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AuthorHarasta, Evadc.contributor.author
Date of accession2016-03-15T06:25:00Zdc.date.accessioned
Available in OPARU since2016-03-15T06:25:00Zdc.date.available
Year of creation2010dc.date.created
AbstractBei Meeressäugern, wie der Weddell-Robbe, steigt durch eine Kontraktion der Milz das Blutvolumen an. Dadurch steht dann eine größere Sauerstoffmenge zur Verfügung, die das Tier zu einer längeren Tauchzeit befähigt. Beim Menschen hingegen wurde von einem Anstieg der Hämoglobinkonzentration berichtet. Dieser könnte möglicherweise auf eine Steigerung der Blutkonzentration aufgrund immersionsbedingter Diurese zurückzuführen sein. Um diese Frage eindeutig klären zu können, untersuchte diese Arbeit die Auswirkung wiederholter Apnoetauchgänge auf die Größe der Milz, die Gesamthämoglobinmenge (tHb-mass), das Erythrozyten- und Plasmavolumen sowie auf die Hämoglobinkonzentration. Bei der Versuchsgruppe aus zehn trainierten Apnoetauchern und einer Kontrollgruppe aus sieben Gerätetauchern (ohne besonderes Apnoetraining) wurden mit Hilfe der optimierten CO-Rückatmungsmethode die Gesamthämoglobinmenge und das Plasmavolumen quantitativ bestimmt. Das Milzvolumen wurde mit Hilfe sonografischer Messungen ermittelt, die vor und unmittelbar nach einer Serie von fünf aufeinander folgenden Apnoetauchgängen im Becken in 4 m Tiefe eines beheizten eines Hallenbades bei 25 °C Wassertemperatur durchgeführt wurden. Bei den trainierten Apnoetauchern ergab sich nach der Apnoeserie durchschnittlich eine Reduktion des Milzvolumens von 26 % und damit eine hoch signifikante Abnahme (p < 0,001). Bei der Kontrollgruppe dagegen wurde kein signifikanter Effekt beobachtet. In Bezug auf die hämatologischen Parameter war bei beiden Probandengruppen keine signifikante Änderung zu verzeichnen - im Gegensatz zu Berichten in der Literatur. In der Urinausscheidung ergaben sich zwischen beiden Gruppen ebenfalls keine signifikanten Unterschiede. Beide Tatsachen, sowohl die bescheidene und kurzzeitige Milzkontraktion als auch die unverändert gebliebenen Blutparameter in Bezug auf Hämoglobinkonzentration, Gesamthämoglobinmenge und Gesamtblutvolumen nach den wiederholten Apnoetauchgängen, spiegeln die Rolle der Milz als wichtigen Blutspeicher zur Verlängerung der Apnoetauchzeit beim Menschen nicht wider. Mit dieser Feststellung sind gleichzeitig einige Aussagen bzw. Ungereimtheiten, die in der relevanten Literatur auftauchen, zu korrigieren oder zu klären: Ein diuresebedingter Anstieg der Blutkonzentration konnte ebenso ausgeschlossen werden wie eine Abschwächung des Tauchreflexes durch Submersion im beheizten Wasser eines Hallenbads mit Verwendung von Neoprenanzügen. Einzig die verstrichene Zeitspanne zwischen Beendigung des letzten Apnoetauchgangs und Gewinnung der Blutproben für die optimierte CO-Rückatmung könnten die aufgetretenen Abweichungen erklären. Das würde Berichte bestätigen, die von nur geringfügigen und vorübergehenden apnoeinduzierten Anstiegen der Hämoglobinspiegel berichteten. Neben der Bestätigung der wichtigen Rolle der Milz beim Apnoetauchen sind zwei weitere Fragestellungen für das Gesamtergebnis dieser Studie von entscheidender Bedeutung: - die prinzipiell gleich hohen Gesamthämoglobinmengen bei trainierten Apnoetauchern als auch bei untrainierten Gerätetauchern; - die Tatsache, dass bei allen Probanden die Gesamthämoglobinmengen denjenigen von Personen entsprachen, die überwiegend im Sitzen tätig sind, - wobei die Mengen sogar 30 % niedriger als bei ausdauertrainierten Sportlern waren. Zudem unterstützen jedoch die Ergebnisse der tHb-mass Bestimmung die Vermutung, dass auch die optimierte CO-Rückatmungsmethode trotz sehr hoher Messgenauigkeit, kurzer Messdauer und minimaler Invasivität ungeeignet ist, um die geringfügigen und äußerst kurzzeitig bestehenden Veränderungen bei der Gesamthämoglobinmenge durch Milzkontraktion bei Apnoe zu erfassen. Daraus folgt in Zusammenschau aller Ergebnisse abschließend, dass beim Menschen eine besondere Anpassung der Milz und des Hämoglobinsystems als Blut- und Sauerstoffspeicher bei kurzweiliger Belastung (im Minuten-Bereich) durch Apnoe bedingt ist nach dieser Studie nicht bestätigt werden kann.dc.description.abstract
Languagededc.language.iso
PublisherUniversität Ulmdc.publisher
LicenseStandard (Fassung vom 01.10.2008)dc.rights
Link to license texthttps://oparu.uni-ulm.de/xmlui/license_v2dc.rights.uri
KeywordApnoetauchendc.subject
KeywordCO-Rückatmungdc.subject
KeywordHämoglobinkonzentrationdc.subject
KeywordMilzkontraktiondc.subject
KeywordTauchreflexdc.subject
Dewey Decimal GroupDDC 610 / Medicine & healthdc.subject.ddc
MeSHSpleendc.subject.mesh
TitleAuswirkung von wiederholt durchgeführten Apnoetauchgängen auf die Größe der Milz, die Gesamthämoglobinmenge und das gesamte Blutvolumendc.title
Resource typeDissertationdc.type
DOIhttp://dx.doi.org/10.18725/OPARU-2187dc.identifier.doi
PPN662449134dc.identifier.ppn
URNhttp://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:289-vts-76115dc.identifier.urn
GNDApnoedc.subject.gnd
GNDBlutvolumendc.subject.gnd
GNDFreitauchendc.subject.gnd
GNDMilzdc.subject.gnd
GNDWeddell-Robbedc.subject.gnd
FacultyMedizinische Fakultätuulm.affiliationGeneral
Date of activation2011-05-20T07:09:24Zuulm.freischaltungVTS
Peer reviewneinuulm.peerReview
Shelfmark print versionZ: J-H 14.139; W: W-H 12.603uulm.shelfmark
DCMI TypeTextuulm.typeDCMI
VTS ID7611uulm.vtsID
CategoryPublikationenuulm.category
Bibliographyuulmuulm.bibliographie


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