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AuthorStauß, Philipp Saschadc.contributor.author
Date of accession2020-10-13T14:15:48Zdc.date.accessioned
Available in OPARU since2020-10-13T14:15:48Zdc.date.available
Year of creation2019dc.date.created
Date of first publication2020-10-13dc.date.issued
AbstractDie Salienzattribution von Reizen aus der Klasse sogenannter Primärverstärker wird durch die zentralnervösen Strukturen des dopaminergen Belohnungssystems einschließlich der ventralen tegmentalen Area (VTA) vermittelt. In einer Vorläuferstudie zum hier dargestellten Forschungsprojekt konnte bereits in vivo und unter Einsatz der funktionellen Magnetresonanztomographie gezeigt werden, dass die intravenöse Gabe eines Bolus von 10 Gramm gelöster Glukose das Antwortverhalten der VTA auf Reize hochkalorischer Nahrungsmittel verändern kann. Das Ziel der aktuellen Studie war, zu prüfen, ob dieses Ergebnis auf die zweite Klasse von Primärverstärkern erweitert werden kann. Als Stimulusmaterial kamen daher sexuell erregende Reize in Form von Abbildungen unbekleideter Frauen zum Einsatz. Abbildungen bekleideter Frauen dienten als experimentelle Kontrollbedingung. Insgesamt wurden 37 gesunde, männliche Probanden untersucht. Das gesamte Experiment dauerte 24 Minuten und war unterteilt in vier Phasen zu je sechs Minuten. 18 Probanden erhielten nach einer Baseline-Phase von 6 Minuten einen Glukosebolus intravenös. In der Kontrollgruppe von 19 Probanden wurde keine Glukose gegeben. In der Zusammenschau der Ergebnisse konnte gezeigt werden, dass für alle Probanden vor Glukosegabe die VTA-Aktivität für nackte, weibliche Torsi signifikant höher war als für bekleidete Frauen. Nach Glukoseinfusion kehrte sich dieses Aktivierungsmuster während der dritten experimentellen Phase vorübergehend um, die Aktivität für bekleidete, weibliche Torsi war gegenüber der Aktivität für unbekleidete Frauen signifikant erhöht. Dieser Effekt kehrte sich in der vierten Phase des Experimentes wieder um. Bei den unbehandelten Probanden kam es zu keiner Modulation, die Signaldifferenz die mit der Verarbeitung der unbekleideten und bekleideten Torsi assoziiert war, blieb über die gesamte Experimentaldauer erhalten. In der explorativen Gesamthirnanalyse zeigte sich das oben beschriebene Verlaufsmuster ebenso für die linke Amygdala, die linke anteriore Insula, die anteriore mediale Substantia nigra, den rechten Hypothalamus und dorsalen Ncl. raphe. Für das extrastriäre Körperareal als Kontrollregion ergab sich zu jeder Zeit die zu erwartende höhere Aktivierung für nackte, weibliche Torsi infolge der reichhaltiger dargestellten Körpermerkmale. Eine Modulation durch Glukose zeigte sich nicht. Diese Ergebnisse reproduzieren damit weitgehend die Daten aus der vorangegangen Studie. Das Aktivierungsverhalten der VTA und nachgeordneter Strukturen durch sexuelle Stimuli als alternative primäre Verstärker lässt sich durch die systemische Anwendung von Glukose ebenso modulieren wie bei der Verarbeitung appetitlicher Lebensmittelreize. Für die anteriore Insula und den dorsalen Ncl. raphe nehmen wir aufgrund bislang nicht berichteter Glukosesensibilität eine Modulation durch vorangeschaltete, Salienz kodierende Gehirnstrukturen an. Hierfür würde infolge der Verbindungen zu diesen Strukturen vor allem die VTA in Frage kommen. Für die Amygdala wurde andererseits das Vorhandensein Glukose sensibler Neurone beschrieben, weshalb zum einen anzunehmen ist, dass die Glukoseeffekte dort möglicherweise direkt vermittelt sind und zum anderen, dass auch diese Struktur infolge ihrer Verbindungen am Antwortverhalten derjenigen Gehirnstrukturen beteiligt ist, die ebenso den geänderten Signalgang zeigen, aber eben nicht über Glukose sensitive Neurone verfügen. Die abschließende Kontrolle im extrastriären Körperareal legt die Spezifität der Glukose modulierenden Effekte nahe. Zwei Aspekte der vorliegenden Ergebnissituation erscheinen für zukünftige Studien interessant. Unter einer Anwendungsperspektive könnte geprüft werden, ob Glukose gewissermaßen als Adjuvans während verhaltenstherapeutischer Exposition eingesetzt werden kann, um den damit intendierten Prozess der Änderung der Salienzattribution zu stützen. Unter einer mehr grundlagenwissenschaftlich orientierten Perspektive legen diese Daten wie auch die Ergebnisse der Vorläuferstudie nahe, dass die Kodierung salienter Reize in der VTA und anschließender Gebiete möglicherweise durch laterale Inhibition als Mechanismus der Kontrastverstärkung erreicht wird. Für verschiedene Systeme der Sinneswahrnehmung ist dieser grundlegende Mechanismus bereits beschrieben worden. Es wäre damit naheliegend anzunehmen, dass auch motivational relevante Reize in ähnlicher Weise prozessiert werden.dc.description.abstract
Languagededc.language.iso
PublisherUniversität Ulmdc.publisher
LicenseStandarddc.rights
Link to license texthttps://oparu.uni-ulm.de/xmlui/license_v3dc.rights.uri
KeywordPositive Verstärkungdc.subject
KeywordSexualwissenschaftdc.subject
KeywordSuchtdc.subject
Dewey Decimal GroupDDC 610 / Medicine & healthdc.subject.ddc
MeSHVentral tegmental areadc.subject.mesh
MeSHGlucosedc.subject.mesh
MeSHRewarddc.subject.mesh
MeSHReinforcement, Psychologydc.subject.mesh
TitleGlukose vermittelte Modulation der Aktivierung Salienz kodierender Gehirnregionendc.title
Resource typeDissertationdc.type
Date of acceptance2020-08-07dcterms.dateAccepted
RefereeGrön, Georgdc.contributor.referee
RefereeAdolph, Oliverdc.contributor.referee
DOIhttp://dx.doi.org/10.18725/OPARU-33341dc.identifier.doi
PPN1735500615dc.identifier.ppn
URNhttp://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:289-oparu-33403-0dc.identifier.urn
GNDVentrale tegmentale Areadc.subject.gnd
GNDGlucosedc.subject.gnd
GNDSalienzdc.subject.gnd
GNDBelohnungdc.subject.gnd
GNDFunktionelle Kernspintomografiedc.subject.gnd
FacultyMedizinische Fakultätuulm.affiliationGeneral
InstitutionUKU. Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie IIIuulm.affiliationSpecific
InstitutionUniversitätsklinikum Ulmuulm.affiliationSpecific
Grantor of degreeMedizinische Fakultätuulm.thesisGrantor
DCMI TypeTextuulm.typeDCMI
CategoryPublikationenuulm.category
Bibliographyuulmuulm.bibliographie


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