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AuthorKindl, Danieldc.contributor.author
Date of accession2020-09-16T07:09:28Zdc.date.accessioned
Available in OPARU since2020-09-16T07:09:28Zdc.date.available
Year of creation2019dc.date.created
Date of first publication2020-09-16dc.date.issued
AbstractDie video-assisted thoracoscopic surgery (VATS)-Lobektomie wurde nach anfänglicher Skepsis mittlerweile in vielen Kliniken Deutschlands eingeführt und stellt eine Alternative zur offenen Lobektomie mit Thorakotomie dar. Eine Etablierung als neuer Gold-Standard für periphere Lungentumoren der Stadien I und II wird von Seiten der Befürworter immer wieder gefordert. Ziel dieser Studie war eine differenzierte Gesamtbeurteilung der VATS-Lobektomie im Vergleich zur offenen Lobektomie unter Miteinbeziehung aller behandlungsrelevanten Aspekte anhand eines repräsentativen Patientenkollektivs einer deutschen Klinik der Schwerpunktversorgung. Dabei sollte bewertet werden, ob sich mit der minimal-invasiven Operationstechnik mindestens gleichwertige Behandlungsergebnisse erzielen lassen und ökonomische Vorteile zu erreichen sind. Es erfolgte eine retrospektive Auswertung der Behandlungsdaten von Patienten mit Bronchialkarzinomen, die von 2014-2018 im Klinikum Esslingen operativ behandelt wurden. Von insgesamt 513 dieser Patienten wurden 290 Patienten in den Stadien I-IIIA in die Studie eingeschlossen, die entweder per offener Lobektomie bzw. Bilobektomie (196 Patienten) oder VATS-Lobektomie bzw. -Bilobektomie (94 Patienten) operiert wurden. Ausgeschlossen wurden Patienten mit anatomischen Segmentresektionen (15 Patienten), Manschettenresektionen (55 Patienten), Lobektomien und Bilobektomien in einem höheren Stadium als IIIA (51 Patienten), erweiterten Lobektomien oder Bilobektomien (35 Patienten), Pneumonektomien (38 Patienten) sowie erweiterten Pneumonektomien (29 Patienten). Die Kosten für die Operations (OP)-Saal-Belegung, das OP-Material und den Aufenthalt auf der Intensiv- und der Normalstation wurden ermittelt und mit den erhaltenen Diagnosis Related Groups (DRG)-Entgelten verrechnet. Zudem wurde eine Lebensqualitätsbefragung mit den Fragebögen Quality of Life Questionnaire (QLQ)-C30 und QLQ-LC29 der European Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC) durchgeführt. Die Studiengruppen waren hinsichtlich Geschlechterverteilung, Alter, Body-Mass-Index, Raucheranamnese, präoperativer Lungenfunktion, präoperativem American Society of Anesthesiologists (ASA)-Stadium, Karnofsky-Index, Komorbiditäten, Tumorlokalisation sowie Tumorhistologie ähnlich strukturiert. Unterschiede bei der Häufigkeit von Tumorstadien wurden für die Auswertung beachtet. Statistisch signifikante Vorteile der Behandlung per VATS-Lobektomie bestanden in einer kürzeren Nachbeatmung bei intubationspflichtigen Patienten, einer kürzeren Dauer der Parenchymleckage, einer früheren Entfernung der Thoraxdrainagen, einer geringeren Einschränkung durch die Operation sowie einer kürzeren Aufenthaltsdauer, sowohl auf der Intensiv- als auch auf der Normalstation. VATS-Patienten ohne Periduralkatheter (PDK) nutzten zudem signifikant seltener patientenkontrollierte Analgesie (PCA)-Pumpen als offen operierte Patienten ohne PDK. Es zeigten sich gleichwertige Ergebnisse hinsichtlich der Anzahl entfernter Lymphknoten bei der systematischen Lymphadenektomie, dem Erreichen tumorfreier Resektionsränder, dem