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AuthorHolzinger, Kathrindc.contributor.author
Date of accession2017-02-03T12:48:14Zdc.date.accessioned
Available in OPARU since2017-02-03T12:48:14Zdc.date.available
Year of creation2015dc.date.created
Date of first publication2017-02-03dc.date.issued
AbstractDie vorliegende Arbeit soll zum Verständnis der Erkrankung Bulimia nervosa beitragen. Dazu wurde im Speziellen die Bindung und das Familienklima bei Patientinnen mit Bulimia nervosa im Vergleich zu gesunden Kontrollprobandinnen untersucht. Ergänzend wurde die allgemeine und essstörungsspezifische Psychopathologie beleuchtet. Es sollte geklärt werden, ob bei Patientinnen im Vergleich zu Kontrollprobandinnen häufiger eine Bindungsstörung vorliegt und wie diese charakterisiert ist. Des Weiteren wurde den Fragen nachgegangen, wie sich das Familienklima bei Patientinnen im Vergleich zu Kontrollprobandinnen unterscheidet, ob Personen mit Bindungsstörung ein erhöhtes Maß an Psychopathologie aufweisen und ob Patientinnen mit Bulimia nervosa mit Bindungsstörung ein erhöhtes Maß an essstörungsspezifischer Psychopathologie aufweisen. Im Rahmen einer Querschnittsstudie wurden 30 Patientinnen mit Bulimia nervosa und 30 nach Alter und Bildungsgrad parallelisierte Kontrollprobandinnen ohne Essstörung untersucht. Die Fragebögen Symptom-Checkliste-90-revised (SCL-90-R), Eating-Disorder-Examination-Questionnaire (EDE-Q), Eating-Disorder-Inventory-2 (EDI-2) und die Familienklimaskalen (FKS) fanden Anwendung. Die Bindung wurde mit dem Adult Attachment Projective Test (AAP), sowie dem Fragebogen The Experiences in Close Relationships – Relationship Structures Questionnaire (ECR-RS) untersucht. Beim AAP wird die Testperson gebeten, Geschichten zu Bildern, welche bindungsrelevante Inhalte wie z.B. Einsamkeit oder Trauer darstellen, zu erzählen. Es werden monadische Bilder, auf denen nur eine Person zu sehen ist, sowie dyadische Bilder, auf denen zwei Personen dargestellt sind, vorgelegt. Bei der Auswertung werden vier Bindungskategorien unterschieden: sicher, unsicher-distanziert, unsicher-verstrickt und unverarbeitetes Trauma. Bei den drei erstgenannten Bindungskategorien können bindungsrelevante Themen sinnvoll verarbeitet werden. Es liegt ein organisierter Bindungsstatus vor. Bei der Kategorie unverarbeitetes Trauma gelingt dies nicht. Es liegt ein desorganisierter Bindungsstatus vor. Die Ergebnisse zeigten, dass Patientinnen höchst signifikant höhere Werte für Psychopathologie (SCL-90-R) aufwiesen als Kontrollprobandinnen. Ebenso waren die essstörungsspezifischen Werte im EDI-2 im Falle der Patientinnen signifikant erhöht. Die Ergebnisse des EDE-Q ergaben, dass es sich um eine relativ stark beeinträchtigte Patientinnenstichprobe handelt. Im Vergleich zur Kontrollgruppe beschreiben die Patientinnen in ihren Herkunftsfamilien signifikant weniger Offenheit, weniger Zusammenhalt und mehr Leistungsorientierung. Außerdem wird weniger Wert auf aktive Freizeitgestaltung gelegt. Im ECR-RS berichten die Patientinnen im Vergleich zu den Kontrollprobandinnen signifikant mehr Angst und mehr Vermeidung. Dies zeigte sich sowohl in der Beziehung zur Mutter als auch in der Beziehung zum Vater. Patientinnen wurden im Vergleich zu Kontrollprobandinnen im AAP tendenziell häufiger als unsicher gebunden klassifiziert (p = 0,063). Patientinnen wiesen signifikant häufiger die