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AuthorSiewert, Michaeldc.contributor.author
Date of accession2020-07-13T13:23:35Zdc.date.accessioned
Available in OPARU since2020-07-13T13:23:35Zdc.date.available
Year of creation2019dc.date.created
Date of first publication2020-07-13dc.date.issued
AbstractBlindheit stellt für den menschlichen und tierischen Organismus, unabhängig vom Eintrittszeitpunkt, einen erheblichen Nachteil des evolutiven Nutzens von Augen auf den Lichtschein dar. Diese Einschränkung dokumentiert sich in zahlreichen humoralen und morphologischen Veränderungen. Ziel der durchgeführten Untersuchung war es, mit Hilfe einer systematischen Literaturrecherche, den bisherigen Erkenntnisstand zu den durch visuelle Deprivation ausgelösten hormonellen und morphologischen Veränderungen im Organismus bei Menschen und Tieren aufzuzeigen. Durch die Entwicklung neuer computergestützter bildgebender Verfahren und statistischer Auswertungsmethoden konnte in den vergangenen Jahren das Spektrum der Untersuchungen auch beim Menschen in vivo erweitert werden, so dass der Versuch unternommen wurde, diese mit den histologischen Ergebnissen aus den Untersuchungen an Tieren zu vergleichen. Darüber hinaus wurde überprüft, in welchem Ausmaß sich der Zeitpunkt des Eintritts der Erblindung und eine erhaltene Lichtscheinwahrnehmung auf den Organismus auswirkt und ob eingetretene Veränderungen nach Beseitigung der Erblindung reversibel sind. Es konnte gezeigt werden, dass die intakte Lichtperzeption bei Tieren und Menschen eine starke Auswirkung auf die tageszeitlichen Rhythmen von Melatonin, Cortisol und der Eosinophilen hat, und die Funktion der Gonaden, das Wachstumshormon, den Glukose- und Wasserhaushalt sowie den Leberstoffwechsel beeinflusst. Von zentraler Bedeutung ist hierbei die im Rahmen des photoneuroendokrinen Systems stattfindende Melatoninsynthese durch die Zirbeldrüse. Durch Störung oder Blockade der Lichtscheinwahrnehmung kommt es zu einer Erhöhung der Plasmamelatoninkonzentration und einem veränderten Melatoninrhythmus mit Beeinträchtigungen der endokrinen Homöostase in Form einer geringeren Wachstumsentwicklung durch verminderte Wachstumshormon-Sekretion, durch Sekretionsstörung des adrenocorticotropen Hormons zu verringerten Cortisolwerten und zu einer Phasenverschiebung des Cortisolrhythmus mit Verminderung seiner Wirkung auf katabole Stoffwechselvorgänge. Darüber hinaus zu Unregelmäßigkeiten der Gonadotropin-, Prolaktin- und Testosteron-Sekretion, mit Auswirkungen auf die Pubertät und Menarche. Der bei Tieren detektierte Mechanismus einer verminderten Thyreotropin-Freisetzung mit Beeinflussung der Schilddrüse und negativer Rückkopplung auf die Reproduktionsfunktion konnte hingegen beim Menschen nicht ermittelt werden. Die Ergebnisse zeigen weiterhin, dass die kortikale Entwicklung über früh im Leben erhaltene visuelle Erfahrungen moduliert wird und sich morphologische Veränderungen nach visueller Deprivation über weite Teile des zentralen Nervensystems erstrecken. Dabei lassen sich degenerativ-atrophische von hypertrophischen Veränderungen abgrenzen. Während sich erstere im Bereich des visuellen Komplexes unabhängig vom Eintrittszeitpunkt der Deprivation nachweisen lassen, werden hypertrophische Veränderungen in sensorischen und sensomotorischen Assoziationsarealen gesehen, die nicht der Deprivation unterliegen. Diese können als kompensatorische Anpassungsvorgänge des Zentralnervensystems gewertet werden, um die deprivierten kortikalen Bereiche in ein neues Geflecht mit anderen, nicht-deprivierten sensorischen Modalitäten einzubinden. Dabei ist das Ausmaß der Veränderungen sowohl vom Eintrittszeitpunkt als auch vom Grad der Deprivation abhängig.dc.description.abstract
Languagededc.language.iso
PublisherUniversität Ulmdc.publisher
LicenseStandard (ohne Print-on-Demand)dc.rights
Link to license texthttps://oparu.uni-ulm.de/xmlui/license_opod_v1dc.rights.uri
Dewey Decimal GroupDDC 610 / Medicine & healthdc.subject.ddc
MeSHBlindnessdc.subject.mesh
MeSHHormonesdc.subject.mesh
MeSHCentral nervous systemdc.subject.mesh
TitleHumorale und morphologische Veränderungen bei visueller Deprivationdc.title
Resource typeDissertationdc.type
Date of acceptance2020-06-25dcterms.dateAccepted
RefereeLang, Gerhard K.dc.contributor.referee
RefereeWenderlein, J. Matthiasdc.contributor.referee
DOIhttp://dx.doi.org/10.18725/OPARU-32252dc.identifier.doi
PPN1724617796dc.identifier.ppn
URNhttp://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:289-oparu-32314-1dc.identifier.urn
GNDErblindungdc.subject.gnd
GNDHormondc.subject.gnd
GNDZentralnervensystemdc.subject.gnd
FacultyMedizinische Fakultätuulm.affiliationGeneral
InstitutionUKU. Klinik für Augenheilkundeuulm.affiliationSpecific
InstitutionUKU. Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfeuulm.affiliationSpecific
Grantor of degreeMedizinische Fakultätuulm.thesisGrantor
DCMI TypeTextuulm.typeDCMI
CategoryPublikationenuulm.category
University Bibliographyjauulm.unibibliographie


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