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AuthorHahne, Janinadc.contributor.author
Date of accession2022-01-27T13:22:04Zdc.date.accessioned
Available in OPARU since2022-01-27T13:22:04Zdc.date.available
Year of creation2020dc.date.created
Date of first publication2022-01-27dc.date.issued
AbstractDie nekrotisierende Enterokolitis (NEK) ist die häufigste gastrointestinale Erkrankung bei Frühgeborenen und zeigt im Gegensatz zur fokalen intestinalen Perforation (FIP) häufig letale Verläufe. Die Inzidenz verhält sich umgekehrt proportional zu Geburtsgewicht und Alter. 0,1-0,3 % aller Neugeborenen erkranken, davon bis zu 15 % mit einem Geburtsgewicht von <1500g. Die Mortalität beträgt auch heute noch zwischen 10 und 50 % je nach Krankheitsausmaß und kann bei besonders schweren Krankheitsverläufen mit Beteiligung des gesamten Darms auf bis zu 70 % ansteigen. Die Ätiologie ist noch weitestgehend unbekannt. Es gibt einige Vermutungen und Theorien zu der Entstehung einer NEK. Ursachen können virale oder bakterielle Infektionen, sowie eine Vorschädigung der Darmwand durch Minderperfusion, Hypoxämie oder toxische Schadstoffe sein. Man geht davon aus, dass durch diese Ursachen eine Perfusions- bzw. Oxygenierungsstörung des betroffenen Areals vorliegt, was zu einer lokalen Ischämie führt und die natürliche Integrität der Darmwand stört. Dadurch können potenziell pathogene Keime invadieren, welche dann an dieser Stelle eine Entzündungsreaktion auslösen. Dies führt zu einer disseminierten oder fleckförmigen entzündlichen Nekrose mit nachfolgender Durchwanderungsperitonitis und Sepsis. Diese Mechanismen werden bei Unreife des Kindes durch den unreifen Gastrointestinaltrakt, eine unreife Mikrozirkulationsregulation und eine unreife Immunantwort noch verstärkt. Die steigende Anzahl an überlebenden Frühgeborenen durch sich stetig verbessernde intensivmedizinische Betreuung verstärkt die Bedeutung von prädiktiven Risikofaktoren und Langzeitergebnissen der beiden Erkrankungen. Insbesondere im Hinblick auf das Langzeitoutcome und die Lebensqualität von überlebenden Patienten existieren bisher nur wenige Studien. Auch Lebensqualitätsuntersuchungen mit speziell für Kinder standardisierten Fragebögen fehlen bislang. In der vorliegenden Arbeit wurden die Daten von 76 Frühgeborenen mit NEK oder FIP ausgewertet, welche in den Jahren 2004 bis 2014 an der Uniklinik Ulm behandelt wurden. Die Datenerhebung erfolgte retrospektiv durch Akteneinsicht sowie prospektiv im Rahmen einer klinischen Nachuntersuchung. Zudem wurden pränatale Risikofaktoren im Rahmen eines Fragebogens zur Schwangerschaftsanamnese eruiert. Die Lebensqualität der Kinder wurde mit speziell für Kinder konzipierten Fragebögen (KINDL®-Fragebögen) erhoben. Die klinische Kontrollgruppe für das Langzeitoutcome bildeten 30 Patienten der Sektion Kinderchirurgie unter Ausschluss von Patienten mit vorangegangenen Bauchoperationen oder schwerwiegenden Fehlbildungen. Die in Studien am häufigsten genannten postnatalen Risikofaktoren wie Unreife des Kindes, Antibiotikatherapie und die Notwendigkeit von Sauerstoffapplikation konnten in unserer Studie bestätigt werden. Keine signifikanten Hinweise zeigten sich beim Alter der Mutter bei Geburt und im Hinblick auf besondere Ernährungs- und Lebensweisen (z.B. sozioökonomischer Status). Auch die mütterliche Medikamenteneinnahme während der Schwangerschaft ist Gegenstand vieler Studien. Insbesondere die pränatale Steroidgabe hat zu kontroversen Diskussionen geführt. Während sich in den meisten Studien ein protektiver Effekt von Steroiden