Bindungsrepräsentation unverarbeitetes Trauma (desorganisierte Bindung) auf (p = 0,016). Die monadischen Bilder des AAP differenzieren besser zwischen Patientinnen und Kontrollprobandinnen als dyadische Bilder. Bei der Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Psychopathologie und Bindungsstörung wurde bei desorganisiert gebundenen Personen, verglichen mit organisiert gebunden Personen ein signifikant höheres Ausmaß an Depressivität sowie Aggressivität und Feindseligkeit festgestellt. Bei der Untersuchung des Zusammenhangs zwischen essstörungsspezifischer Psychopathologie und Bindungsstörung wurde kein signifikanter Unterschied zwischen organisiert und desorganisiert gebundenen Patientinnen nachgewiesen. Die Ergebnisse zum Familienklima stehen weitgehend im Einklang mit dem heutigen Forschungsstand. Aus den Ergebnissen zur Bindungsforschung dieser Arbeit lässt sich ableiten, dass Patientinnen mit Bulimia nervosa häufiger einen desorganisierten Bindungsstatus aufweisen als gesunde Kontrollprobandinnen. Dies sollte in zukünftigen Bindungsstudien sowie in den Psychotherapien berücksichtigt werden. Die Bindungsstörung der Patientinnen zeigt sich besonders in den monadischen Bildern, was auf Schwierigkeiten im Umgang mit dem Gefühl der Einsamkeit hinweist. Es scheint, als sei die Bindungsrepräsentation nicht ausschlaggebend für das Ausmaß der essstörungsspezifischen Psychopathologie. Vermutlich sind hier andere Mechanismen wirksam. Das Ausmaß der Belastung durch psychopathologische Symptome ist bei Personen mit desorganisierter Bindung höher als bei Personen mit organisierten Bindung.dc.description.abstract
Languagededc.language.iso
PublisherUniversität Ulmdc.publisher
LicenseStandarddc.rights
Link to license texthttps://oparu.uni-ulm.de/xmlui/license_v3dc.rights.uri
KeywordBindungsrepräsentationdc.subject
KeywordAdult Attachment Projectivedc.subject
KeywordFamilienklimadc.subject
KeywordUnverarbeitetes Traumadc.subject
Dewey Decimal GroupDDC 150 / Psychologydc.subject.ddc
Dewey Decimal GroupDDC 610 / Medicine & healthdc.subject.ddc
MeSHBulimia nervosadc.subject.mesh
MeSHFeeding and eating disordersdc.subject.mesh
MeSHObject attachmentdc.subject.mesh
MeSHParent-Child relationsdc.subject.mesh
TitleBindungsrepräsentation und Familienklima bei Patientinnen mit Bulimia nervosa und gesunden Kontrollprobandinnendc.title
Resource typeDissertationdc.type
Date of acceptance2016-12-16dcterms.dateAccepted
RefereeWietersheim, Jörn vondc.contributor.referee
RefereeZiegenhain, Utedc.contributor.referee
DOIhttp://dx.doi.org/10.18725/OPARU-4225dc.identifier.doi
PPN880441887dc.identifier.ppn
URNhttp://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:289-oparu-4264-0dc.identifier.urn
GNDBulimiedc.subject.gnd
GNDEssstörungdc.subject.gnd
GNDFamilienbeziehungdc.subject.gnd
GNDAffektive Bindungdc.subject.gnd
GNDPsychisches Traumadc.subject.gnd
FacultyMedizinische Fakultätuulm.affiliationGeneral
InstitutionUKU. Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapieuulm.affiliationSpecific
InstitutionUKU. Klinik für Kinder- und Jugendmedizinuulm.affiliationSpecific
Shelfmark print versionW: W-H 14.993uulm.shelfmark
Grantor of degreeMedizinische Fakultätuulm.thesisGrantor
DCMI TypeTextuulm.typeDCMI
TypeErstveröffentlichunguulm.veroeffentlichung
CategoryPublikationenuulm.category
Bibliographyuulmuulm.bibliographie


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