 (HPV16) ist aufgrund seiner hohen Prävalenz der ätiologisch bedeutendste Subtyp. Neben der bekannten prognostischen Relevanz des HPV-Status stellt die Integration viraler DNA in das humane Wirtsgenom einen zentralen Schritt in der HPV-induzierten Tumorgenese dar. Diese viralen Integrationsstellen können auch strukturelle und regulatorische Veränderungen auf DNA- und RNA-Ebene zur Folge haben. Übergeordnetes Ziel dieser Arbeit war die Etablierung und Validierung einer Capture-basierten Next Generation-Sequenzierung (cNGS) mit nachgeschalteter bioinformatischer Analysepipeline zur Identifikation viraler Integrationsstellen von HPV16 in OPSCC-Gewebeproben. Darüber hinaus wurden die detektierten viralen Integrationsstellen hinsichtlich ihrer potenziellen funktionellen Relevanz auf DNA- und RNA-Ebene charakterisiert. Untersucht wurden 18 Gewebeproben von Patienten mit histologisch gesichertem OPSCC. Zur Klassifikation des HPV16-Status kamen Polymerasekettenreaktion (PCR) und p16INK4A-Immunhistochemie (p16-IHC) zum Einsatz. Die gezielte Anreicherung viraler Sequenzen erfolgte mittels Capture Next Generation-Sequenzierung, gefolgt von einer bioinformatischen Prozessierung mit den Alignern Segemehl und STAR Aligner. Die detektierten viralen Integrationsstellen wurden durch zielgerichtete PCR und Sanger-Sequenzierung validiert. Ergänzend wurden Daten aus einem DNA-Methylierungsarray und RNA-Sequenzierung zur Abschätzung der strukturellen Auswirkungen der viralen Integrationsstellen analysiert. Nach der erfolgreichen DNA-Qualitätskontrolle konnten alle 18 Proben für die Analysen verwendet werden. Für acht Proben konnte eine eindeutige HPV16-Positivität mit konkordanten Ergebnissen aus PCR und p16-IHC nachgewiesen werden, entsprechend einer HPV16-Prävalenz von 44 %. Mittels cNGS wurden in den acht HPV16-positiven OPSCC-Proben insgesamt 61 Integrationsstellen im humanen Genom identifiziert. Die Validierung der bioinformatisch identifizierten Integrationsstellen mittels zielgerichteter PCR bestätigte 47 % davon im experimentellen Setting. Alle durch Segemehl (n = 13) detektierten viralen Integrationsstellen wurden vollständig durch STAR Aligner (n = 61) abgebildet. Auf Seite von HPV16 trat der Bruch des zirkulären HPV16-Genoms vor allem in den viralen Genen E1 (44 %) und E2 (16 %) auf. Zudem wiesen zwei Proben auffällige Veränderungen des viralen Genoms auf, darunter vollständige Deletionen einzelner HPV16-Abschnitte sowie partielle Deletionen in mosaikartiger Form. Auf humaner Seite waren 34 % der Integrationsstellen intragenisch lokalisiert, betroffen waren die Gene AGAP1, CADM2, CTNNA2, GREB1L, KHDRBS2, LDB2, LMCD1, METAP1, SPCS1, SLC12A7, SSUH2 und TTC39B. Auf DNA-Ebene zeigte sich keine globale Hypermethylierung, wie sie häufig bei Krebserkrankungen auftritt. In 33 % der untersuchten Gene traten lokale Kopienzahlgewinne (Gain) auf. Auf RNA-Ebene zeigte sich bei 50 % der Gene in einzelnen Proben ein erhöhtes Expressionslevel, das mit der jeweiligen HPV16-Integrationsstelle korrelierte. Die Ergebnisse deuten somit auf eine Korrelation zwischen den HPV16-Integrationsstellen und Veränderungen auf DNA- und RNA-Ebene hin, wobei Kopienzahlveränderungen und veränderte RNA-Expression nicht konsistent in allen Proben beobachtet wurden. Es zeigt sich, dass die entwickelte Methodik zuverlässig zur Identifikation von HPV16-Integrationsstellen in OPSCC eingesetzt werden kann. Aufgrund der höheren Sensitivität und Validierungsrate ist STAR Aligner im Vergleich zu Segemehl als bioinformatisches Tool für das Alignment zu bevorzugen. Die hier etablierte Methodik bietet im Gegensatz zur Kombination aus PCR und p16-IHC die Möglichkeit, bei unklarem