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AuthorPfaue, Anja Nadinedc.contributor.author
Date of accession2020-01-22T15:59:12Zdc.date.accessioned
Available in OPARU since2020-01-22T15:59:12Zdc.date.available
Year of creation2018dc.date.created
Date of first publication2020-01-22dc.date.issued
AbstractAkute Angioödeme sind plötzlich auftretende Schwellungen der Haut und Schleimhäute, die durch unterschiedlichste pathophysiologische Mechanismen verursacht werden können. Bei einer Manifestation im Bereich der oberen Atemwege können sie zu lebensbedrohlichen Obstruktionen führen. Eine schnelle und effektive Therapie ist deshalb unerlässlich. Eine genaue Differenzierung der unterschiedlichen Angioödemursachen ist im Notfall aufgrund der zeitaufwändigen Labordiagnostik jedoch sehr schwierig und nur mit Hilfe einer ausführlichen Anamnese sowie anhand des klinischen Erscheinungsbildes möglich. Eine für die klinische Praxis sinnvolle Einteilung anhand der Mediatoren, Histamin und Bradykinin, ist entscheidend bei der Therapieauswahl sowie für den weiteren Krankheitsverlauf. In diese retrospektive Analyse wurden alle Patienten, die sich mit akut symptomatischen Angioödemattacken in einem Zeitraum vom 01.10.2010 bis zum 30.09.2016 in der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie des Universitätsklinikums Ulm erstmalig vorstellten, eingeschlossen. Die Datenerhebung erfolgte aus der klinikeigenen elektronischen Patientenakte. Ausgewertet wurden die Angioödemursachen, Schwellungslokalisationen, das zeitliche Auftreten, der Krankheitsverlauf sowie das Therapiemanagement. Insgesamt ergaben sich so 203 Fälle. Medikamenten-induzierte (RAE) und Mastzellmediator-vermittelte Angioödeme waren mit 41,4% und 24,6% am häufigsten. In 23,6% blieb die Angioödemursache unklar. Hereditäre Angioödem (HAE) traten mit 3,4% nur selten auf. Differentialdiagnosen wie entzündliche und durch eine mechanische Reizung verursachte Schwellungen machten insgesamt nur 6,9% aus. Die meisten RAE wurden durch Angiotensin-Converting-Enzyme-Hemmer verursacht (79,8%). Unter den HAE war der Typ I (85,7%) am häufigsten. Das durchschnittliche Alter aller Patienten zum Zeitpunkt der akuten Symptomatik lag bei 57,5 Jahren. Patienten mit RAE waren, mit einem mittleren Alter von 69,9 Jahren, statistisch signifikant älter als alle anderen. Insgesamt waren die Patienten in 52,7% weiblichen und in 47,3% männlichen Geschlechts. Am häufigsten (59,6%) befanden sich die Schwellungen enoral. Angioödeme im Bereich der Extremitäten, Genitalien und gastrointestinale Beschwerden traten fast ausschließlich bei HAE auf. Es zeigte sich eine weitgehend gleichmäßige saisonale Verteilung aller Angioödemattacken über das Jahr sowie eine Häufung in den frühen Morgenstunden (44,4%) und innerhalb des Bereitschaftsdienstes (16:15 - 07:45 Uhr, 66,7%). Die Zeitspanne der Einnahmedauer der Renin-Angiotensin-Aldosteron-System-beeinflussenden Medikamente vor erstmaligem Auftreten der RAE reichte von knapp einem Tag bis hin zu mehr als 20 Jahren. In 77,8% war eine stationäre Therapie und Überwachung erforderlich. Vor allem bei RAE war dies vergleichsweise häufig der Fall (90,5%). Im Gegensatz dazu konnten HAE oft ambulant (85,7%), z.B. durch die selbstständige Applikation eines Notfallsets, therapiert werden. Die mittlere Dauer der Symptomatik und auch der stationären Aufenthalte war bei RAE, vor allem im Vergleich zu den Zeiten der HAE, deutlich verlängert. Insgesamt erfolgte in 82,8% eine rein antiallergische Standardtherapie mit Glukokortikoiden, Antihistaminika und Epinephrin-Vernebelung. Nur HAE wurden zum größten Teil (85,7%) Bradykinin-spezifisch mit dem Bradykinin-2-Rezeptor-Antagonisten Icatibant oder C1-Esterase-Inhibitor-Konzentraten behandelt. RAE wurden trotz ihres bekannten Bradykinin-vermittelten Pathomechanismus nur in sehr schweren Verläufen und erst bei fehlender Rückbildung unter der antiallergischen Standardtherapie entsprechend zusätzlich mit einer Bradykinin-spezifischen Medikation behandelt (13,1%). In 3,4% kam es zu einem kritischen Verlauf, d.h. es war zur Sicherung der Atemwege eine Intubation und bei persistierender Schwellung teilweise zusätzlich eine Tracheostomie erforderlich. Das Risiko hierfür war bei enoraler Schwellungsmanifestation 4-fach und für RAE 9-fach erhöht. Da akute Angioödeme im Kopf-Hals-Bereich zu lebensbedrohlichen Atemwegsobstruktionen führen können, ist eine schnelle Diagnose und gezielte Therapie entscheidend. Wie in anderen Studien bereits bewiesen wurde, ist die antiallergische Standardtherapie bei Bradykinin-vermittelten Angioödemen der spezifischen Therapie unterlegen. Vor allem bei RAE könnten so in Zukunft durch eine sofortige Bradykinin-spezifische Therapie der Krankheitsverlauf entscheidend verkürzt und lange stationäre Aufenthalte sowie kritische Verläufe verhindert werden.dc.description.abstract
Languagededc.language.iso
PublisherUniversität Ulmdc.publisher
LicenseStandard (ohne Print-on-Demand)dc.rights
Link to license texthttps://oparu.uni-ulm.de/xmlui/license_opod_v1dc.rights.uri
Dewey Decimal GroupDDC 610 / Medicine & healthdc.subject.ddc
MeSHAngioedemas, Hereditarydc.subject.mesh
MeSHAngioedemadc.subject.mesh
MeSHRenin-angiotensin systemdc.subject.mesh
MeSHHistaminedc.subject.mesh
MeSHAngiotensin-converting enzyme inhibitorsdc.subject.mesh
TitleAkute Angioödeme : eine retrospektive Analyse zu Diagnose, Krankheitsverlauf und Therapiemanagement an der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie des Universitätsklinikums Ulmdc.title
Resource typeDissertationdc.type
Date of acceptance2019-12-12dcterms.dateAccepted
RefereeGreve, Jensdc.contributor.referee
RefereeFröba, Gebharddc.contributor.referee
DOIhttp://dx.doi.org/10.18725/OPARU-24345dc.identifier.doi
PPN1688123245dc.identifier.ppn
URNhttp://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:289-oparu-24408-0dc.identifier.urn
GNDHereditäres Angioödemdc.subject.gnd
GNDQuincke-Ödemdc.subject.gnd
GNDBradykinindc.subject.gnd
GNDHistamindc.subject.gnd
GNDRenin-Angiotensin-Systemdc.subject.gnd
GNDACE-Hemmerdc.subject.gnd
FacultyMedizinische Fakultätuulm.affiliationGeneral
InstitutionUKU. Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgieuulm.affiliationSpecific
InstitutionUKU. Klinik für Anästhesiologieuulm.affiliationSpecific
Grantor of degreeMedizinische Fakultätuulm.thesisGrantor
DCMI TypeTextuulm.typeDCMI
CategoryPublikationenuulm.category
University Bibliographyjauulm.unibibliographie


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