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AuthorLang, Sabrinadc.contributor.author
Date of accession2020-10-26T15:42:17Zdc.date.accessioned
Available in OPARU since2020-10-26T15:42:17Zdc.date.available
Year of creation2019dc.date.created
Date of first publication2020-10-26dc.date.issued
AbstractEinleitung: Der plötzliche Kreislaufstillstand ist in Europa ein häufiges Krankheitsbild mit hoher Mortalität, das aufgrund der kurzen Wiederbelebungszeit von Gehirn und Herz sehr zeitkritisch ist. Bereits früher konnte gezeigt werden, dass das Intervall zwischen Kreislaufstillstand und Beginn der Wiederbelebungsmaßnahmen entscheidend für die Prognose des Patienten ist. Gemeinhin wird postuliert, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit mit 10 % pro Minute abnimmt, ohne dass dies näher untersucht wurde. Seit Kurzem wird eine telefonische Anleitung zur Laienreanimation durch die Leitstelle zur Verbesserung des prähospitalen Ablaufes durch internationale Leitlinien empfohlen. Ziel dieser Doktorarbeit war es am Gesamtkollektiv des Deutschen Reanimationsregisters die Bedeutung des reanimationsfreien Intervalls auf das Überleben und die Möglichkeiten zur Beeinflussung des reanimationsfreien Intervalls zu untersuchen. Zudem wurde untersucht, welche Probleme es bei der telefonisch- gestützten Reanimation gibt und ob durch den Einsatz hiervon das reanimationsfreie Intervall verkürzt und möglicherweise das Outcome des Patienten verbessert werden kann. Material und Methoden: Das reanimationsfreie Intervall bezeichnet den Zeitraum zwischen Kollaps bis zum Einsetzen der Wiederbelebungsmaßnahmen. Die ROSC-Rate bezeichnet hingegen das Wiedereinsetzen eines Spontankreislaufs. Die Datengrundlage bietet das deutsche Reanimationsregister im Zeitraum 2010-2016. Ausgeschlossen wurden innerklinische Reanimationen, Rettungsdienste mit unvollständigen Weiterversorgungsdaten, sowie Reanimationsfälle, die nicht oder durch den Rettungsdienst oder Notarzt beobachtet wurden. Eingeschlossen wurden Reanimationsfälle, bei denen das reanimationsfreie Intervall bestimmt werden konnte und zwischen 0-28 Minuten lag. Die erste Analyse (A1) erfolgte anhand von Zeitgruppen (0- <3, 3-<6, 6-<9, 9-<12, 12-<15, 15-<18, 18-28 Minuten). Es wurde der Einfluss des reanimationsfreien Intervalls auf das Kurz- und Langzeitüberleben sowie die neurologische Erholung untersucht. In der zweiten Analyse (A2) wurden folgende Gruppen untersucht: Ersthelfer ohne Telefonanleitung (L-CPR), Ersthelfer mit Telefonanleitung (T-CPR), First Responder, Rettungsdienst oder Notarzt. In diesen 50 Gruppen wurde das reanimationsfreie Intervall und das Outcome untersucht. Die Telefonreanimation wurde ab 2010 empfohlen und in den Folgejahren langsam etabliert, daher wurde anhand der Göppinger Daten (B1) untersucht, ob der Herz-Kreislaufstillstand sicher erkannt wurde und warum keine Telefonreanimation erfolgte. Ergebnisse: Entsprechend der Ein- und Ausschlusskriterien wurden 5155 Patienten in den Zeitgruppen und 5076 in den Helfergruppen untersucht. In der Analyse zu den Zeitgruppen findet sich mit Zunahme des reanimationsfreien Intervalls von durchschnittlichen 0:50 ± 0:48 Min. auf 15:46 ± 0:49 Min. eine signifikante Abnahme der ROSC-Rate von 60,19 % auf 42,4 % (ROSC: OR= 2,05; CI 1,589-2,646 ; p < 0,01), sowie eine signifikante