HPV-Status Hinweise auf eine Assoziation mit weiteren HPV-Typen zu liefern und darüber hinaus zusätzliche, potenziell klinisch relevante Informationen bereitzustellen. Die detektierten Veränderungen der Tumorzellen auf DNA- und RNA-Ebene deuten auf eine mögliche Dysregulation zellulärer Gene infolge der HPV16-Integration hin, auch wenn ein kausaler Zusammenhang nicht abschließend beurteilt werden konnte. Perspektivisch könnten die identifizierten Gene als Anhaltspunkt für eine individualisierte Therapie dienen.Item type: Item , Radiofrequenzdenervation der Wirbelsäule und des Iliosakralgelenks : Eine systematische Literaturrecherche nach GRADE mit neuer S3-Leitlinie(Universität Ulm, 2024-03-01) Klessinger, Stephan; Casser, Hans-Raimund; Gillner, Sebastian; Koepp, Holger; Kopf, Andreas; Legat, Martin; Meiler, Katharina; Norda, Heike; Schneider, Markus; Scholz, Matti; Slotty, Phillipp J.; Tronnier, Volker; Vazan, Martin; Wiechert, KarstenZusammenfassung Hintergrund In diesem Artikel werden die Ergebnisse der S3-Leitlinie „Radiofrequenzdenervation der Facettengelenke und des ISG“ zusammengefasst. Die vorhandene Evidenz zur Indikation, zu Testblockaden und zu technischen Parametern wird dargelegt. Ziel Es soll sowohl einer Über- als auch eine Unterversorgung entgegengewirkt werden, was auch sozioökonomische Bedeutung hat. Material und Methode Es erfolgte eine systematische Auswertung der Literatur nach den Grading of Recommendations, Assessment, Development, and Evaluation (GRADE). Eine multidisziplinäre Leitliniengruppe hat Empfehlungen und Statements ausgearbeitet. Ergebnisse Für 20 Schlüsselfragen wurden Statements und Empfehlungen formuliert. Es gab 87,5 % Konsens für eine Empfehlung und 100 % Konsens für alle weiteren Empfehlungen und Statements. Die Leitlinie wurde von allen beteiligten Fachgesellschaften konsentiert. Die spezifischen Fragen beinhalten den Wert von Anamnese, Untersuchung und Bildgebung, die Notwendigkeit einer konservativen Therapie vor einer Intervention, die Bedeutung von Testblockaden („medial branch block“ und „lateral branch block“), die Wahl der Bildgebung für eine Denervation, die Wahl der Trajektorie, die Möglichkeit, die Größe der Läsion zu beeinflussen, Stimulation, die Möglichkeit einer Wiederholung, Sedierung und Entscheidungshilfen zu Patienten mit Antikoagulanzien, Metallimplantaten und Schrittmachern und Hinweise zur Vermeidung von Komplikationen. Schlussfolgerungen Ausgewählte Patienten können von einer gut durchgeführten Radiofrequenzdenervation profitieren. Die Empfehlungen der Leitlinie basieren auf sehr niedriger bis moderater Qualität der Evidenz.Item type: Item , Früh- und Differentialdiagnose der Verhaltensvariante der frontotemporalen Demenz im Vergleich zur Depression(Universität Ulm, 2026-10-02) Werner, Leonie; Schönfeldt-Lecuona, Carlos; Tumani, HayrettinIm Fokus der vorliegenden Arbeit stand die Frage, wie die häufig schwierige Früh- und Differentialdiagnose der Verhaltensvariante der frontotemporalen Demenz (bvFTD) im Vergleich zur Depression verbessert werden kann. Die bvFTD ist eine neurodegenerative Erkrankung, die durch progrediente Verhaltensveränderungen gekennzeichnet ist, darunter Apathie, Empathiemangel und Enthemmung. Aufgrund der dominierenden Verhaltensalterationen erhalten Betroffene insbesondere im Frühstadium der Erkrankung oft zunächst eine psychiatrische Diagnose, am häufigsten die einer Depression. Da in diesem Stadium bei bvFTD zumeist nur eine geringe Hirnatrophie vorliegt, bislang keine spezifischen Blut- oder Liquor-basierten Biomarker identifiziert wurden und die Diagnose somit primär auf klinischen Kriterien beruht, gestaltet sich die Abgrenzung zur Depression