Show simple item record

AuthorScholz, Ingodc.contributor.author
Date of accession2016-06-27T08:13:19Zdc.date.accessioned
Available in OPARU since2016-06-27T08:13:19Zdc.date.available
Year of creation2016dc.date.created
Date of first publication2016-06-27dc.date.issued
AbstractZiel dieser Arbeit war es kasuistisch-deskriptive Verlaufstypologien zu finden und die Häufigkeit ihres Gebrauchs zu überprüfen (1), ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede darzustellen (2), ein integratives Modell zu entwickeln (3) und die Anwendung auf konkrete Fälle zu beurteilen (4). Die Suche nach gebräuchlichen Verlaufstypologien erfolgte über das Suchportal PubMed. Nach Auswahl relevanter Artikel blieben 23 Artikel übrig, die anschließend bezüglich mehrfach referenzierter Verlaufstypologien untersucht wurden. Dabei wurden neun Verlaufstypologien ermittelt und schließlich vier Konzepte der folgenden Autoren ausgewählt: M. Bleuler aufgrund seiner weiten Verbreitung, Huber et al. wegen der detaillierten Beschreibung des Outcomes, Leonhard aufgrund des engen Zusammenhangs zwischen Verlauf und Outcome und Watt et al. wegen der Einfachheit der Verlaufstypen. Als nächstes wurden die Verlaufstypologien verglichen. Dabei fiel auf, dass es in den jeweiligen Konzepten zu unterschiedlichen Ergebnissen kam. M. Bleuler bezog sich im Wesentlichen auf 208 Probanden, die nach E. Bleulers Schizophreniebegriff beurteilt wurden. Insgesamt stellte er acht Verlaufstypen auf. Zum Studienende konnte ein fünfjähriger, stabiler Outcome festgestellt werden: 13,7 % mit Heilung und 65,3 % mit stabilen Endzustand. Huber et al. stützten sich auf 504 Probanden, bei denen nach K. Schneider eine schizophrene Psychose diagnostiziert wurde. Durch die Differenzierung des Outcomes in dynamische Entgleisung, dynamische Insuffizienz und persönlichkeitsbezogene strukturelle Verformung legte er letztlich 15 Verlaufstypen fest. Zum Studienende lag ein stabiler Outcome in folgender Verteilung vor: 18,9 % Heilung und 54,2 % stabiles Residuum. Schizoaffektive Psychosen und katatone Initialsymptomatik waren mit einem günstigen, paranoid-halluzinatorische oder hebephrene Initialsymptomatik mit einem ungünstigen Outcome assoziiert. Leonhard untersuchte insgesamt 2 828 Probanden und teilte diese abhängig von Symptomen spezifischer Ausprägung und des Zusammenhangs mit anderen Symptomen in bestimmte Typen ein. Diese wurden drei großen Gruppen zugeordnet: die zykloiden Psychosen, die unsystematischen und die systematischen Schizophrenien. Die zykloiden Psychosen zeichneten sich durch eine stark schizoaffektive Symptomatik aus und 1275 Zusammenfassungen waren eng mit den unsystematischen Schizophrenien verwandt. In den systematischen Schizophrenien kam ausschließlich die traditionelle Einteilung in katatone, hebephrene und paranoide Symptomatik vor. Ein Wechsel von einem Verlaufstyp zu einem anderen war selten, während ein Wechsel von Pol zu Pol innerhalb eines Typs möglich war. Watt et al. erfassten mithilfe eines standardisierten Interviews 121 Probanden, die anhand der Present State Examination-Kriterien untersucht wurden. Abhängig von der erfassten Symptomanzahl und des Untersuchungszeitraums wurden die Probanden einer der vier Verlaufstypen zugeordnet. Für das integrative Modell wurden psychopathologische Merkmale der verschiedenen Verlaufstypologien anhand der Typbeschreibung und der Fallbeispiele der ausgewählten Konzepte miteinander verglichen. Insbesondere bei den Outcomes gab es die größten Definitionsunterschiede. Anhand der Ähnlichkeiten verschiedener Verlaufstypen gelang es ein integratives Modell mit insgesamt elf Typen zu erstellen. Zur Anwendung der Verlaufstypologien auf konkrete Fälle wurde auf bereits publizierte Kasuistiken von Patienten, die im Bezirkskrankenhaus Günzburg stationär behandelt wurden, zurückgegriffen. Damit ergaben sich zwölf Fälle, die retrospektiv ausgewertet, mit den Begriffen der Verlaufstypologien beschrieben und abschließend Verlaufstypen zugeordnet wurden. Auch bei eher lückenhafter Datenlage konnte in den meisten Fällen für jedes Konzept ein Verlaufstyp bestimmt werden. Schwierigkeiten traten auf, weil in einer Kasuistik die Symptomatik nicht durch die Present State Examination-Kriterien erfasst und so kein Outcome nach Watt et al. bestimmt werden konnte. In einer anderen Kasuistik ähnelte die Symptomatik zwei einfach-systematischen Schizophrenien, aber nicht der zugehörigen kombiniert-systematischen Schizophrenie nach Leonhard. M. Bleulers Verlaufstypologie scheint eher für den klinischen Alltag nützlich zu sein, während Hubers et al. und Leonhards Konzepte aufgrund ihres Detailreichtums auch für die wissenschaftliche Entschlüsselung geeignet sein können. Watts et al. Verlaufstypologie hat seine Stärken in der Möglichkeit einer Standardisierung, doch ist statt der Present State Examination-Kriterien eine umfangreichere Messskala, wie die Global Assessment Scale, empfehlenswert. Um den Verlauf schizophrener Psychosen weiter zu entschlüsseln, soll die Psychopathologie mit weiteren Fachgebieten verbunden werden, statt nur Merkmale auf der psychopathologischen Ebene zu betrachten. Verschiedene Modelle zur Integration von beispielsweise Genetik und Bildgebung existieren bereits. Diese gilt es in Zukunft zu überprüfen und zu verfeinern.dc.description.abstract
Languagededc.language.iso
PublisherUniversität Ulmdc.publisher
LicenseStandarddc.rights
Link to license texthttps://oparu.uni-ulm.de/xmlui/license_v3dc.rights.uri
KeywordVerlaufstypologiedc.subject
KeywordSchizophrene Psychosedc.subject
Dewey Decimal GroupDDC 610 / Medicine & healthdc.subject.ddc
MeSHSchizophreniadc.subject.mesh
MeSHTreatment outcomedc.subject.mesh
TitleVerlaufstypologien schizophrener Psychosen: eine retrospektive explorative Untersuchungdc.title
Resource typeDissertationdc.type
Date of acceptance2016-05-13dcterms.dateAccepted
RefereeJäger, Markusdc.contributor.referee
RefereeMesser, Thomasdc.contributor.referee
DOIhttp://dx.doi.org/10.18725/OPARU-4013dc.identifier.doi
PPN862805147dc.identifier.ppn
URNhttp://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:289-oparu-4052-1dc.identifier.urn
GNDSchizophreniedc.subject.gnd
FacultyMedizinische Fakultätuulm.affiliationGeneral
InstitutionUKU. Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie IIuulm.affiliationSpecific
Shelfmark print versionW-H 14.750uulm.shelfmark
Grantor of degreeMedizinische Fakultätuulm.thesisGrantor
DCMI TypeTextuulm.typeDCMI
TypeErstveröffentlichunguulm.veroeffentlichung
CategoryPublikationenuulm.category
Bibliographyuulmuulm.bibliographie


Files in this item

Thumbnail

This item appears in the following Collection(s)

Show simple item record