Radiologisch implantierte Armportanlagen: Indikationen, Komplikationen, Outcome - im Vergleich mit chirurgisch implantierten pektoralen Portanlagen

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2017-01-13

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Herrmann, Sai

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Vollständig implantierbare Portsysteme werden in erster Linie zur Applikation von Chemotherapeutika eingesetzt. Neben den pektoral implantierten Portanlagen gibt es inzwischen auch periphere Portsysteme, bei denen die Kammer am Arm eingesetzt wird. Die von Radiologen durchgeführte periphere Portplatzierung gilt als weniger invasiv als die von Chirurgen durchgeführte pektorale Portimplantation. Beide Verfahren werden am Klinikum Neuperlach angeboten und wurden im Rahmen der hier vorliegenden retrospektiven Studie hinsichtlich Indikationen, Implantationstechniken, Früh- und Spätkomplikationen, dokumentierter Offenheitsrate, Portexplantationen und Verlauf sowohl miteinander als auch mit Daten aus der Literatur verglichen. Ziel der Arbeit war es, mithilfe der Ergebnisse das für den individuellen Patienten geeignete Portsystem auswählen zu können. Die für diese Arbeit durchgeführte retrospektive Datenerfassung erfolgte anhand von Arztbriefen, Operationsberichten und radiologischen Befunden. Zusätzlich wurden onkologische und chirurgische Kollegen zu einzelnen Punkten befragt. Für die statistische Auswertung wurde die Statistik Software GraphPad InStat® Version 3.10 herangezogen. Insgesamt wurden vom 01.01.2010 bis 31.12.2012 267 periphere Portsysteme und 526 zentrale Portanlagen am Klinikum Neuperlach implantiert. Die bei gleicher Indikation nahezu doppelt so hohe Anzahl pektoraler Portsysteme resultierte in erster Linie aus dem einzeitigen Vorgehen von Portimplantation und Tumoroperation. Die individuelle Präferenz des Patienten spielte jedoch auch eine wichtige Rolle bei der Entscheidung. Wichtigste Indikation für die Implantation beider Portsysteme war die Applikation einer Chemotherapie. Die von Chirurgen durchgeführte pektorale Portimplantation hatte eine signifikant höhere Komplikationsrate und Abbruchrate als das alternative Implantationsverfahren der Radiologen. Die Gesamtrate an Früh- und Spätkomplikationen war für die beiden untersuchten Kollektive vergleichbar hoch. In der Spätphase wurden Infektionen und Venenthrombosen signifikant häufiger bei Armportanlagen beobachtet, während Katheterdislokationen und Thromben an der Katheterspitze häufiger bei zentralen Portsystemen zu sehen waren. Die dokumentierte Offenheitsrate und die Anzahl an Porttagen waren für zentrale Portsysteme signifikant länger. Der Anteil komplikationsbedingter Portexplantationen und die Anzahl an Todesfällen bei noch liegendem Port waren beim radiologischen Kollektiv höher. Diese Ergebnisse waren bis auf kleinere Abweichungen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Nachbeobachtungszeiten und Rahmenbedingungen mit den Daten aus der Literatur vergleichbar. Die niedrige Komplikationsrate und Abbruchrate bei der radiologischen Portplatzierung wurde durch die Phlebographie sowie die unter Durchleuchtung durchgeführte Portimplantation erzielt. Auffällig war, dass sich das radiologische Kollektiv aus mehr palliativen Patienten und Patienten mit hämato-onkologischen Erkrankungen zusammensetzte als das chirurgische Kollektiv, was mit einer deutlich reduzierten Immunität einherging. Daraus resultierte sowohl die höhere Infektionsrate mit konsekutiver komplikationsbedingter Portexplantation, als auch der höhere Anteil an Todesfällen bei Patienten mit Armportsystemen. Die höhere Thromboserate bei peripheren Portanlagen konnte dagegen mit dem in der Armvene vorliegenden Katheter in Zusammenhang gebracht werden. Die dokumentierte Offenheitsrate gab einen Hinweis auf die längere Nutzungsdauer und nicht die Benutzbarkeit der zentralen Portanlagen, da die Okklusionsrate nicht signifikant niedriger war als bei peripheren Portsystemen. Letztlich ist zu schlussfolgern, dass die Implantation pektoraler Portsysteme ultraschallgesteuert oder unter Durchleuchtung die Komplikationsrate und Abbruchrate senken kann. Für eine Langzeittherapie können jedoch in Abhängigkeit vom Wunsch des Patienten beide Portsysteme gleichermaßen empfohlen werden. Lediglich bei vorbestehendem erhöhtem Thromboserisiko ist ein pektorales Portsystem einer Armportanlage vorzuziehen.

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