Mechanische Reanimationshilfen verglichen mit manueller Reanimation - ein retrospektive Auswertung aus dem deutschen Reanimationsregister

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2024-03-07

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Hanschke, Ingrid

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Außerklinische plötzliche Herzkreislaufstillstände sind mit einer Inzidenz von 122 auf 100 000 pro Jahr eine häufige Ursache für die Alarmierung eines Rettungsdienstes in Deutschland. Die Pathophysiologie der kardiopulmonalen Reanimation mittels Thoraxkompression zur Etablierung eines Notkreislaufs ist weitgehend verstanden. Hier kommt es neben einer ausreichend tiefen Kompression auch auf eine gute Entlastung an, da die Koronarperfusion nur in der Entlastungsphase stattfindet. Die Vorstellung, diese kraft- und personalaufwändige Aufgabe von einer Maschine erfüllen zu lassen, resultierte in der Entwicklung verschiedener Modelle mechanischer Reanimationshilfen, die bereits flächendeckend eingesetzt werden. Vorliegende Arbeit folgte der Frage, inwieweit der Einsatz einer mechanischen Reanimationshilfe, retrospektiv betrachtet, das Überleben beeinflusst. Hierbei wurden drei Reanimationshilfen im speziellen betrachtet: Aktive Kompression-Dekompression (ACD), das Lund University Cardiac Assist System (LUCAS) sowie das Auto Pulse. Als Datengrundlage dienten 93 955 Datensätze des deutschen Reanimationsregisters zwischen 2004 und 2017. Eingeschlossen wurden 23 750 Patienten, die abhängig von der Art der Reanimation in vier Gruppen geteilt wurden: ACD (500 Patienten), LUCAS (1 262 Patienten), Auto Pulse (817 Patienten) und manuell Reanimierte (21 111 Patienten). Nach einer Matched Pairs-Analyse, die die Gruppen jeweils im Hinblick auf prognoserelevante Variablen gleich verteilte und zu jedem mechanisch Reanimierten zwei passende manuell Reanimierte suchte, wurde jede mechanische Reanimationshilfe mit der manuellen Reanimation verglichen. Hierbei ergaben sich als Outcome-Punkte das Überleben nach 24 h sowie Überleben bis zur Entlassung. Im Vergleich von ACD und manueller Reanimation ergaben sich im Outcome keine signifikanten Unterschiede. LUCAS- und Auto Pulse-Patienten hatten ein signifikant schlechteres 24h-Überleben und eine signifikant schlechtere Entlassrate, als die manuell reanimierten Patienten. 49 Für mechanische Reanimationshilfen muss weiterhin eine strenge Indikationsstellung für ausgewählte Situationen (Reanimation unter Transport oder bei erhöhter Personalgefährdung, d.h. im Strahlenfeld bei Koronarangiographie) gelten. Ein Transport unter laufender Reanimation ist äußerst selten indiziert. Um das Überleben von Patienten nach einem plötzlichem Herzkreislaufstillstand zu verbessern, ist weiterhin ein gutes präklinisches Reanimationsmanagement notwendig, um nach Möglichkeit einen Spontankreislauf noch an der Einsatzstelle zu etablieren. Ein routinemäßiger Einsatz von LUCAS und Auto Pulse scheint nachteilig zu sein und kann auf Basis der vorliegenden Ergebnisse nicht empfohlen werden.

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