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AuthorWitt, Andreasdc.contributor.author
Date of accession2019-06-28T09:18:45Zdc.date.accessioned
Available in OPARU since2019-06-28T09:18:45Zdc.date.available
Year of creation2019dc.date.created
Date of first publication2019-06-28dc.date.issued
AbstractKindesmisshandlung wird als gesamtgesellschaftliches Problem gesehen. Metaanalysen zum Ausmaß von Kindesmisshandlung für die Europäische Region (Sethi et al., 2013) und weltweit (Stoltenborgh, van Ijzendoorn, Euser & Bakermans-Kranenburg, 2011; Stoltenborgh, Bakermans-Kranenburg, Alink & van Ijzendoorn, 2012; Stoltenborgh, Bakermans-Kranenburg & van Ijzendoorn, 2013a; Stoltenborgh, Bakermans-Kranenburg, van Ijzendoorn & Alink, 2013b) zeigen das Ausmaß von Kindesmisshandlung und unterstreichen die Bedeutung des Problems. Das gemeinsame Auftreten verschiedener Typen von Misshandlung, also multiple Misshandlung, stellt dabei eher die Regel als die Ausnahme dar (Herrenkohl & Herrenkohl, 2009). Deutschland wurde jedoch wegen der geringen Datengrundlage zur Abschätzung des Ausmaßes von Kindesmisshandlung vom Ausschuss der Vereinten Nationen (UN) für die Rechte des Kindes kritisiert (United Nations Committee on the Rights of the Child, 2014). Lange lag in Deutschland lediglich eine bevölkerungsrepräsentative Studie vor, die verschiedene Formen von Kindesmisshandlung untersuchte (Häuser, Schmutzer, Brähler & Glaesmer, 2011). Darüber hinaus sind Entwicklungen in der Häufigkeit von Misshandlung von großem Interesse. Während in den USA eine vergleichsweise breite Datenbasis vorliegt und es ausreichende Evidenz für einen Rückgang der Häufigkeit von sexuellem Missbrauch seit den 90er Jahren gibt (Finkelhor & Jones, 2012), ist die Datenlage in Deutschland deutlich geringer. Die einzige existierende Studie basiert auf dem Vergleich zweier vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) durchgeführter Studien, die sich jedoch ausschließlich auf sexuellen Missbrauch beziehen (Stadler, Bieneck & Wetzels, 2012a). Studien zeigen, dass die Folgen für Betroffene vielfältig sind und meist bis ins Erwachsenenalter anhalten (De Bellis, 2001; Buckingham & Daniolos, 2013). Das einflussreichste Modell zum Zustandekommen von Kindesmisshandlung und dessen Folgen ist das ökologisch-transaktionale Modell von Cicchetti und Kollegen (2000). In diesem Modell nehmen die Autoren an, dass Risiko- und Schutzfaktoren auf verschiedenen Ebenen zusammenwirken und so die kindliche Entwicklung beeinflussen. Neben den individuellen Folgen ergeben sich hohe gesamtgesellschaftliche Belastungen durch die Folgekosten von Kindesmisshandlung (Habetha, Bleich, Weidenhammer & Fegert, 2012). Langzeituntersuchungen deuten auch auf eine hohe Variabilität in der Entwicklung von Betroffenen inklusive Resilienz hin. Bislang ist wenig über die Symptomverläufe nach Misshandlung sowie die Folgen gemeinsam auftretender verschiedener Formen von Misshandlung bekannt. In der vorliegenden Arbeit werden die Prävalenz, Verlauf und Folgen multipler und kombinierter Typen von Kindesmisshandlung untersucht. Die erste Studie ist eine bevölkerungsrepräsentative Befragung zum Ausmaß verschiedener Typen von Kindesmisshandlung in Deutschland. Diese Studie weist eine identische Methode, wie die Studie von Häuser und Kollegen auf (Häuser et al., 2011). Hier zeigt sich, dass 31% der Bevölkerung mindestens eine Form von Misshandlung mit mindestens moderater Schweregradausprägung erlebt haben. Multiple Misshandlung wurde von 14% der Befragten berichtet. Diese Ergebnisse unterstreichen noch einmal die Bedeutung des Problems. Da die vorliegende Studie und die Studie von Häuser und Kollegen (2011) eine identische Methode aufweisen, ist das Ziel von Studie zwei ein Vergleich der beiden Datensätze, um damit Rückschlüsse über Entwicklungen in der Häufigkeit von Misshandlung ziehen zu können. Hier zeigte sich eine signifikante Abnahme der Häufigkeit von körperlicher Vernachlässigung und eine signifikante Zunahme der Prävalenz von emotionaler Misshandlung. Für alle anderen Raten zeigen sich keine Veränderungen über einen Zeitraum von sechs Jahren. Dass multiple Misshandlung eher die Regel als die Ausnahme darstellen, bestätigt sich auch in den bevölkerungsrepräsentativen Daten in Studie eins und zwei. In Studie drei und vier wurde eine klinische Inanspruchnahmepopulation von Kindern und