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AuthorTasche, Inga-Nicoladc.contributor.author
Date of accession2020-12-14T08:41:34Zdc.date.accessioned
Available in OPARU since2020-12-14T08:41:34Zdc.date.available
Year of creation2019dc.date.created
Date of first publication2020-12-14dc.date.issued
AbstractDie Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine Multisystemerkrankung, die sich im Verlaufe der Krankheit nicht nur auf motorische Bereiche des Gehirns und Rückenmarks, sondern auch auf präfrontale, temporale und parietale Bereiche ausweiten kann. In einem meist kurzen Krankheitsverlauf von 3 bis 5 Jahren kommt es zu einer zunehmendem Muskelparese und in vielen Fällen auch zu breitgefächerten kognitiven Einschränkungen der Patienten. Seit einigen Jahren werden im Rahmen von funktionellen Magnetresonanz-Tomographie-Messungen (fMRT-Messungen) sogenannter Resting-State-Netzwerke (RSN) die Konnektivität von bestimmten Neuronengruppen untersucht. Auf diese Weise wird versucht, derartige Veränderungen bei der ALS im Sinne eines Biomarkers festzustellen. Ferner wurden auch Kognitionsstudien mit neuropsychologischen Tests durchgeführt, um auch einen Einblick in die und Überblick von kognitiven Einschränkungen als Folge der ALS zu gewinnen. In dieser Studie wurden diese beiden Verfahren der neuropsychologischen Testung anhand des Edinburgh Cognitive and Behavioural ALS Screen (ECAS), eines kognitiven Screenings für ALS-Patienten, und der Resting-State-Konnektivität anhand von fMRT-Messungen von fünf Netzwerken kombiniert. Dazu wurde ein Kollektiv von 56 an ALS erkrankten Probanden und 30 gesunde Kontrollen retrospektiv untersucht. Alle Probanden wurden zuvor fMRT-Messungen unterzogen. Hierbei handelte es sich um Resting-State-Untersuchungen. Neben diesen Messungen im MRT wurden ferner alle Patienten anhand des ECAS neuropsychologisch getestet. Um die Krankheitsprogression zu bestimmen, wurde außerdem die Amyotrophic Lateral Sclerosis Functional Rating Scale (ALS-FRS) bei allen an ALS erkrankten Probanden angewendet. Für die Auswertung wurden folgende fünf Resting-State-Netzwerke untersucht: Das Motornetzwerk (MN), das Default Mode Netzwerk (DMN), das linke frontoparietale Netzwerk (LFPN), das rechte frontoparietale Netzwerk (RFPN) und das exekutive Kontroll-Netzwerk (ECN). Die MRT-Daten wurden anhand des Programms „Data processing assistent for Resting-State-fMRI“ (DPARSF) ausgewertet und Konnektivitätsänderungen in den Netzwerken der erkrankten Patienten sichtbar gemacht. Überprüft wurden folgende Hypothesen: Zunächst wurde in den Fokus gelegt, ob die Netzwerkkonnektivität im Krankheitsverlauf der ALS zunächst ansteigt und mit zunehmender Krankheitsprogression wieder abfällt. Ferner ob sich kognitive Veränderungen in diesen Gruppen auf die Netzwerkkonnektivitäten auswirkten. Dazu wurde das Probandenkollektiv zuerst nach kurzer und langer Krankheitsdauer und anschließend nach schneller und langsamer Krankheitsprogression eingeteilt. Die zweite Hypothese behandelte die Frage, ob im Patientenkollektiv ein Unterschied zwischen bulbärem und spinalem Krankheitsbeginn hinsichtlich der Netzwerkkonnektivität und kognitiven Einschränkungen zu sehen war. Es zeigte sich, abhängig von der Krankheitsprogression, eine zunächst gesteigerte Konnektivität verschiedener Netzwerke und anschließend ein Abfall dieser. Zudem war zu sehen, dass vor allem kognitive Bereiche wie der Sprachfluss, die Sprache und außerdem das Gedächtnis von Konnektivitätsänderungen betroffen waren. Außerdem zeigten sich