häufig schwierig. Ziel der vorliegenden Studie ist es daher zu untersuchen, ob die Bestimmung von Neurofilament-Werten im Serum (sNfL) sowie die volumetrische Analyse vordefinierter Hirnregionen, darunter Frontallappen, Temporallappen, Gyrus cinguli, Cerebellum, Hippocampus und Amygdala, die Diagnostik der bvFTD verbessern und eine differenzierte Abgrenzung zur Depression bereits früh im Erkrankungsverlauf ermöglichen können. Analysiert wurden sNfL-Werte und T1-Sequenzen gemessen an einem 3T-Magnetresonanztomografen (MRT) bei n=166 Patient*innen mit bvFTD, n=84 Patient*innen mit Depression und n=36 Kontrollen. Die Messung der sNfL erfolgte mittels Immunoassay und die Volumen von Frontallappen, Temporallappen, Gyrus cinguli, Cerebellum, Hippocampus und Amygdala wurden mit Atlas-basierter Volumetrie bestimmt. Die statistische Auswertung erfolgte mittels der Open Source Software R. Gruppenunterschiede zwischen bvFTD und Depression wurden mithilfe von allgemeinen linearen Modellen, Receiver Operating Characteristic (ROC)-Analysen und einer Support-Vektor-Machine unter Berücksichtigung des Alters als Kovariate untersucht. Im Vergleich zur Depressions-Gruppe und den Kontrollen war der sNfL-Spiegel in der bvFTD-Gruppe erhöht, während das Volumen in allen vordefinierten Hirnregionen, mit Ausnahme des Cerebellums, vermindert war. Zwischen der Depressions-Gruppe und den Kontrollen zeigten sich keine signifikanten Unterschiede. Die stärkste Atrophie bei bvFTD im Vergleich zu Kontrollen fand sich in Amygdala und Hippocampus, gefolgt von Frontal- und Temporallappen. Sowohl sNfL als auch die volumetrischen MRT-Messungen zeigten eine hohe diagnostische Trennschärfe bei der Unterscheidung von bvFTD und Depressionen (Area under the curve (AUC)>0.9). Die höchste Sensitivität wurde für das Volumen der Amygdala (92 %) beobachtet, die höchste Spezifität für sNfL und das Frontallappenvolumen (jeweils 98 %). Klassifikationsmodelle auf Basis von Support-Vektor-Machines erreichten eine Balanced Reclassifikations Accuracy von bis zu 91 %, wobei sich die Kombination aus sNfL und Frontallappenvolumen als besonders leistungsfähig erwies. In der Subgruppenanalyse zeigte sich ein differenzierteres Bild. Die Subgruppe mit wahrscheinlicher bvFTD wies signifikant höhere sNfL-Spiegel als die Subgruppen mit möglicher bvFTD, Depressionen und die Kontrollgruppe auf. Die Subgruppe mit möglicher bvFTD unterschied sich hingegen nicht signifikant von der Depressions-Gruppe oder den Kontrollen. In den volumetrischen Analysen zeigten alle bvFTD-Subgruppen signifikant niedrigere Volumina im Vergleich zur Depressions-Gruppe, mit Ausnahme des Cerebellums. Die Gruppe mit möglicher bvFTD wies in mehreren Regionen (Frontallappen, Temporallappen, Gyrus cinguli, Hippocampus) signifikant niedrigere Volumina als die anderen beiden bvFTD-Subgruppen auf. In der Amygdala zeigten sich nur Unterschiede zur Gruppe mit wahrscheinlicher bvFTD. Die höchste diagnostische Trennschärfe wurde beim Vergleich zwischen Depression und wahrscheinlicher bvFTD erzielt. Insgesamt nahm die Ausprägung der Atrophie mit zunehmender Diagnosesicherheit zu. Während in der Gruppe mit möglicher bvFTD vor allem die Amygdala betroffen war, war die Atrophie in fortgeschritteneren Stadien zusätzlich im Frontallappen und Hippocampus besonders ausgeprägt. In der Gruppe der gesicherten bvFTD-Fälle waren mit Ausnahme des Cerebellums alle untersuchten Hirnregionen von deutlichen Volumenverlusten betroffen. Temporallappen und Amygdala erreichten AUC-Werte von 0.96 bei der Unterscheidung zwischen möglicher bvFTD und Depression, gefolgt von Frontallappen und Hippocampus (AUC=0.95). Für die Differenzierung von