Jugendlichen mit bekannter Vorgeschichte von Misshandlung mittels innovativer personen-zentrierter Ansätze untersucht. Der Fokus von Studie drei lag auf der Identifikation verschiedener Muster gemeinsam auftretender Typen von Misshandlung. Es zeigten sich drei Klassen multipler Misshandlung, wobei die Klassen mit der höchsten Ausprägung multipler Misshandlung auch am stärksten mit negativen Outcomes assoziiert waren. In Studie vier wurde die klinische Inanspruchnahmepopulation auf Symptomverläufe, engl. Trajectories, des Funktionsniveaus longitudinal untersucht. Hier zeigten sich vier Symptomverläufe: Resilienz, Verschlechterung, Verbesserung, Chronisch. Eine Verschlechterung war mit Reviktimisierung sowie weiteren Misshandlungscharakteristiken assoziiert. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass Kindesmisshandlung in der Gesamtbevölkerung häufig ist und die Raten auf Bevölkerungsebene im Bereich körperliche Misshandlung, sexueller Missbrauch und emotionale Vernachlässigung über einen Sechs-Jahres-Zeitraum stabil geblieben sind. Es lassen sich unterschiedliche Muster von Misshandlung und Symptomverläufe nach Misshandlung identifizieren. Insbesondere Reviktimisierung spielt bei der Verschlechterung des Funktionsniveaus sowie beim Ausbleiben einer Verbesserung eine wichtige Rolle.dc.description.abstract
Languagededc.language.iso
PublisherUniversität Ulmdc.publisher
Articles in publ.Witt, A., Brown, R. C., Plener, P. L., Brähler, E. & Fegert, J. M. (2017). Child maltreatment in Germany: prevalence rates in the general population. Child Adolesc.Psychiatry Ment.Health, 11, 47. doi:10.1186/s13034-017-0185-0 [doi];185 [pii]. Retrieved from PM:28974983dc.relation.haspart
Articles in publ.Witt, A., Glaesmer, H. C., Jud, A., Plener, P. L., Brähler, E., Brown, R. C. & Fegert, J. M. (2018). Trends in child maltreatment in Germany: Comparison of two representative population-based studies. Child Adolesc. Psychiatry Ment. Health, 12:24 https://doi.org/10.1186/s13034-018-0232-5dc.relation.haspart
Articles in publ.Witt, A., Münzer, A., Ganser, H. G., Fegert, J. M., Goldbeck, L. & Plener, P. L. (2016). Experience by children and adolescents of more than one type of maltreatment: Association of different classes of maltreatment profiles with clinical outcome variables. Child Abuse Negl., 57, 1-11. https://doi.org/10.1016/j.chiabu.2016.05.001dc.relation.haspart
Articles in publ.Witt, A., Münzer, A., Ganser, H. G., Goldbeck, L., Fegert, J. M. & Plener, P. L. (2019). The impact of maltreatment characteristics and revictimization on functioning trajectories in children and adolescents: A Growth Mixture Model analysis. Child Abuse Negl., 90, 32-42. https://doi.org/10.1016/j.chiabu.2019.01.013dc.relation.haspart
LicenseStandarddc.rights
Link to license texthttps://oparu.uni-ulm.de/xmlui/license_v3dc.rights.uri
KeywordTrajectoriesdc.subject
Keywordmultiple maltreatmentdc.subject
Keywordgrowth mixture modelingdc.subject
Dewey Decimal GroupDDC 610 / Medicine & healthdc.subject.ddc
MeSHPhysical abusedc.subject.mesh
MeSHChild abusedc.subject.mesh
MeSHPrevalencedc.subject.mesh
MeSHSex offensesdc.subject.mesh
MeSHLatent class analysisdc.subject.mesh
TitlePrävalenz, Verlauf und Folgen multipler und kombinierter Typen von Kindesmisshandlungdc.title
Resource typeDissertationdc.type
Date of acceptance2019-05-10dcterms.dateAccepted
RefereePlener, Paul L.dc.contributor.referee
RefereeBaumeister, Haralddc.contributor.referee
RefereeRosner, Ritadc.contributor.referee
DOIhttp://dx.doi.org/10.18725/OPARU-15622dc.identifier.doi
PPN1668138395dc.identifier.ppn
URNhttp://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:289-oparu-15679-0dc.identifier.urn
GNDMisshandlungdc.subject.gnd
GNDKindesmisshandlungdc.subject.gnd
GNDPrävalenzdc.subject.gnd
GNDSexueller Missbrauchdc.subject.gnd
GNDLatent-Class-Analysedc.subject.gnd
FacultyFakultät für Ingenieurwissenschaften, Informatik und Psychologieuulm.affiliationGeneral
InstitutionUKU. Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapieuulm.affiliationSpecific
InstitutionInstitut für Psychologie und Pädagogikuulm.affiliationSpecific
Grantor of degreeFakultät für Ingenieurwissenschaften, Informatik und Psychologieuulm.thesisGrantor
DCMI TypeTextuulm.typeDCMI
CategoryPublikationenuulm.category
University Bibliographyjauulm.unibibliographie


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