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AuthorThalhofer, Rosmarie Elisabethdc.contributor.author
Date of accession2019-03-27T13:21:40Zdc.date.accessioned
Available in OPARU since2019-03-27T13:21:40Zdc.date.available
Year of creation2018dc.date.created
Date of first publication2019-03-27dc.date.issued
AbstractDie Tötung auf Verlangen und die Suizidbeihilfe stellen medizinethische Konfliktfälle dar. Dem individuellen Wunsch des Patienten nach einem vorzeitigen Tod stehen gesellschaftliche Interessen gegenüber. Das Dilemma äußert sich in widerstreitenden Argumenten. Am Universitätsklinikum Ulm ereignete sich im Jahr 2008 ein Sterbehilfefall, welcher im Besonderen eine Auseinandersetzung mit dem Thema Tötung auf Verlangen von Zugehörigen der Universität Ulm nötig macht. Im Rahmen dieser Dissertation erfolgte eine Analyse der Argumente, die in der Debatte um die Tötung auf Verlangen vorherrschend sind. Es wurden Zeitungsartikel zum Thema untersucht, die in den Fachzeitschriften „Ethik in der Medizin“ und „Zeitschrift für Medizinische Ethik“ im Zeitraum der Jahre Januar 2000 bis März 2016 publiziert wurden. Die Analyse erfolgte mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach einem von Mayring abgeleiteten Verfahren und wurde mit der Software MAXQDA durchgeführt. Die „Argumente der schiefen Ebene“ und Argumente bezüglich einer möglichen Autonomiegefährdung werden am häufigsten als Argumente gegen die Tötung auf Verlangen und Suizidbeihilfe angeführt, gefolgt von Argumenten zu den gesellschaftlichen Aspekten, der Rolle des Arztes, dem Prinzip Menschenwürde und Tötungsverbot beziehungsweise Lebensschutz. Die Kritiker vertreten die These, dass es Alternativen zur Tötung auf Verlangen und Suizidbeihilfe gibt, die diese unnötig werden lassen. Im Zuge der Pro-Argumentation wird das Autonomieprinzip am häufigsten angeführt, gefolgt von der These, dass Sterbehilfe als Ultima-ratio Handlung gerechtfertigt sei. Ebenso spielen das Mitleidargument, das Gebot der Fürsorge und das Prinzip Menschenwürde eine Rolle. Im Zuge der Contra-Argumentation stehen folgenorientierte Begründungsstrategien im Vordergrund. Ergänzt wird dieser Ansatz durch die Anwendung von Prinzipien. Handlungsfreiheit des Einzelnen und das Wohlergehen Vieler stehen sich gegenüber, wobei zugunsten des Allgemeinwohls entschieden wird. Im Zuge der Pro-Argumentation stehen prinzipienethische Begründungsansätze im Fokus. Das Autonomieprinzip fungiert als oberste Grundnorm, welche Tötungshandlungen ethisch rechtfertigt. Dabei wird auf die moralische Rechtfertigung von Tötung auf Verlangen und Suizidbeihilfe basierend auf Prinzipien der mittleren Reichweite abgezielt. Die individuellen Interessen des Betroffenen stehen im Vordergrund. Bei der Anwendung der ermittelten Argumentationsmuster auf den „Ulmer Fall" zeigte sich, dass die Tötung auf Verlangen in diesem spezifischen Fall nicht als moralisch falsch zu verurteilen ist. Die Anwendung der Argumente auf den „Ulmer Fall“ zeigt, dass Personenkreis und Handlungssituation Auswirkungen auf die Anwendung der Argumente und somit auf das ethische Urteil haben können. Der Diskurs muss der Frage nachgehen, welche Gewichtung das Autonomieprinzip in Gegenüberstellung zu den anderen Begründungsstrategien erhalten soll.dc.description.abstract
Languagededc.language.iso
PublisherUniversität Ulmdc.publisher
LicenseStandarddc.rights
Link to license texthttps://oparu.uni-ulm.de/xmlui/license_v3dc.rights.uri
KeywordUlmer Falldc.subject
KeywordSuizidbeihilfedc.subject
KeywordBeihilfe zur Selbsttötungdc.subject
KeywordBeihilfe zum Suiziddc.subject
KeywordAktive Sterbehilfedc.subject
Dewey Decimal GroupDDC 610 / Medicine & healthdc.subject.ddc
MeSHEuthanasia, Active; Ethicsdc.subject.mesh
TitleArgumente für und wider Tötung auf Verlangen und Suizidbeihilfe – Analyse des aktuellen Diskurses in medizinethischen Fachzeitschriften mit Bezug zum „Ulmer Fall“dc.title
Resource typeDissertationdc.type
Date of acceptance2019-01-10dcterms.dateAccepted
RefereeKeller, Friederdc.contributor.referee
RefereeLenk, Christiandc.contributor.referee
DOIhttp://dx.doi.org/10.18725/OPARU-12512dc.identifier.doi
PPN1663520763dc.identifier.ppn
URNhttp://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:289-oparu-12569-2dc.identifier.urn
GNDSterbehilfedc.subject.gnd
GNDUlmdc.subject.gnd
GNDTötung auf Verlangendc.subject.gnd
GNDBeihilfe <Strafrecht>dc.subject.gnd
FacultyMedizinische Fakultätuulm.affiliationGeneral
InstitutionUKU. Klinik für Innere Medizin Iuulm.affiliationSpecific
InstitutionUniversität Ulmuulm.affiliationSpecific
Grantor of degreeMedizinische Fakultätuulm.thesisGrantor
DCMI TypeTextuulm.typeDCMI
CategoryPublikationenuulm.category
Bibliographyuulmuulm.bibliographie


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