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AuthorMaier, Jenniferdc.contributor.author
Date of accession2017-07-31T06:45:53Zdc.date.accessioned
Available in OPARU since2017-07-31T06:45:53Zdc.date.available
Year of creation2016dc.date.created
Date of first publication2017-07-31dc.date.issued
AbstractZiel der vorliegenden Arbeit war es, anhand der Datenbank des TraumaRegister DGU® (TR-DGU) der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, relevante Unterschiede in der Versorgung, dem Verletzungsmuster und dem Outcome des Explosionstraumas gegenüber anderen Traumaarten zu erkennen, um damit mögliche Ansatzpunkte für die Verbesserung der Versorgungsqualität des Sanitätsdienstes der Bundeswehr im Einsatzland aufzuzeigen. Hierfür wurden die Daten von 137 Patienten ermittelt, die innerhalb des Heimatlandes ein Explosionstrauma erlitten und einen Injury Severity Score ≥ 5 aufwiesen. Um die Daten vergleichen zu können, wurden entsprechend dieser Einschlusskriterien drei Vergleichskollektive mit den Unfallarten „Penetrierendes Trauma“ (n=3865), „Verkehr“ (n=47581) und „Sturz“ (n=25850) gebildet. Das Alter der Patienten mit Explosionstrauma lag im Durchschnitt bei 39,5 Jahren und unterschied sich damit nur von dem Vergleichskollektiv „Sturz“, das mit durchschnittlich 52,8 Jahren ein wesentlich höheres Lebensalter aufwies. Das Explosionstrauma zeigte mit 90,4% gegenüber allen Vergleichskollektiven den größten Anteil männlicher Patienten. Weiterhin war die präklinische Versorgungszeit mit 74 Minuten gegenüber allen Vergleichskollektiven verlängert. Mit einem Anteil von 43,2% aller Patienten mit Explosionstrauma wies dieses Patientenkollektiv eine deutlich häufigere Verwendung des luftgebundenen Transports mittels Rettungshubschrauber auf als in den Vergleichskollektiven. Die präklinische Versorgung des Explosionstraumas unterschied sich von den Vergleichskollektiven insbesondere in der häufigeren Indikation zur Intubation (49,6%) und dem geringeren Einsatz an Katecholaminen (6,2%). Mit einer mittleren Dauer von 5,5 Tagen war die Beatmungszeit der Patienten mit Explosionstrauma im Vergleich am längsten. Von den Patienten mit Explosionstrauma war bei einem Anteil von 10,3% während des gesamten klinischen Verlaufs eine Gabe von Erythrozytenkonzentraten notwendig. Dieser Anteil war niedriger als in den Vergleichskollektiven. Der Trauma Associated Severe Hemorrhage (TASH)-Score unterschätzt die Wahrscheinlichkeit einer Massentransfusion insbesondere beim Explosionstrauma (berechnet vs. beobachtet: 5,0 vs. 12,5%). Die Dauer der intensivmedizinischen Versorgung war mit durchschnittlich 10,7 Tagen länger als in den anderen Patientenkollektiven. Betrachtet man die Gesamtdauer im Krankenhaus, war das Patientenkollektiv mit Verkehrsunfall die einzige Vergleichsgruppe, die die durchschnittliche Aufenthaltsdauer des Explosionstraumas von 21,5 Tagen übertraf. Mit einem Anteil von 27% Weichteilverletzungen und 10,2% Gesichtsverletzungen traten diese Verletzungen in dem Patientenkollektiv mit Explosionstrauma häufiger auf als in den Vergleichskollektiven. Dagegen war das Explosionstrauma die Unfallart, bei der Verletzungen des Thorax (25,5%), des Kopf-Hals-Bereichs (19,7%), der Extremitäten (19%) und des Abdomens (7,3%) am wenigsten vorkamen. Die Unfallart „Penetrierendes Trauma“ war die einzige Vergleichsgruppe, bei der die Komplikation eines Organversagens weniger häufig vorkam als bei den Patienten nach Explosionstrauma, bei denen sich