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AuthorMengele, Kathrindc.contributor.author
Date of accession2021-09-13T13:28:29Zdc.date.accessioned
Available in OPARU since2021-09-13T13:28:29Zdc.date.available
Year of creation2020dc.date.created
Date of first publication2021-09-13dc.date.issued
AbstractObgleich die Therapie der Multiplen Sklerose (MS) mit Mitoxantron im Laufe der letzten Jahre an Bedeutung verloren hat, spielt sie bei der Behandlung der sekundär progredienten MS (SP-MS) mit aufgesetzten Schüben, insbesondere mangels vielversprechenderer Therapiealternativen, immer noch eine wichtige Rolle. Bei der Behandlung der hochaktiven, schubförmigen MS (RR-MS) wird sie als Behandlungsmethode der 2. Wahl aufgeführt, wobei die Substanzen der 1. Wahl (Natalizumab, Ocrelizumab, Fingolimod) das Risiko einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) aufweisen. Zentraler Gegenstand der retrospektiven Studie war es, den Einfluss der Mitoxantron-Behandlung bei Patienten mit MS auf die Entwicklung der kardialen Funktionsparameter und die linksventrikuläre Pumpfunktion zu klären. Daneben sollte die Wirksamkeit und Effektivität der Mitoxantron-Therapie untersucht werden, um eine Aussage treffen zu können, welches Patientengut hinsichtlich Geschlecht und Verlaufsform besonders von einer Mitoxantron-Therapie profitiert. In die Studie wurden 56 Patienten der Fachklinik für Neurologie Dietenbronn mit gesicherter schubförmig remittierender oder sekundär progredienter Multipler Sklerose eingeschlossen, die im Zeitraum zwischen 2004 und 2010 mit Mitoxantron behandelt wurden. Die im Rahmen des Therapie-Monitorings durchgeführten kardialen Magnetresonanztomografien (MRT) wurden nach einheitlichem Standard mit Hilfe der digitalen Auswertesoftware Argus befundet. Für die Beurteilung der Effektivität der Mitoxantron-Behandlung wurden sowohl die Expanded Disability Status Scale (EDSS)-Werte als auch die Befunde der kranialen und spinalen Kernspintomografien aus den Patientenakten erhoben und analysiert. Unter der Mitoxantron-Therapie mit einer mittleren Mitoxantrondosis von 48 mg/m² Körperoberfläche (KOF) konnte eine statistisch signifikante Abnahme der Ejektionsfraktion (EF) (Wilcoxon Test, P-Wert 0,043) und des Herzzeitvolumens (HZV) (Wilcoxon Test, P-Wert 0,017) nachgewiesen werden, während die weiteren linksventrikulären Parameter (Herzfrequenz, Schlagvolumen, enddiastolisches und endsystolisches Volumen, enddiastolischer Durchmesser) keine relevanten Veränderungen zeigten. Dabei stellte sich das männliche Geschlecht als negativer Prädiktor für die Entstehung kardialer Nebenwirkungen mit signifikanter Abnahme der EF (Wilcoxon-Test, P-Wert 0,003, Mann-Whitney-U-Test, P-Wert 0,019) unter Mitoxantron-Therapie dar. Für die verabreichte kumulative Mitoxantrondosis und die immunsuppressive Vorbehandlung mit Methotrexat, Azathioprin oder Cyclophosphamid war zwar ebenfalls die klare Tendenz zu erkennen, dass das Risiko für eine Mitoxantron induzierte Kardiotoxizität mit Abnahme der Pumpfunktion erhöht ist, das Signifikanzniveau wurde hier jedoch nicht erreicht. Bei keinem der Patienten ergaben sich im Beobachtungszeitraum klinische Hinweise auf eine manifeste Herzerkrankung, während eine subklinische Reduktion der EF unter 50 % bei insgesamt drei Patienten des Gesamtkollektivs (6 %) detektiert werden konnte. Die EF stellte gleichzeitig den geeignetsten Parameter dar, um frühzeitig Hinweise auf