wahrscheinlicher bvFTD und Depression waren Frontallappen (AUC=0.99), Hippocampus (AUC=0.98) und Amygdala (AUC=0.98) am aussagekräftigsten. Der Biomarker sNfL zeigte mit einer AUC von 0.96 die stärkste Trennschärfe im Vergleich zwischen wahrscheinlicher bvFTD und Depression. Die Ergebnisse dieser Studie unterstreichen das diagnostische Potenzial von sNfL und volumetrischen MRT-Daten sowohl kortikaler als auch subkortikaler Regionen zur differenzialdiagnostischen Abgrenzung von bvFTD und Depressionen. Vor allem die Kombination beider Marker innerhalb maschineller Lernmodelle zeigte eine hohe diagnostische Genauigkeit. Im klinischen Alltag könnte die Kombination aus sNfL und volumetrischen MRT-Parametern eine zusätzliche diagnostische Absicherung darstellen, etwa um anlagebedingte Hirnatrophie nicht fälschlicherweise als krankheitsbedingt zu interpretieren oder erhöhte sNfL-Werte aufgrund möglicher Einflussfaktoren wie eingeschränkter Nierenfunktion oder erhöhtem BMI nicht zu überbewerten. Zusätzlich stellt die Subgruppenanalyse nach bvFTD-Diagnosesicherheit einen innovativen Ansatz dar. Besonders die Gruppe der möglichen bvFTD ist von diagnostischer Relevanz, da sie sich im Grenzbereich zwischen psychiatrischen und neurodegenerativen Erkrankungen bewegt. Die frühzeitige Differenzierung zwischen neurodegenerativen und psychiatrischen Erkrankungen ist eine wichtige Voraussetzung, um eine adäquate und gezielte Therapie zu ermöglichen.Item type: Item , The role of terminal complement activation in intervertebral disc degeneration(Universität Ulm, 2026-10-02) Kuhn, Amelie; Brenner, Rolf; Haffner-Luntzer, MelanieIntervertebral disc degeneration (DD) has been associated with complement activation, particularly terminal complement complex (TCC) deposition, but its functional role remains unclear. This thesis investigated the effects of terminal complement activation in intervertebral disc (IVD) cells, identified potential triggers of complement activation in degenerated IVD tissue, examined the expression of complement factors by IVD cells, and evaluated the role of TCC in DD progression using a C6-deficient rabbit model. An in vitro model of complement activation was established in human IVD cells to analyze complement-mediated regulation of catabolic and inflammatory factors. Immunohistochemical analyses of human degenerated IVD tissue and in vitro C5 cleavage assays were performed to identify potential trigger factors of complement activation in degenerated IVDs. Complement factor expression was assessed in native and cultured IVD cells. In vivo, DD was induced in C6-deficient rabbits by needle puncture or endplate (EP) drilling and evaluated by radiography and high-resolution MRI (11.7 T) . Zymosan-induced complement activation significantly increased the expression of the catabolic factors MMP1, ADAMTS4, and COX2 in AF cells, while the complement inhibitors Cp40 and eculizumab effectively inhibited terminal complement activation. Cathepsin D could be associated with increased TCC deposition in IVD tissue and directly cleaved complement factor C5 in vitro, identifying it as a potential trigger of complement activation in DD. IVD cells showed only minimal expression of complement factors, suggesting that complement components required for TCC assembly are more likely derived from infiltrating cells. EP drilling proved to be a suitable rabbit model of lumbar DD, inducing more severe degeneration than needle puncture. However, no significant differences in DD progression were detected between C6-deficient and C6-sufficient rabbits. These findings demonstrate that terminal complement activation promotes catabolic and inflammatory responses