Untersuchung von Patienten im Schockraum eines Level I Traumazentrums mit Schwerpunkt auf dem Einsatz radiologischer Verfahren

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2026-01-20

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Linderich, Lara

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Hintergrund: Die Versorgung schwerstverletzter und polytraumatisierter sowie kritisch kranker Patienten im Schockraum ist komplex und erfordert Interdisziplinarität. Das Patientenkollektiv ist heterogen. In Abhängigkeit vom Traumamechanismus und der Klinik des Patienten kommen unterschiedliche radiologische Verfahren zum Einsatz. Die Computertomographie (CT) ist ein wesentlicher Bestandteil der modernen Traumaversorgung mit erheblichen Vorteilen für das Überleben der Patienten. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, das Patientenkollektiv im Schockraum des Universitätsklinikum Ulm (UKU), einem Level I Traumazentrum, zu beschreiben und den Einsatz der CT als Diagnostikum der Wahl im Schockraum zu evaluieren. Material und Methoden: In der vorliegenden Arbeit wurden 2002 Schockraum-Einweisungen zwischen 2015 und 2021 am UKU monozentrisch, retrospektiv erhoben. Es erfolgte sowohl eine deskriptive als auch eine statistische Auswertung hinsichtlich des Patientenkollektivs, des Unfallmechanismus, der radiologischen Verfahren mit Schwerpunkt auf der CT sowie des weiteren Krankenhausverlaufs und der Mortalität. Ergebnisse: Der Altersdurchschnitt des Patientenkollektivs lag bei 50,67 Jahren und die Mehrzahl der untersuchten Patienten war männlich (65,5 %). Der vorherrschende Traumamechanismus waren Verkehrsunfälle (42,3 %), gefolgt von nicht-traumatologischen Schockräumen (22,3 %) und Stürzen aus Höhe (17,7 %). Zwischen Alter, Geschlecht, Traumamechanismus sowie Mortalität und Krankenhausverlauf lassen sich statistisch, signifikante Zusammenhänge herstellen. Je älter die Patienten sind, desto mehr Frauen und desto mehr nicht-traumatologische Schockräume gibt es. Einlieferungen gab es zu jeder Zeit, wenngleich Häufungen in den Frühlings- und Sommermonaten (Mai 10,5 %) sowie zu den Nachmittags- und Abendzeiten (8,6 % der Fälle zwischen 18 und 19 Uhr) beobachtet werden konnten. Der Zeitpunkt der Einlieferung hatte keinen Einfluss auf das Outcome des Patienten. Intensivpflichtigkeit wurde bei mehr als der Hälfte aller Patienten registriert (58,5 %). Die durchschnittliche Krankenhausverweildauer betrug 9,96 ± 13,49 Tage, wobei der Median bei 5,5 Tagen lag. Die Mortalität lag bei 11,6 %. Der Traumamechanismus (Mortalität bei nicht-traumatologische Schockräume: 18,3 %) und das Patientenalter (Durchschnitt: 69,92 ± 18,67 Jahren) hatten einen signifikanten Einfluss auf die Mortalität. 94,8 % aller Patienten erhielten eine CT-Untersuchung, wovon knapp zwei Drittel (63,9 %) einer Ganzkörpercomputertomographie (GKCT) unterzogen wurden. Die Focused Assessment with Sonography for Trauma (FAST) war signifikant häufiger auffällig bei viszeralchirurgischen Verletzungen des Abdomens (p = 0,039). Diskussion: Wie in vorherigen Studien nachgewiesen, ist auch das vorliegende Patientenkollektiv mehrheitlich männlich und im Durchschnitt eher jung. Das Patientenkollektiv ist dennoch heterogen und jeder Fall ist individuell. Nichtsdestotrotz konnten Zusammenhänge zwischen epidemiologischen Daten und Traumamechanismen sowie weiterem Verlauf und Outcome hergestellt werden. Diese sind als Tendenzen zu betrachten. Trauma ist in seiner Auftretenswahrscheinlichkeit und in seiner Ursache teilweise von externen Faktoren wie der Uhrzeit und der Jahreszeit abhängig. Dies hatte jedoch keinen Einfluss auf die Patientenversorgung in der untersuchten Einrichtung, sodass von einer adäquaten, gleichwertigen Traumaversorgung rund um die Uhr ausgegangen werden kann. Die Mortalität der vorliegenden Studie entsprach annähernd der des DGU-Traumaregisters. Die GKCT bei akuten Traumapatienten ist ein wesentlicher Bestandteil der modernen Traumaversorgung mit Vorteilen für das Überleben des Patienten. Abhängig vom Traumamechanismus und der Klinik des Patienten konnte die bildgebende Diagnostik jedoch modifiziert werden. Im Falle einer GKCT wurde in allen untersuchten Körperregionen signifikant häufiger eine Verletzung festgestellt, verglichen mit CT-Untersuchungen von nur der entsprechenden einzelnen Körperregion bzw. keiner CT-Untersuchung und stattdessen anderen radiologischen Verfahren. Dies spiegelt einen sinnvollen, leitliniengerechten Einsatz der GKCT wider. Weiterhin sind die FAST, das konventionelle Röntgen und die Magnetresonanztomographie (MRT) als alternative oder ergänzende radiologische Verfahren unentbehrlich. Der vom Trauma betroffene Körperbereich hatte Einfluss auf die bildgebenden Maßnahmen. Insbesondere bei Traumata des Hals, des Gesichts, des Gehirns und der Wirbelsäule wurde eine zusätzliche MRT-Untersuchung häufiger registriert, sodass Verletzungen in bestimmte Körperregionen eine erweiterte Diagnostik erfordern.

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