der Anteil auf 36,4% belief. Betrachtet man die unterschiedlichen Organsysteme gesondert, zeigte sich beim Explosionstrauma gegenüber allen Vergleichskollektiven ein höherer Anteil an Herz-Kreislauf-Versagen, Lungenversagen, Koagulationsversagen sowie Nieren- und Leberversagen. Einzig das Organversagen des ZNS überwog bei der Unfallart „Sturz“. Mit einem Anteil von 28,6% aller Patienten mit Explosionstrauma wies dieses Patientenkollektiv den höchsten Anteil eines Multiorganversagens auf. Während der intensivmedizinischen Versorgungsphase entwickelte ein Anteil von 14,1% der Patienten mit Explosionstrauma als weitere Komplikation eine Sepsis und übertraf damit alle anderen Patientenkollektive. Ein Anteil von 10,2% der Patienten mit Explosionstrauma verstarb während des Krankenhausaufenthaltes, davon 2,9% innerhalb der ersten 24 Stunden. Damit ist die Letalität in den Vergleichskollektiven höher. Das Explosionstrauma ist das einzige Patientenkollektiv, in dem die Spätletalität dominiert. Auffällig ist die Diskrepanz der mit der Revised Injury Severity Classification berechneten erwarteten Letalität (RISC: 6,8%, RISC II: 7,5%) gegenüber der beobachteten Letalität (10,2%, 10,7%). Auch die Verletzungsschwere anhand des Injury Severity Scores wird beim Explosionstrauma mit 18 Punkten geringer eingeschätzt als in den Vergleichskollektiven. Da bestehende anatomisch orientierte Scoring-Systeme die Verletzungsformen des Explosionstraumas nicht gut abbilden können, sind sie somit nicht in der Lage die Verletzungsschwere eines Explosionstraumas präzise einzuschätzen. Mit den Ergebnissen unserer Arbeit konnte, wie bereits in mehreren Studien beschrieben, eine eingeschränkte Anwendbarkeit etablierter Scoring-Systeme auf das Explosionstrauma nachgewiesen werden.dc.description.abstract
Languagededc.language.iso
PublisherUniversität Ulmdc.publisher
LicenseStandarddc.rights
Link to license texthttps://oparu.uni-ulm.de/xmlui/license_v3dc.rights.uri
KeywordBlast injurydc.subject
KeywordTraumaregisterdc.subject
KeywordVerletzungsmusterdc.subject
KeywordVersorgungdc.subject
KeywordPrognosedc.subject
KeywordOutcomedc.subject
Dewey Decimal GroupDDC 610 / Medicine & healthdc.subject.ddc
MeSHBlast injuriesdc.subject.mesh
MeSHExplosionsdc.subject.mesh
MeSHTraumatologydc.subject.mesh
MeSHWounds and injuriesdc.subject.mesh
MeSHInjury severity scoredc.subject.mesh
MeSHData collectiondc.subject.mesh
TitleDas Explosionstrauma im TraumaRegister DGU® (TR-DGU) der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie – Verletzungsmuster, Versorgung, Prognose und tatsächliches Outcomedc.title
Resource typeDissertationdc.type
Date of acceptance2017-05-04dcterms.dateAccepted
RefereeHelm, Matthiasdc.contributor.referee
RefereeFriemert, Benediktdc.contributor.referee
DOIhttp://dx.doi.org/10.18725/OPARU-4460dc.identifier.doi
PPN1653843144dc.identifier.ppn
URNhttp://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:289-oparu-4499-3dc.identifier.urn
GNDTraumadc.subject.gnd
GNDExplosiondc.subject.gnd
GNDNotfallmedizindc.subject.gnd
FacultyMedizinische Fakultätuulm.affiliationGeneral
InstitutionBundeswehrkrankenhaus Ulm (BWK)uulm.affiliationSpecific
Shelfmark print versionW: W-H 15.216uulm.shelfmark
Grantor of degreeMedizinische Fakultätuulm.thesisGrantor
DCMI TypeTextuulm.typeDCMI
TypeErstveröffentlichunguulm.veroeffentlichung
CategoryPublikationenuulm.category
University Bibliographyjauulm.unibibliographie


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