in IVD cells and support a role of complement activation in DD pathogenesis. While TCC appears to represent a marker rather than a central mediator of DD progression, complement activation products upstream of TCC, particularly the anaphylatoxin C5a, may play a more important pathogenic role. Overall, the complement system represents a promising target for future therapeutic approaches in DD.Item type: Item , Molecular diagnostics of trypanosomes in Neotropical bats: establishment, optimisation and comparative evaluation of detection methods(Universität Ulm, 2026-10-02) Cottontail, Veronika Maria; Wellinghausen, Nele; Barth, ThomasChagas’ disease, caused by the protozoan parasite Trypanosoma cruzi, is an important and re-emerging zoonotic infection in Latin America. The parasite circulates in complex transmission systems involving numerous mammalian reservoir hosts. Among these hosts, bats harbour a remarkable diversity of trypanosomes, including lineages closely related to T. cruzi. Because of their ecological diversity, high mobility and long evolutionary history, bats play an important role in neotropical ecosystems, yet their contribution to the maintenance and diversification of trypanosomatid parasites remains incompletely understood. Reliable molecular tools are therefore required to characterise parasite diversity in wildlife hosts without oversimplifying ecological relationships. The aim of this thesis was to establish, optimise and comparatively evaluate biomolecular methods for the detection and identification of trypanosomes in blood samples of two common frugivorous bat species, Artibeus jamaicensis and Artibeus lituratus, collected in Panama. The study addressed the question of which diagnostic approach provides the most reliable balance between analytical sensitivity, taxonomic specificity and compatibility with sequencing when applied to field-derived bat blood samples. A total of 302 bats were sampled under approved wildlife research permits, of which 256 samples were suitable for molecular analyses. Fluorescence in situ hybridisation was established using probes targeting Trypanosoma cruzi, Trypanosoma rangeli and broader kinetoplastid sequences. Despite systematic optimisation of fixation procedures, permeabilisation strategies, hybridisation conditions and probe concentrations, fluorescence in situ hybridisation proved insufficiently sensitive for reliable detection of trypanosomes in field-derived blood smears. In parallel, multiple polymerase chain reaction assays targeting kinetoplast minicircle DNA, the mini-exon gene, internal transcribed spacer regions and the small subunit ribosomal ribonucleic acid gene were evaluated. Minicircle-based assays demonstrated high analytical sensitivity attributable to the high copy number of kinetoplast DNA, but specificity was limited and sequencing of heterogeneous amplicons was often unreliable. In contrast, a nested polymerase chain reaction targeting the small subunit ribosomal ribonucleic acid gene provided consistent amplification, broad taxonomic coverage and robust compatibility with Sanger sequencing. Sequencing and phylogenetic analyses identified multiple trypanosome taxa within the sampled bat population, including the bat-associated lineage TcBat, Trypanosoma cruzi marinkellei, Trypanosoma rangeli, and additional molecular operational taxonomic units representing diverse kinetoplastid lineages. Phylogenetic reconstruction supported clear clustering of these taxa and revealed considerable genetic diversity within the investigated bat community. Direct comparison of diagnostic approaches demonstrated that light microscopy substantially underestimated