perioperativen Blutverlust und der postoperativen inflammatorischen Reaktion. Intraoperative Komplikationen traten in beiden Gruppen ähnlich häufig auf. Technische Probleme und die Notwendigkeit zur Konversion bei VATS-Operationen waren selten. Komplikationen traten tendenziell seltener nach VATS-Lobektomien auf, bezüglich der postoperativen Morbidität und Letalität zeigten sich allerdings keine statistisch signifikanten Unterschiede und komplikationsbedingte Folgeaufenthalte sowie Re-Operationen waren in beiden Gruppen gleich häufig erforderlich. Operationsbedingte Beschwerden waren bei VATS-Patienten tendenziell geringer ausgeprägt, es bestanden jedoch keine signifikanten Unterschiede bei der postoperativen Lebensqualität der Patienten. Auch beim Langzeitüberleben ließen sich keine relevanten Unterschiede feststellen. Nachteile der VATS-Lobektomie bestanden in einer längeren OP-Dauer und einer längeren Belegung des OP-Saals. Die höheren Kosten für die Belegung des OP-Saals sowie höhere Materialkosten führten, trotz geringerer Kosten für den kürzeren Krankenhausaufenthalt, bei VATS-Patienten zu höheren Gesamtkosten. Dies minderte den Gewinn der Klinik, führte allerdings nicht zu finanziellen Verlusten. Geringere Folgekosten durch weniger Komplikationen bei VATS-Patienten konnten nicht festgestellt werden. Im zeitlichen Verlauf ließ sich allerdings mit zunehmender Erfahrung der Operateure die Möglichkeit zur Verkürzung der OP-Dauer und einer Senkung der Kosten für die OP-Belegung und das OP-Material feststellen. Die Behandlungskosten der VATS-Patienten ließen sich denen offen operierter Patienten annähern und konnten diese auch unterbieten. Zusammenfassend stellt die VATS-Lobektomie somit eine onkologisch und chirurgisch gleichwertige Behandlungsmöglichkeit zur offenen Lobektomie dar, von der sowohl die Patienten als auch das Behandlungszentrum profitieren können.dc.description.abstract
Languagededc.language.iso
PublisherUniversität Ulmdc.publisher
LicenseStandarddc.rights
Link to license texthttps://oparu.uni-ulm.de/xmlui/license_v3dc.rights.uri
KeywordVATSdc.subject
KeywordLungenkarzinomdc.subject
Keywordvideoassistiertdc.subject
Keywordthorakoskopischdc.subject
Dewey Decimal GroupDDC 610 / Medicine & healthdc.subject.ddc
MeSHLung neoplasmsdc.subject.mesh
MeSHPneumonectomydc.subject.mesh
MeSHThoracoscopydc.subject.mesh
MeSHThoracic surgical proceduresdc.subject.mesh
MeSHVideo-assisted surgerydc.subject.mesh
TitleRetrospektive vergleichende Analyse der videoassistierten thorakoskopischen Lobektomie versus offene Lobektomie bei Patienten mit Lungenkarzinomdc.title
Resource typeDissertationdc.type
Date of acceptance2020-07-31dcterms.dateAccepted
RefereeLiewald, Floriandc.contributor.referee
RefereeWeiß, Manfreddc.contributor.referee
DOIhttp://dx.doi.org/10.18725/OPARU-33084dc.identifier.doi
PPN1733193782dc.identifier.ppn
URNhttp://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:289-oparu-33146-4dc.identifier.urn
GNDLungenkrebsdc.subject.gnd
GNDLobektomiedc.subject.gnd
GNDOperative Thorakoskopiedc.subject.gnd
FacultyMedizinische Fakultätuulm.affiliationGeneral
InstitutionUKU. Klinik für Anästhesiologieuulm.affiliationSpecific
Grantor of degreeMedizinische Fakultätuulm.thesisGrantor
DCMI TypeTextuulm.typeDCMI
CategoryPublikationenuulm.category
University Bibliographyjauulm.unibibliographie


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