Zusammenhang zwischen dem Geburtsmodus sowie der Geburtsdauer und Inflammationsparametern im Nabelschnurblut des Neugeborenen: Ergebnisse einer Geburtskohortenstudie

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2017-06-28

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Thiel, Larissa

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Einleitung: Derzeit existieren verschiedene Methoden zur Entbindung einer schwangeren Frau. Viele Forschungsarbeiten haben sich in den letzten Jahren mit den Stärken und Schwächen der einzelnen Geburtsmodi hinsichtlich des kurz- und langfristigen Outcomes des Kindes auseinandergesetzt. In der vorliegenden Dissertation wird der Zusammenhang zwischen dem Geburtsmodus und den im Nabelschnurblut des Neugeborenen postpartal gemessenen Inflammationsparametern Adiponektin, C-reaktives Protein (CRP) und Leptin untersucht. Außerdem wird der Einfluss weiterer Größen (Geburtsdauer und eingesetzte Anästhesieverfahren) auf die Inflammationsparameter im Nabelschnurblut analysiert. Methoden: Die Ulmer SPATZ Gesundheitsstudie fand im Zeitraum vom 16.04.2012 bis zum 06.05.2013 (388 Tage) an der Universitätsfrauenklinik Ulm statt. In dieser prospektiven Kohortenstudie stellten 813 Mutter-Kind-Paare die Beobachtungseinheit dar. 611 Mutter- Kind- Paare erfüllten mindestens ein Ausschlusskriterium und wurden im weiteren Verlauf nicht berücksichtigt. Anhand eines Informationsverarbeitungssystems, KIM genannt, wurden Angaben über die Mutter-Kind-Paare gespeichert. Der Geburtsmodus stellt in dieser Arbeit eine der Einflussgrößen dar. Im KIM wurde der Geburtsmodus in verschiedene Kategorien unterteilt und analysiert. Unmittelbar postpartal wurden Blutproben aus der Nabelschnur des Neugeborenen gewonnen und anschließend hinsichtlich der Adiponektin-, CRP- und Leptinkonzentration in einem externen Labor untersucht. Die Referenzgruppe stellt in dieser Arbeit die Kategorie der primären Sectios dar. Unter Berücksichtigung potenzieller Störgrößen und Kovariablen ergaben die Auswertungen dieser Dissertation folgende Ergebnisse: Weder in der bivariaten noch in der mulitvariaten Analyse bestanden statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen dem Geburtsmodus, der Geburtsdauer und eingesetzter Anästhesieverfahren hinsichtlich der Adiponektinkonzentration im Nabelschnurblut. Im Gegensatz hierzu zeigten die CRP-Konzentrationen im Nabelschnurblut statistisch signifikante Unterschiede in Bezug auf die einzelnen Geburtsmodi sowie hinsichtlich der Geburtsdauer. Ähnliches galt für eingesetzte Anästhesieverfahren als einflussnehmende Größe. Die bivariate sowie die multivariate Analyse ergab einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der Leptinkonzentration im Nabelschnurblut und dem Geburtsmodus als auch der Geburtsdauer. Dies galt nicht für die eingesetzten Anästhesieverfahren. Schlussfolgerung: Erhöhte Inflammationsparameter im Nabelschnurblut stellen einen Prädiktor für sich im späteren Verlauf manifestierende Erkrankungen dar. Die bislang in der Literatur vorliegenden Daten legen nahe, dass neben dem Geburtsmodus auch andere Faktoren Einfluss auf die Entzündungsparameter im Nabelschnurblut des Neugeborenen nehmen. Auch die Ergebnisse der Ulmer SPATZ Gesundheitsstudie zeigen, dass neben dem Geburtsmodus vor allem die Geburtsdauer einen entscheidenden Trigger für die CRP- und Leptinsynthese darzustellen scheint. Im Hinblick auf präventive Ansätze ist es von großem Interesse, die Schlüsselmechanismen und die Pathogenese für kindliche Inflammation lückenlos aufzuklären. In der Ulmer SPATZ Gesundheitsstudie war es nicht möglich für alle Faktoren zu adjustieren, die einer Assoziation mit der Geburtsdauer und neonataler Inflammation unterliegen. Resultierend besteht weiterhin eine Unsicherheit bezüglich der Assoziation zwischen Geburtsdauer und Inflammation beim Neugeborenen. Weitere Faktoren wie beispielsweise fetales Wachstum, Plazentainsuffizienz und Präeklampsie sollten in folgenden Studien miteinbezogen werden. Die Bestimmung der CRP-Konzentration beim Neugeborenen gilt als Basisuntersuchung im klinischen Alltag, um Infektionen rechtzeitig zu detektieren. Derzeitige Leitlinien zur Interpretation der CRP-Konzentration sind nicht eindeutig und führen zu variierenden Behandlungsstrategien. Nach den Ergebnissen der Ulmer SPATZ Gesundheitsstudie erscheint es umso wichtiger, zukünftig bei der Interpretation der CRP-Konzentration die Geburtsdauer als potenzielle Störgröße miteinzubeziehen.
https://doi.org/10.1371/journal.pone.0149918

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