infection diversity and failed to detect several taxa identified by molecular methods. Agreement analyses revealed variable concordance between microscopy and polymerase chain reaction–based assays, whereas nested polymerase chain reaction followed by sequencing provided the most reliable combination of sensitivity, specificity and taxonomic resolution. Overall, this work demonstrates that methodological choice strongly influences estimates of parasite diversity in wildlife hosts. While highly sensitive assays may increase detection rates, interpretability and phylogenetic resolution are essential for ecological and evolutionary inference. Nested polymerase chain reaction targeting the small subunit ribosomal ribonucleic acid gene combined with sequencing emerged as the most robust and practical diagnostic strategy for characterising bat-associated trypanosomes under both laboratory and field conditions. The results also highlight that ecological context, including habitat fragmentation and host community structure, can shape the diversity and distribution of trypanosome lineages in wildlife reservoirs. Together, these findings provide a methodological basis for future investigations of trypanosome diversity in wildlife hosts and contribute to a better understanding of the ecological and evolutionary dynamics of Trypanosoma cruzi–related lineages.Item type: Item , Einsatzmöglichkeiten und Evaluation von E-Learning als Weiterbildungsmethode für medizinisch-therapeutische Fachkräfte zu den Themen psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und Kinderschutz(Universität Ulm, 2026-10-02) König, Elisa; Fegert, Jörg M.; Böckers, AnjaDie hohe Prävalenz psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter sowie von Kindesmisshandlungen erfordert eine entsprechende Qualifikation von medizinisch-therapeutischen Fachkräften, damit sie kompetent in Prävention und Intervention agieren können. Dafür ist der Einsatz von E-Learning als berufliche Weiterbildungsmethode vielversprechend, da E-Learning einen niedrigschwelligen, leicht skalierbaren und flexiblen Zugang zu aktuellen Informationen bietet. Diese Dissertation beschäftigt sich mit der Frage, welche Einsatzmöglichkeiten und welcher Nutzen E-Learning im Kontext der beruflichen Weiterbildung von Fachkräften im Bereich psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und Kinderschutz birgt. Die Fokusse liegen dabei auf den Einsatzbereichen 1) Wissens- und Kompetenzvermittlung im Bereich institutioneller Kinderschutz, 2) Etablierung klinischer, spezifischer Versorgungsstandards psychisch erkrankter Kinder und Jugendlicher im Übergang von der kinder- in die jugendpsychiatrische Versorgung (Transitionsphase) und 3) Dissemination von klinischem Wissen zur evidenzbasierten Leitlinie zur Behandlung von nicht-suizidalem selbstverletzendem Verhalten. Bezugnehmend auf das Kirkpatrick-Modell zur Evaluation der Effektivität einer Weiterbildung werden dafür Evaluationen von vier Online-Kursen herangezogen: Die Effektivität bei der Vermittlung von Wissen und Kompetenzen von zwei Online-Kursen im Bereich institutioneller Kinderschutz wurde mithilfe einer randomisiert kontrollierten Studie mit Wartekontrollgruppe überprüft (Fokus auf Evaluationsebene II „Lernen“ des Kirkpatrick-Modells). Medizinisch-therapeutische Einrichtungen spielen nicht nur eine bedeutende Rolle als Kompetenzort für von Kindesmisshandlung betroffene Kinder und Jugendliche, in denen sie Hilfe und Unterstützung bekommen, sondern können auch selbst Ort von Misshandlungen sein. Institutionelle Schutzkonzepte sollen dafür sorgen, dass institutionsinterne Kindesmisshandlungen erkannt, unterbunden und im Idealfall frühzeitig verhindert werden. