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AuthorMilani, Marcelladc.contributor.author
Date of accession2020-08-20T12:52:02Zdc.date.accessioned
Available in OPARU since2020-08-20T12:52:02Zdc.date.available
Year of creation2019dc.date.created
Date of first publication2020-08-20dc.date.issued
AbstractDie koronare Herzerkrankung gehört zu den häufigsten Todesursachen sowohl weltweit als auch in Deutschland. Für die Entstehung dieser chronischen Erkrankung konnten in diversen Studien neben somatischen Faktoren auch das Vorhandensein von Depression, Angsterkrankungen sowie das Ausmaß bestimmter Persönlichkeitszüge als risiko- und prognoserelevant ermittelt werden. Aktuell ist die Koronarangiographie als Diagnose- und Therapieinstrument bei der koronaren Herzerkrankung als Goldstandard in den Kliniken in Deutschland etabliert. Hierdurch wird aktiv in den chronisch verlaufenden Krankheitsprozess eingegriffen. Die Therapie der Patienten fokussiert auf der Reduktion der somatischen Risikofaktoren, der Stellenwert psychiatrischer und psychosozialer Bereiche wird in der Akutklinik oft nur nachrangig betrachtet, obwohl diese Faktoren nachweislich einen hohen Stellenwert bei Entstehung, Verlauf und Prognose der koronaren Herzerkrankung haben. In der hiesigen Studie wurden die Auswirkungen der Koronarangiographie auf die Befindlichkeit der Patienten näher untersucht. Zudem wurde ermittelt, inwiefern sowohl klinische als auch psychische und ressourcenbezogene Faktoren mit dem koronarangiographischen Befund zusammenhängen. Hierfür wurden den Patienten am Tag vor und am Tag der Koronarangiographie unmittelbar im Anschluss an die Untersuchung und Befundmitteilung jeweils identische Selbstbeurteilungsinstrumente in Form von Fragebögen ausgehändigt. Diese umfassten Tests zur Ermittlung von Depressions- und Angsterkrankungen (Hospital Anxiety and Depression Scale Deutsche Version, Generalized Anxiety Disorder 7, Beck-Depressions-Inventar II), zur Evaluierung der persönlichen Ressourcen (Internale-Externale Kontrollüberzeugung, Brief Resilient Coping Scale, Generalisierte Selbstwirksamkeit), zur Messung der Befindlichkeit (Befindlichkeitsskala von v. Zerssen) als auch zur Einordnung der Persönlichkeitsdimensionen anhand des Big Five Inventory. Zur Anwendung kamen deskriptive Statistik, bivariate, logistische als auch multinomiale Regressionsanalysen. Insgesamt konnten 67 Probanden für die Studie gewonnen werden. Die Intervention erfolgte größtenteils aufgrund Angina Pectoris, bei zwei Drittel der Patienten musste während der Koronarangiographie mindestens eines oder mehrere Gefäße interveniert werden. Die Patienten zeigten keine pathologisch erhöhten Werte für Angst- oder Depression. Im prä-post-Vergleich veränderte sich nach der Herzkatheteruntersuchung signifikant die Befindlichkeit anhand der Befindlichkeitsskala von v. Zerssen als auch die Depressivität (Beck-Depressions-Inventar II). Bei der Befindlichkeitänderung konnten Extraversion und der koronarangiographische Befund, bei der Depressivität unter anderem Extraversion und Neurotizismus als Prädiktoren ermittelt werden. Bei der differentiellen Untersuchung der Veränderungsrichtung der untersuchten Variablen zeigte sich insgesamt eine Verbesserung von Angstsymptomatik, Depressivität als auch Befindlichkeit nach der Koronarangiographie. Im logistischen Regressionsmodell konnten Familienstand „in Partnerschaft lebend“ und ein höherer Neurotizismus-Grad mit einer signifikanten Verbesserung der Befindlichkeit assoziiert werden. Eine Verbesserung der Depressivität ist nur assoziiert mit dem Familienstand. Das männliche Geschlecht sowie ein höheres Alter korrelieren mit dem Schweregrad des angiographischen Befundes. Bei Berücksichtigung psychiatrischer und psychosomatischer Faktoren zeigte sich zudem, dass bei Erhöhung des Neurotizismus-Wertes um einen Punkt das Risiko, in die Gruppe der Mehrgefäß-Erkrankungen zu gelangen, um 1600% erhöht ist im Vergleich zur Gruppe ohne pathologischen Befund. Das persönliche Ressourcenprofil der Studienteilnehmer wurde durch die Intervention nicht beeinflusst und war stabil. Insgesamt ist die Anzahl an Studienteilnehmern klein, dennoch erweist sie sich als repräsentativ für das Gesamtkollektiv der im Studienzeitraum mittels Koronarangiographie behandelten Patienten. Auffällig und beachtenswert ist in Zusammenschau der Ergebnisse die Rolle der Persönlichkeitsdimensionen. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass psychosoziale und Persönlichkeitsfaktoren relevant sind für die Schwere der koronaren Erkrankung und für die Verarbeitung diagnostischer und invasiver therapeutischer Maßnahmen. Im klinischen Alltag sollten daher Persönlichkeitsfaktoren im Umgang mit kardiologischen Patienten Berücksichtigung finden.dc.description.abstract
Languagededc.language.iso
PublisherUniversität Ulmdc.publisher
LicenseStandard (ohne Print-on-Demand)dc.rights
Link to license texthttps://oparu.uni-ulm.de/xmlui/license_opod_v1dc.rights.uri
Dewey Decimal GroupDDC 150 / Psychologydc.subject.ddc
Dewey Decimal GroupDDC 610 / Medicine & healthdc.subject.ddc
MeSHCoronary angiography; Psychologydc.subject.mesh
MeSHNeuroticismdc.subject.mesh
MeSHSelf-efficacydc.subject.mesh
TitleVeränderung der psychischen Befindlichkeit nach Durchführung einer Koronarangiographiedc.title
Resource typeDissertationdc.type
Date of acceptance2020-07-16dcterms.dateAccepted
RefereeValdés-Stauber, Juandc.contributor.referee
RefereeSeeger, Floriandc.contributor.referee
DOIhttp://dx.doi.org/10.18725/OPARU-32592dc.identifier.doi
PPN1728289157dc.identifier.ppn
URNhttp://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:289-oparu-32654-1dc.identifier.urn
GNDKoronarographiedc.subject.gnd
GNDBefindlichkeitdc.subject.gnd
GNDNeurotizismusdc.subject.gnd
GNDSelbstwirksamkeitdc.subject.gnd
GNDDepressivitätdc.subject.gnd
FacultyMedizinische Fakultätuulm.affiliationGeneral
InstitutionUKU. Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Iuulm.affiliationSpecific
Grantor of degreeMedizinische Fakultätuulm.thesisGrantor
DCMI TypeTextuulm.typeDCMI
CategoryPublikationenuulm.category
Bibliographyuulmuulm.bibliographie


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