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AuthorWiegers, Maikedc.contributor.author
Date of accession2016-08-12T14:15:48Zdc.date.accessioned
Available in OPARU since2016-08-12T14:15:48Zdc.date.available
Year of creation2016dc.date.created
Date of first publication2016-08-12dc.date.issued
AbstractAn der Modulation sexueller Funktionen sind eine Vielzahl von endokrinen, peripheren und zentralnervösen Prozesse beteiligt. Eine Reihe an funktionellen Magnetresonanztomographie-Studien (fMRT-Studie) zeigte dabei erhöhte subkortikale und kortikale neuronale Netzwerkaktivierungen, die den einzelnen Phasen des sexuellen Reaktionszyklus zugeordnet werden konnten. Über den Einfluss der verschiedenen Neurotransmitter auf die neuronalen Strukturen zur Verarbeitung sexueller Stimuli ist jedoch wenig bekannt. Die Aufklärung dessen ist nicht nur aus neurowissenschaflticher, sondern auch aus klinischer Sicht von Bedeutung, da sexuelle Funktionsstörungen eine häufige unerwünschte Arzneimittelwirkung von Antidepressiva und Antipsychotika sind. In einer fMRT-Studie mit gleichem Design wurden die neuronalen Korrelate visueller sexueller Stimulation und die subjektiv empfundene sexuelle Funktion unter dem selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Paroxetin und dem Dopamin-/Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Bupropion an gesunden Probanden untersucht. Um das Verständnis zum Einfluss monoaminerger Systeme auf die neuronalen Korrelate visueller sexueller Stimulation zu erweitern, führten wir eine randomisierte, placebokontrollierte fMRT-Studie an gesunden, heterosexuellen, männlichen Probanden unter noradrenerger und antidopaminerger Medikation im Vergleich zu Placebo durch. Aufgrund des bekannten gleichsinnigen Einflusses von Dopamin auf die sexuellen Funktionen, sowie bekannter sexueller Funktionsstörungen unter Antipsychotika, erwarteten wir unter antidopaminerger Medikation eine verminderte Aktivierung im menschlichen Belohnungssystem, einhergehend mit verminderter subjektiver sexueller Funktion. Noradrenerg wirksame Pharmaka wurden im Zusammenhang mit sexueller Funktion bisher nur in depressiven Kollektiven untersucht. Aufgrund des beschriebenen günstigen Effekts erwarteten wir hier eine un-veränderte beziehungsweise erhöhte neuronale Aktivierung mit unveränderter subjektiver sexueller Funktion. Im Rahmen der randomisierten, placebokontrollierten fMRT-Studie nahmen 19 Probanden getrennt durch eine 14-tägige Auswaschphase jeweils für sieben Tage 4 mg des selektiven Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmers Reboxetin, 200 mg des selektiven Dopamin-Antagonisten Amisulprid und Placebo ein. Als Stimulusmaterial diente eine etablierte Videoclip Aufgabe mit erotischen und emotional positiven Sequenzen. Mittels eines Selbstbeurteilungsfragebogens wurde die subjektive sexuelle Funktion unter der Studienmedikation erfasst. Darüber hinaus wurden weitere psychometrische Skalen und neuropsychologische Tests durchgeführt. Unter keinem der beiden Studienmedikamente kam es im Vergleich zu Placebo zu schweren unerwünschten Arzneimittelwirkungen, Sedierung oder Beeinflussung basaler kognitiver Funktionen, welche die Interpretation unserer Ergebnisse hätte konfundieren können. Unter Amisulprid zeigte sich weder eine Veränderung der subjektiven sexuellen Funktion, noch eine veränderte neuronale Aktivierung im Vergleich zu Placebo. Eine mögliche Erklärung könnte in der Pharmakodynamik des Wirkstoffes liegen, der in einer niedrigen Dosierung, wie wir sie in unserer Studie verwendet hatten, ein prodopaminerger Effekt zugeschrieben wird. Unter Reboxetin zeigte sich hingegen im Vergleich zu Placebo eine subjektiv verminderte sexuelle Funktion in mehreren Phasen des sexuellen Reaktionszyklus, die vermutlich durch die beobachtete verminderte neuronale Aktivierung im rechten Nucleus caudatus vermittelt wird. Dies wird durch die gefundene positive Korrelation der verminderten neuronalen Aktivierung in dieser Region mit dem subjektiv verminderten sexuellen Interesse gestützt. Eine noradrenerge Medikation scheint daher bei gesunden Probanden vorwiegend motivationale Aspekte sexueller Stimulation zu modulieren. Unsere Ergebnisse liefern erste Hinweise auf die zentralnervöse Ätiologie von verminderter sexueller Funktion unter noradrenergen Substanzen, wie sie auch in mehreren Fallberichten beschrieben wird. Aufgrund des dualen Wirkmechanismus von Amisulprid in Abhängigkeit von der Dosierung sollten weitere Untersuchungen mit ähnlichem Design bei gesunden Probanden unter unterschiedlicher Dosis durchgeführt werden. Zusammenfassend tragen unsere Studienergebnisse dazu bei, zentralnervös oder arzneimittelinduzierte sexuelle Funktionsstörungen ätiologisch aufzuklären beziehungsweise zumindest besser zu verstehen, um in Zukunft dadurch bedingter Therapieinadhärenz entgegenzuwirken.dc.description.abstract
Languagededc.language.iso
PublisherUniversität Ulmdc.publisher
LicenseStandard (ohne Print-on-Demand)dc.rights
Link to license texthttps://oparu.uni-ulm.de/xmlui/license_opod_v1dc.rights.uri
KeywordfMRTdc.subject
KeywordVisuelle sexuelle Stimulationdc.subject
Dewey Decimal GroupDDC 610 / Medicine & healthdc.subject.ddc
MeSHSexual behaviordc.subject.mesh
MeSHTomography, x-ray computeddc.subject.mesh
TitleNeuronale Korrelate der Verarbeitung visueller sexueller Stimulation unter Amisulprid und Reboxetin : eine placebokontrollierte fMRT-Studie an gesunden Probandendc.title
Resource typeDissertationdc.type
Date of acceptance2016-04-29dcterms.dateAccepted
RefereeAbler, Birgitdc.contributor.referee
RefereePinkhardt, Elmardc.contributor.referee
DOIhttp://dx.doi.org/10.18725/OPARU-4085dc.identifier.doi
PPN865996423dc.identifier.ppn
URNhttp://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:289-oparu-4124-2dc.identifier.urn
GNDSexualitätdc.subject.gnd
GNDSexuelle Reaktiondc.subject.gnd
GNDFunktionelle Kernspintomografiedc.subject.gnd
GNDAmisulpriddc.subject.gnd
GNDReboxetindc.subject.gnd
FacultyMedizinische Fakultätuulm.affiliationGeneral
InstitutionUKU. Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie IIIuulm.affiliationSpecific
InstitutionUKU. Klinik für Neurologieuulm.affiliationSpecific
Shelfmark print versionW: W-H 14.831uulm.shelfmark
Grantor of degreeMedizinische Fakultätuulm.thesisGrantor
DCMI TypeTextuulm.typeDCMI
TypeErstveröffentlichunguulm.veroeffentlichung
CategoryPublikationenuulm.category
University Bibliographyjauulm.unibibliographie


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