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Online-Kurse „Schutzkonzepte in Organisationen – Schutzprozesse partizipativ und achtsam gestalten“ und „Leitungswissen Kinderschutz in Institutionen – ein Online-Kurs für Führungskräfte“ effektive und gut akzeptierte Ansätze darstellen, die Kompetenzen der Teilnehmenden zu stärken, institutionelle Schutzkonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Damit stellen diese Kurse die ersten evaluierten Online-Kurse für institutionellen Kinderschutz dar. Das Ausmaß der Nutzendenakzeptanz und des Praxistransfers transitionsspezifischer klinischer Versorgungsstandards wurde bei einem Online-Kurs zu Transitionspsychiatrie untersucht (Fokus auf Evaluationsebene I „Reaktion“ und III „Verhalten“ des Kirkpatrick-Modells). Absolvent:innen des Online-Kurses gaben an, dass der Online-Kurs bereits im zeitlichen Verlauf der Kursbearbeitung dazu beigetragen habe, Versorgungsstandards für Patient:innen in der Transitionsphase zu etablieren, sowie die Motivation zur Umsetzung und die Überzeugung von der Sinnhaftigkeit von transitionsspezifischen Standards der Teilnehmenden gestärkt habe. Insgesamt zeigt die Evaluation, dass die Nutzerzufriedenheit mit dem Online-Kurs sehr hoch war. Allerdings gab es eine relativ hohe Abbruchquote, deren Ursache(n) sich nicht sicher ermitteln lässt/lassen. Als ein zentraler Faktor für den hohen Dropout scheint die mangelnde Unterstützung des beruflichen Umfelds für die Kursteilnahme plausibel. Dies verweist darauf, wie wichtig die Einbettung von Weiterbildungsangeboten in die vorhandenen Arbeitsstrukturen ist und welch ausschlaggebende Verantwortung Leitungskräfte bzw. Arbeitgeber haben, Mitarbeitende bei Weiterbildungen zu unterstützen. Dies ist die erste Evaluation eines umfassenden Online-Kurses zu Transition/Transitionspsychiatrie. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass E-Learning einen Beitrag dazu leisten kann, neue klinische Versorgungsstrukturen in die Praxis zu bringen. Zuletzt wurde die Effektivität von E-Learning als Disseminationsstrategie klinischer Leitlinien mit anderen Lehrformaten im Bereich nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten verglichen (Fokus auf Evaluationsebene II „Lernen“ und III „Verhalten“ des Kirkpatrick-Modells). Der Zuwachs an Wissen, Kompetenzen und positiven Einstellungen war im Vergleich zwischen einem Online-Kurs, einem Blended-Learning-Angebot und einer Printbroschüre gleich hoch. Jedoch zeigten die beiden E-Learning-Formate einen höheren Praxistransfer, wobei Blended-Learning die höchste Transferrate aufwies. Dies könnte jedoch auch mit dem größeren Bearbeitungsumfang der E-Learning-Formate im Vergleich zur Printbroschüre zusammenhängen. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass bei der Wahl des Lehrformats für die Dissemination der Leitlinien, Lernziele und vorhandene Ressourcen abgewogen werden müssen. Zusammengefasst zeigen die Studien einen breiten möglichen Einsatzbereich von E-Learning in der beruflichen Weiterbildung zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und zum Kinderschutz auf. Angesichts des hohen Handlungsbedarfs bei der Prävention und Intervention bei psychischen Störungen von Kindern und Jugendlichen sowie bei Kindesmisshandlungen ist es somit sinnvoll, das Potenzial von E-Learning für die berufliche Weiterbildung in diesen Themenbereichen weiter auszuschöpfen und auf die Erfahrungen in der Entwicklung und Evaluation weiter aufzubauen, um bestehende Lücken in der Qualifikation von Fachkräften sowie im Weiterbildungsangebot zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und zu Kinderschutz zu schließen.