signifikante Unterschiede im Vergleich von Patienten mit bulbärem und solchen mit spinalem Krankheitsbeginn. Dabei zeigte die bulbäre Gruppe größere Einschränkungen respektive Konnektivitätsänderungen in den Bereichen Sprachfluss. In dieser Arbeit konnte also gezeigt werden, dass die Netzwerkkonnektivität bei ALS-Patienten insgesamt während des Krankheitsverlaufes erst eine Zu- und später eine Abnahme erfährt. Eine Theorie hierbei ist zunächst ein Verlust inhibierender Neurone und gleichzeitig eine kompensierende Aktivitätssteigerung noch nicht untergegangener Neurone. Bei Fortschreiten der Krankheit schließlich gehen auch diese Neurone unter und es kommt zum Konnektivitätsabfall. Zudem machte sich ein Unterschied zwischen bulbären und spinalen Patienten deutlich vor allem in den Bereichen der Sprache und des Sprachflusses bei Patienten mit bulbärem Krankheitsbeginn Es ist jedoch wichtig zu sagen, dass die Abwesenheit von bulbären Symptomen nicht auch eine Abwesenheit von kognitiven Einschränkungen bedeutet. So fanden sich diese ebenso bei spinalen Patienten. Einschränkend muss miteinbezogen werden, dass es sich hier um eine deutlich unterschiedliche Gruppengröße von Patienten mit bulbärem Krankheitsbeginn im Vergleich zu Patienten mit spinalem Beginn handelte. Generell ist zu sagen, dass eine Kombination funktioneller Konnektivitätsmessungen und neuropsychologischer Testung ein vielversprechendes Verfahren darstellt, um die Pathologie der ALS besser zu verstehen und nicht nur motorische, sondern auch kognitive Defizite frühzeitig zu identifizieren und adäquat behandeln zu können.dc.description.abstract
Languagededc.language.iso
PublisherUniversität Ulmdc.publisher
LicenseStandarddc.rights
Link to license texthttps://oparu.uni-ulm.de/xmlui/license_v3dc.rights.uri
KeywordAmyotrophe Lateralsklerosedc.subject
KeywordALSdc.subject
KeywordIntrinsische funktionelle Konnektivitätdc.subject
KeywordBulbärer Krankheitsbeginndc.subject
KeywordResting-State-Netzwerkedc.subject
KeywordECASdc.subject
KeywordEdinburgh Cognitive and Behavioural ALS-Screendc.subject
KeywordALS-FRSdc.subject
KeywordDPARSFdc.subject
KeywordData processing assistent for Resting-State-fMRIdc.subject
Dewey Decimal GroupDDC 610 / Medicine & healthdc.subject.ddc
MeSHAmyotrophic lateral sclerosisdc.subject.mesh
MeSHNeuropsychological testsdc.subject.mesh
MeSHMagnetic resonance imagingdc.subject.mesh
TitleFunktionelle Konnektivität von Resting-State-Netzwerken im f-MRT und Kognition im Verlauf der Amyotrophen Lateralsklerose mit Berücksichtigung eines spinalen oder bulbären Krankheitsbeginnsdc.title
Resource typeDissertationdc.type
Date of acceptance2020-10-16dcterms.dateAccepted
RefereeLulé, Dorothéedc.contributor.referee
RefereeGraf, Heikodc.contributor.referee
DOIhttp://dx.doi.org/10.18725/OPARU-34082dc.identifier.doi
PPN1742819168dc.identifier.ppn
URNhttp://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:289-oparu-34144-8dc.identifier.urn
GNDMyatrophische Lateralsklerosedc.subject.gnd
GNDFunktionelle Kernspintomografiedc.subject.gnd
GNDKognitiondc.subject.gnd
GNDNeuropsychologischer Testdc.subject.gnd
FacultyMedizinische Fakultätuulm.affiliationGeneral
InstitutionUKU. Klinik für Neurologieuulm.affiliationSpecific
InstitutionUKU. Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie IIIuulm.affiliationSpecific
Grantor of degreeMedizinische Fakultätuulm.thesisGrantor
DCMI TypeTextuulm.typeDCMI
CategoryPublikationenuulm.category
Bibliographyuulmuulm.bibliographie


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