eine beginnende Kardiotoxizität zu liefern. In Zusammenschau mit den Ergebnissen thematisch ähnlich ausgelegter, bereits publizierter Studien, scheint das Risiko für eine Mitoxantron induzierte Kardiotoxizität mit Entwicklung einer symptomatischen Herzerkrankung bis zu einer kumulativen Gesamtdosis von 72 mg/m² KOF gering zu sein. Eine Überschreitung der maximalen Kumulativdosis von 72 mg/m² KOF sollte weiterhin, entsprechend dem aktuellen Stand der Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, ausschließlich im Einzelfall unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung in Anbindung an ein MS Zentrum erfolgen. Essentiell ist dabei die sorgfältige Patientenauswahl unter Berücksichtigung der kardialen Risikofaktoren und einer immunsuppressiven Vormedikation. Wegen des erhöhten Risikos einer asymptomatischen Reduktion der Pumpfunktion unter der Therapie muss die Bedeutung eines engmaschigen kardialen Monitorings vor jedem Therapiezyklus und aufgrund der möglichen Spättoxizität, jährlich bis zu 5 Jahre nach Beendigung der Mitoxantron-Therapie, betont werden. Hinsichtlich der Effektivität der Mitoxantron-Therapie zeigte sich eine klare Tendenz, dass Männer und Patienten mit einer RR-MS, insgesamt einen stabileren klinischen Verlauf, gemessen am EDSS-Wert, aufwiesen, während im weiblichen Kollektiv (Wilcoxon Test, P-Wert 0,020) und bei Patienten mit SP-MS (Wilcoxon Test, P-Wert 0,031) ein signifikanter Anstieg des EDSS-Wertes im Beobachtungszeitraum vorlag. Für RR-MS Patienten deckt sich diese Erkenntnis auch mit der bedeutend größeren Anzahl an bildmorphologisch stabilen Befunden (48 vs. 36 %) und einer geringeren kernspintomografischen Befundprogredienz (64 %vs. 53%) unter Mitoxantrontherapie, so dass Mitoxantron, insbesondere bei Patienten mit RR-MS, immer noch eine effektive therapeutische Option darstellt.dc.description.abstract
Languagededc.language.iso
PublisherUniversität Ulmdc.publisher
LicenseCC BY 4.0 Internationaldc.rights
Link to license texthttps://creativecommons.org/licenses/by/4.0/dc.rights.uri
KeywordNeurologiedc.subject
KeywordKardiologiedc.subject
KeywordLinksventrikuläre Pumpfunktiondc.subject
KeywordEjektionsfraktiondc.subject
Dewey Decimal GroupDDC 610 / Medicine & healthdc.subject.ddc
MeSHMitoxantrone: Adverse effectsdc.subject.mesh
MeSHMultiple Sclerosis; Drug therapydc.subject.mesh
MeSHCardiotoxicitydc.subject.mesh
MeSHStroke volume; Drug effectsdc.subject.mesh
TitleEinfluss von Mitoxantron auf die linksventrikuläre Pumpfunktion in der Therapie der Multiplen Sklerosedc.title
Resource typeDissertationdc.type
Date of acceptance2021-04-16dcterms.dateAccepted
RefereeMauch, Erichdc.contributor.referee
RefereeBeer, Meinraddc.contributor.referee
DOIhttp://dx.doi.org/10.18725/OPARU-38791dc.identifier.doi
PPN1770735836dc.identifier.ppn
URNhttp://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:289-oparu-38867-9dc.identifier.urn
GNDMitoxantrondc.subject.gnd
GNDMultiple Sklerosedc.subject.gnd
GNDKardiotoxizitätdc.subject.gnd
FacultyMedizinische Fakultätuulm.affiliationGeneral
InstitutionFachklinik für Neurologie Dietenbronn GmbHuulm.affiliationSpecific
InstitutionUKU. Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologieuulm.affiliationSpecific
Grantor of degreeMedizinische Fakultätuulm.thesisGrantor
DCMI TypeTextuulm.typeDCMI
CategoryPublikationenuulm.category
Bibliographyuulmuulm.bibliographie


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