auf die Entstehung einer NEK zeigt, findet sich in wenigen Studien auch das gegenteilige Ergebnis. In unserer Kohorte haben 88,5 % der Mütter pränatal Steroide zur Lungenreifungsinduktion erhalten. Ein negativer Effekt lässt sich daher nicht ausschließen und die Erhebung weiterer Studien mit größeren Kohorten ist essentiell. Im Kurzzeitoutcome zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Gruppen. Patienten mit perforierter NEK hatten häufiger postoperative Komplikationen, waren postoperativ länger intensiv- und beatmungspflichtig und blieben längere Zeit stationär. Es ist daher unbedingt notwendig das Krankheitsbild der NEK vor Eintritt einer Perforation frühzeitig zu erkennen, da diese direkt mit dem Kurzzeitoutcome korreliert. Auch das Langzeitoutcome korreliert direkt mit der Schwere der Erkrankung. Patienten mit einer perforierten NEK benötigten in den Jahren nach Geburt am häufigsten entwicklungsneurologische Förderung. In Bezug auf die körperliche Entwicklung zeigten sich in unserer Studie dagegen erfreulicherweise kaum Unterschiede zu gesunden Kindern. Je älter die Kinder desto mehr glichen sie sich ihrer gesunden Altersgruppe an. Zur Erfassung der Lebensqualität wurden die KINDL®-Fragebögen verwendet, welche in standardisierten Versionen sowohl für Eltern als auch für Kinder zur Verfügung stehen. Sowohl zwischen den Gruppen als auch im Vergleich zur gesunden Kontrollgruppe zeigten sich an der Uniklinik Ulm aus Sicht der Kinder in allen Altersgruppen keine signifikanten Unterschiede in der Lebensqualität. Betrachtet man die Lebensqualität aus Sicht der Eltern gleicht sich das Ergebnis mit zunehmendem Alter der Kinder an die gesunde Kontrollgruppe an. Insgesamt ist sowohl das Langzeitoutcome als auch die Lebensqualität von Kindern nach NEK oder FIP an der Uniklinik Ulm sehr gut. Das zeigt, dass die ärztliche Betreuung solcher Patienten durch spezialisierte Zentren mit erfahrener Kinderchirurgie erfolgen sollte.dc.description.abstract
Languagededc.language.iso
PublisherUniversität Ulmdc.publisher
LicenseCC BY 4.0 Internationaldc.rights
Link to license texthttps://creativecommons.org/licenses/by/4.0/dc.rights.uri
KeywordNekrotisierende Enterokolitisdc.subject
KeywordNEKdc.subject
KeywordFIPdc.subject
KeywordFokale intestinale Perforationdc.subject
Dewey Decimal GroupDDC 610 / Medicine & healthdc.subject.ddc
MeSHEnterocolitis, Necrotizingdc.subject.mesh
MeSHIntestinal perforationdc.subject.mesh
MeSHQuality of lifedc.subject.mesh
TitleOutcome von extrem frühgeborenen Kindern mit und ohne Darmperforation in Bezug auf die Lebensqualität und subjektive Zufriedenheit : Analyse von 2004 bis 2014dc.title
Resource typeDissertationdc.type
Date of acceptance2021-10-15dcterms.dateAccepted
RefereeSerra, Alexandredc.contributor.referee
RefereeSteinbach, Danieldc.contributor.referee
DOIhttp://dx.doi.org/10.18725/OPARU-41189dc.identifier.doi
PPN1787363082dc.identifier.ppn
URNhttp://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:289-oparu-41265-0dc.identifier.urn
GNDEnterokolitis necroticans neonatorumdc.subject.gnd
GNDDarmperforationdc.subject.gnd
GNDLebensqualitätdc.subject.gnd
FacultyMedizinische Fakultätuulm.affiliationGeneral
InstitutionUKU. Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgieuulm.affiliationSpecific
InstitutionUKU. Klinik für Kinder- und Jugendmedizinuulm.affiliationSpecific
Grantor of degreeMedizinische Fakultätuulm.thesisGrantor
DCMI TypeTextuulm.typeDCMI
CategoryPublikationenuulm.category
Bibliographyuulmuulm.bibliographie


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