Abnahme des guten neurologischen Outcomes von 17,2 % auf 3,2 % (CPC: OR= 6,19; CI 3,151- 12,151; p< 0,01). Es zeigt sich für die ROSC-Rate ein linearer Abfall mit 1,41 % pro Minute. Demgegenüber lässt sich für die neurologische Erholung ein exponentieller Abfall über die Zeit feststellen. Damit ist die Hypothese widerlegt, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit mit 10 % pro Minute Zunahme des reanimatonsfreien Intervalls abnimmt. In der Analyse zu den Helfergruppen findet sich im Vergleich zwischen Telefonreanimation (T-CPR) und Rettungsdienst eine Abnahme der ROSC-Rate von 60,23 % auf 51,68 % (OR= 1,30; CI 1,114-1,518), sowie eine Abnahme eines guten CPC-Stadiums 1/2 von 15,2 % auf 8,2 % (OR= 1,91; CI 1,507-2,416). Diskussion: Beginnt die Reanimation erst verzögert, so sinkt die Chance die Reanimation mit guter neurologischer Erholung zu überleben exponentiell. Ebenso sinkt die ROSC-Rate mit steigendem reanimationsfreien Intervall (RFI) linear um ca. 1,4% ab. Dies ist u.a. durch die kurze Wiederbelebungszeit des Gehirns begründet. Die Arbeit zeigt klar, dass die höchsten Überlebensraten bei kurzem RFI erreicht werden. Hierzu ist u.a. eine hohe Laienreanimationsquote notwendig. Auch die telefonisch-gestützte Anleitung wird das RFI verkürzen, weil Laien erreicht werden, die initial nicht reanimiert hätten. Rettungsdienste sollten dafür Sorge tragen, dass die telefonisch-gestützte Anleitung flächendeckend und regelmäßig bei einem Kreislaufstillstand durchgeführt wird. Anhand der Auswertung am Standort Göppingen zeigt sich ein Abfrageproblem, da der Kreislaufstillstand nicht immer erkannt wurde und ein Schulungsproblem, da nicht bei jedem erkannten Kreislaufstillstand zur Reanimation angeleitet wurde.dc.description.abstract
Languagededc.language.iso
PublisherUniversität Ulmdc.publisher
LicenseStandard (ohne Print-on-Demand)dc.rights
Link to license texthttps://oparu.uni-ulm.de/xmlui/license_opod_v1dc.rights.uri
KeywordReanimationsfreies Intervalldc.subject
KeywordTelefonisch-gestützte Laienreanimationdc.subject
KeywordTelefon-Reanimationdc.subject
Dewey Decimal GroupDDC 610 / Medicine & healthdc.subject.ddc
MeSHCardiopulmonary resuscitationdc.subject.mesh
MeSHFirst aiddc.subject.mesh
MeSHHeart arrestdc.subject.mesh
MeSHResuscitationdc.subject.mesh
TitleDas reanimationsfreie Intervall: Bedeutung auf das Überleben und Möglichkeiten zur Beeinflussung : eine Analyse aus dem Deutschen Reanimationsregisterdc.title
Resource typeDissertationdc.type
Date of acceptance2020-07-17dcterms.dateAccepted
RefereeFischer, Matthiasdc.contributor.referee
RefereeBuckert, Dominikdc.contributor.referee
DOIhttp://dx.doi.org/10.18725/OPARU-33546dc.identifier.doi
PPN1736638386dc.identifier.ppn
URNhttp://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:289-oparu-33608-1dc.identifier.urn
GNDHerzstillstanddc.subject.gnd
GNDErste Hilfedc.subject.gnd
GNDWiederbelebungdc.subject.gnd
FacultyMedizinische Fakultätuulm.affiliationGeneral
InstitutionUKU. Klinik für Innere Medizin IIuulm.affiliationSpecific
Grantor of degreeMedizinische Fakultätuulm.thesisGrantor
DCMI TypeTextuulm.typeDCMI
CategoryPublikationenuulm.category
In cooperation withKlinik am Eichert (Göppingen)uulm.cooperation
University Bibliographyjauulm.unibibliographie


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