Quantitative und qualitative Fettverteilung bei Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom: Bestimmung der Körperfettkompartimente durch Magnetresonanztomographie
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Date
2016-12-21
Authors
Bernhardt, Denise
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Abstract
In der vorliegenden Studie zur quantitativen und qualitativen Erfassung der Fettdistribution
bei Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom (IPS) wurden an 53 Patienten und 74
Kontrollpersonen T1-gewichtete Magnetresonanztomographie-Aufnahmen (Knie bis
Diaphragma) durchgeführt. Die 3D-Datensätze wurden mit dem hausinternen
Softwareprogramm ATLAS (Automatic Tissue Labelling Analysis Software) verarbeitet
und analysiert. Beide Gruppen erhielten eine Bioimpedanzanalyse zur Messung der
Körperzusammensetzungen und es wurden Adipozytokinbestimmungen durchgeführt. Des
Weiteren konnte bei insgesamt 25 Patienten nach ca. 12 Monaten eine longitudinale
Magnetresonanztomographie durchgeführt werden.
Patienten mit IPS zeigten in der Magnetresonanztomographie Analyse ein signifikant
höheres viszerales Fettvolumen und einen höheren Quotienten von viszeralem/subkutanem
Fettvolumen als die Kontrollgruppe. Die IPS-Gruppe wies zudem tendenziell weniger
Gesamtfettvolumen auf als die Kontrollgruppe. IPS-Patienten zeigten ein signifikant
geringeres subkutanes Fettvolumen als die gesunde Kontrollgruppe.
Es zeigte sich kein signfikanter Zusammenhang zwischen funktionellem Status,
Depression, Alter und Levodopa-Dosis in Bezug auf die Fettverteilung. Adiponektin
korrelierte bei IPS-Patienten signifikant invers mit dem subkutanem und
Gesamtfettvolumen. Ebenso zeigte sich tendenziell eine negative Korrelation in der
Kontrollgruppe. Leptin korrelierte signifikant bei Parkinson-Patienten positiv mit dem
subkutanen, viszeralen und totalem Fettvolumen, sowie mit gesamt und subkutanem
Fettvolumen bei den Kontrollen.
Im 12-monatigem Verlauf konnte eine weitere, signifikante Abnahme des subkutanen
Fettvolumens bei IPS-Patienten, sowie eine damit verbundene tendenzielle Abnahme des
Gesamtfettvolumens gezeigt werden. Außerdem ergab sich ein signifikanter, inverser
Zusammenhang zwischen dem motorischen Unified Parkinson’s disease rating scale
(UPDRS) Teil III und dem Gesamtfettvolumen und dem viszeralen Fettvolumen. Bei der
geschlechtsgetrennten Betrachtung zeigte sich besonders eine starke Zunahme der
viszeralen Fettverteilung bei weiblichen IPS-Patienten.
Bei der getrennten Betrachtung von Patienten mit und ohne Gewichtsverlust zeigte sich,
dass ein Gewichtsverlust vor allem. aus einer Abnahme des subkutanen Fettvolumen (Snorm) resultiert. Außerdem hatten Patienten mit Gewichtsverlust eine signifikant höhere
tägliche totale Levodopa Äquivalenz Dosis (TLED) und waren in einem
fortgeschritteneren Krankheitsstadium als Patienten ohne Gewichtsverlust.
Die vorliegende Studie zeigt, dass sich die Topographie der Fettkompartimente bei
Patienten mit Morbus Parkinson von Kontrollen unterscheidet und dass Alter,
Krankheitsdauer, Levodopa-Medikation per se und mögliche Komorbiditäten wie
Depression nicht Hauptfaktoren für die Änderungen der Fettdistribution ist. Zudem trägt
diese Studie zum Verständnis der Parkinsonschen Erkrankung bei, hinsichtlich einer
assoziierten metabolischen Komponente. Es kann angenommen werden, dass diese
metabolischen Veränderungen primär auf den Pathomechanismus zurückzuführen sind.
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Medizinische Fakultät
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